Teil II: Die Damenhandtasche (Erster Versuch)

Nachdem mir schon Anfang Februar die Zitate ausgehen und weil meine Frau der Meinung ist, dass blosse Zitate eigentlich nicht so lesenswert sind, weil mein Kollege Roger (Rosché ausgesprochen, nicht Rotscher) mich schon seit Wochen nervt, dass ich doch endlich einen Podcast veröffentlichen soll, wobei mir da neben der Muse auch das Talent fehlt und weil seit Monaten die Idee im Raum steht, absurde Essays (keine Ahnung, was ein Essay zu einem Essay macht, aber es klingt so schön (pseudo-)intellektuell, wie gewollt aber nicht gekonnt, also eigentlich genau richtig) zu absurden Themen zu schreiben, breche ich jetzt mal die Sache mit den täglichen Zitaten ab und wende mich aufregenderen Dingen zu, zunächst einmal Damenhandtaschen:

Vor 13.7 Milliarden (plusminus 200 Millionen) Jahren fand der Urknall statt. In der ersten Sekunde danach entstand Materie aus dem Nichts. 13.7 Milliarden Jahre später investieren Forscher Milliarden EUR in kilometerlange Teilchenbeschleuniger, um diesen Effekt nachvollziehen zu können, zwängen sich hunderte Meter unter der Erdoberfläche in enge Kabuffs, um Tage völliger Ereignislosigkeit damit zu verbringen, auf inhaltsleere Monitore zu starren. Und wenn dann wirklich mal was Spannendes passiert, sind sie gerade beim Kacken.

Hätten sie mal mich gefragt.

Es gibt eine wesentlich günstigere Methode mitzuerleben, wie Materie aus dem Nichts entsteht.

Man lässt einfach eine Frau etwas in ihrer Handtasche suchen. In den allermeisten Fällen wird sie das Gewünschte finden (solange es sich nicht gerade um Atlantis oder ein Atom-U-Boot der Resolution-Klasse handelt).

Das ist an und für sich noch nichts verwunderliches und könnte auch auf Effizienz beim Füllen der Tasche schliessen lassen.

Aber wer mit seiner Hand je auf den Grund einer Damenhandtasche tauchen musste, um beispielsweise den Autoschlüssel seiner zum Fahren zu betrunkenen Freundin zu suchen, wird mir zustimmen, dass ein Grossteil des Volumens von Kekskrümeln, alten Bonbons, ausgelaufenen und zerbrochenen Kugelschreibern sowie alten Kassenzetteln ausgefüllt wird (natürlich nicht bei der Handtasche meiner Frau, die ist immer tiptop aufgeräumt, ausserdem liest sie hier mit) und dass da eigentlich gar kein Platz mehr sein kann für all die nützlichen Sachen, die Taschentücher, Tampons, Nagelfeilen, Notizblöcke, Münzen für Parkuhr und Einkaufswagen (in Schweizer Franken, dänischen Kronen, thailändischen Baht sowie 7 nicht mehr aktuelle europäische Währungen (Nein, ich habe den Euro nicht vergessen, ich habe ihn explizit nicht erwähnt. Ja, explizite Nichterwähnung geht, sie ist eng verwandt mit dem aktivem Ignorieren)), den Geldbeutel, das Mobiltelefon, Parfüm, die allernötigsten Schminkutensilien für unterwegs (Lippenstift, Konturenstift, Kajal, Abdeckpuder, Rouge, Mascara, Lidschatten, Schminkspiegel sowie diverse Quasten und Pinsel), Auto- und Haustürschlüssel, Kopfschmerz- und Halswehtabletten (letztere auch gerne mal seit 1998 abgelaufen).

Das stimmt auch (das mit dem Platz, nicht das, dass Mascara zu den allernötigsten Schminkutensilien gehört).

Eine Theorie, die versucht, diesen Widerspruch aufzulösen ist die Agawaleschowe-Theorie [AlleGutenAbkürzungenWarenLeiderSchonWeg). Nach dieser Theorie entsteht der gesuchte Gegenstand erst im Moment des Hineingreifens aus dem Nichts. Diese Theorie hat den Vorteil, dass sie die Lösung für viele aufgeworfene Fragen darstellt:

  • Warum finden Männer nie was in einer Damenhandtasche (ausser den erwähnten Kekskrümeln, zerbrochenen Kugelschreibern, etc.)?
  • Warum ist das Volumen der zutage geförderten Gegenstände grösser als das Volumen der Handtasche?
  • Warum findet Mann nur Krümel, nie ganze Kekse?
  • Warum sind Damenhandtaschen so teuer?
  • Warum gibt es keine durchsichtigen Handtaschen? (Die hätten für Männer nämlich den Vorteil, dass sie schon vorher wüssten, in welche Taschen-Regionen sie eigentlich gar nicht vorstossen wollen).

2 Gedanken zu „Teil II: Die Damenhandtasche (Erster Versuch)“

  1. Da ist viel wahres dabei, aber leider nicht alles. Entweder gehöre ich doch zur Gattung Mann oder Frauen finden doch nicht alles. Meist finde ich an der Kasse nicht die Kreditkarte meines Mannes und muss dann doch die eigene zücken. 😉

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