Paranoia ist was schönes

In der Welt (die Zeitung, nicht der Planet) ist folgendes zu lesen:

Terroristen im Irak nutzen offenbar die Internet- Suchmaschine Google für Angriffe auf britische Militärlager. [..]

Die bei den Terroristen entdeckten Ausdrucke von Satellitenfotos des Programms Google Earth des amerikanischen Suchmaschinengiganten zeigten in der Gegend um die südirakische Hafenstadt Basra detailliert Gebäude innerhalb der Lager und angreifbare Ziele wie die Zeltunterkünfte, die Wasch- und Toilettenblöcke und auch, wo die mit leichten Waffen ausgestatteten Land Rover geparkt sind.[..]

Wir glauben, sie benutzen Google Earth, um die am leichtesten angreifbaren Ziele, wie zum Beispiel Zelte, zu identifizieren“, zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten britischen Geheimdienstoffizier.[..]

Britische Militärcamps in Basra werden nach Angaben der Zeitung nahezu täglich mit Mörsern beschossen. Innerhalb der letzten sechs Monate seien dadurch ein Soldat getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Die Angriffe erfolgten „zunehmend akkurat“ aus einer Entfernung von rund sechs Kilometern.

Ich kann nicht umhin, zu diesem Artikel verschiedene Anmerkungen zu machen:

  1. Die Bilder auf GoogleEarth sind zwischen 1 und 7 Jahre alt, was man sehr einfach herausfinden kann, wenn man sich mal die Aufnahmen anschaut. Die Betreffenden aus Basra sind 540 Tage alt. Wenn man seine Fahrzeuge 2 Jahre lang immer an der gleichen Stelle parkt, bekäme das der Feind auch raus, wenn es keine Satellitenbilder gäbe. Es scheint sich eher um ein grundsätzliches Problem zu handeln.
  2. Ein Gegner, der die Mittel hat, das Lager aus 6 Kilometer Entfernung mit Mörsern anzugreifen, wird auch auf Kartenmaterial der Gegen zurückgreifen können und die Phantasielosigkeit der Briten zu nutzen wissen.
  3. Wenn man weiss, auf welches Datenmaterial der Gegner Zugriff hat, dann hätte man im letzten Jahr die Zeit zu einer Umgruppierung innerhalb des Camps nutzen können, statt Meldungen über das böse google Earth an die Presse zu lancieren. Fahrzeuge sollten sich umparken lassen (wobei ich aus gut unterrichteter Quelle mitgeteilt bekommen habe, dass in deutschen Feldlagern die einzelnen Parkplätze akkurat vermessen und mit Bodenmarkierungen versehen werden). Die Wikipedia schreibt zum Thema Zelt:

Ein Zelt ist ein temporärer Bau, der leicht zerlegbar und transportabel ist.

Ein Gedanke zu „Paranoia ist was schönes“

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