Der Herr Hundt, die Rente mit 67 und das klimatisierte Büro

Dass Dieter Hundt, seines Zeichens Präsident der BdA vehement auf die Streichung von Ausnahmeregelungen bei der Erhöhung des Renteneintrittsalters fordert, verwundert eigentlich nicht. Hat er doch ein grosses Büro mit angenehmem Sessel, eine nette Sekretärin, die ihm im Sommer kalte Getränke und im Winter mal was heisses vorbeibringt, die Köfferchen für die politische Landschaftspflege muss er vermutlich auch nicht mehr selber tragen …

Kurzum, der Arbeitstag eines Dieter Hundt erfüllt alle Voraussetzungen, um altersgerecht zu sein. Dieter Hundt hätte natürlich auch nicht bis 67 arbeiten müssen und hat es trotzdem getan. Vermutlich versteht er deshalb gar nicht, dass es so viele Menschen gibt, für die ein Renteneintrittsalter von 67 nicht etwa 2 Jahre mehr Arbeit, sondern 7,2% weniger Rente bedeuten.

Zum Beispiel dem Mitarbeiter in der Autobahnmeisterei, der seit 44 Jahre lang Absperrungen auf- und wieder abgebaut hat, der tote Dachse, Rehe und sonstiges Getier entfernt, der die Leitplanken repariert …

Der würde sich freuen, wenn er weiterhin mit 60 in Rente gehen könnte, weil die Reflexe nachlassen und er auch nicht mehr so schnell beim Überqueren der Autobahn ist. Der wäre froh, wenn er nicht mehr bei Wind/Regen/Schnee/schwülen Temperaturen über 50°C (auf Autobahnen gibts halt im allgemeinen wenig Schatten) raus müsste.

Vielleicht sollten sie einfach mal für eine Woche tauschen.

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