GEZ und kein Ende

Je länger man sich in das Thema einarbeitet, umso lebensfremder werden die Begründungen, die von den Befürwortern der GEZ-Pflicht auf PC ins Feld geführt werden.

Ute Vogt, ihres Zeichens Landesvorsitzende der SPD ind Baden-Württemberg schreibt als Antwort auf einen offenen Brief von Thomas Speidel , dass es ja eigentlich nur ganz wenige seien, für die die neuen Gebühren anfallen:

Nur wer bisher keinen Fernseher oder kein Radio im privaten Haushalt bzw. in einer Betriebsstätte besitzt, muss dann in Zukunft eine Rundfunkgebühr zahlen, wenn er einen internetfähigen PC betreibt.
Die SPD unterstützt diese äußerst pragmatische Lösung, da sie der technischen Entwicklung Rechnung trägt und zugleich in den überwiegenden Fällen effektiv keine zusätzliche Belastung für die Haushalte oder Unternehmen bedeutet.

Was die SPD, für die Frau Vogt spricht, völlig übersieht sind die Fälle, in denen ein Arbeitnehmer teilweise von zuhause aus arbeitet.
Ausserdem unterschätzt die SPD meines Erachtens die Zahl der Firmen ohne Radio bzw. Fernsehen massiv. Welcher tätigkeit sollte denn ein Fernseher in einer Kfz-Werkstatt nachgehen? Die Leute kommen im allgemeinen zum arbeiten und nicht zum Fernseh schauen (sie werden nämlich auch nur für ersteres bezahlt). Darin mag sich natürlich ein gewöhnlicher Arbeitnehmer von einem Bundestags/Landtagsabgeordneten unterscheiden.

Auch Herrn Oettingers Antwort überzeugt nicht so recht:

Mit den neuen Bestimmungen wurde der [..] Grundsatz des Anknüpfens der Rundfunkgebühr an die technische Möglichkeit des Rundfunkempfangs unter Einschluss neuartiger Empfangsgeräte konsequent fortentwickelt, ohne damit nennenswerte zusätzliche Belastungen einzuführen.

Jemand der sich mal eben die Pauschale um 17 EUR anheben kann, wie bspw. der Hamburger Senat, wird darim natürlich keine nennenswerte zusätzliche Belastung sehen, für den Standardarbeitnehmer, der ab und an mal von zuhause arbeiten darf, sind 17 EUR, für die er aber so gar keinen Gegenwert erhält, 1-2 Stunden pro Monat, die er zukünftig für die Landesrunkfunkanstalten arbeiten darf. Zusätzlich natürlich zu der halben Stunde, die der Autoradio bereits kostet, weil man nach Büroschluss derjenige ist, der die Post mitnimmt.

Dieser Gedanke beruht letztlich auf der solidarischen Verpflichtung aller Rundfunkteilnehmerinnen und -teilnehmer,

So man denn wirklich Teilnehmer wäre, wäre das ganze vermutlich auch nicht so aufgekocht, aber viele sehen sich gerade nicht als eben solche.

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