Ich bastle mir meinen Aktien-SPAM

nachdem bei Aktien-Spam ja eigentlich nur der Spammer gewinnen kann und ich leider immer erst dann die Emails im Posteingang habe, wenn die Aktie bereits durch die Decke ist, bastle ich jetzt einfach meinen eigenen Aktien-Spam.

Eigentlich wollte ich das ja im Sendung-mit-der Maus-Stil erklären, aber ich kann das einfach nicht. Mein Kollege, den ich gefragt habe ob er das kann, ist leider seit längerem emacs-abhängig. Er hat zwar unzählige Einträge zu maus gefunden, aber emacs und er beherrschen den Stil aber leider auch nicht. (Nebenbei bemerkt beherrscht er den emacs auch nicht, er hat mir bis heute nicht den dort implementierten französischen Revolutionskalender zeigen können nach nochmaliger Aufforderung hat er doch).

Von daher ohne Mausmode:

Man gehe zum Online-Angebot der örtlichen Sparkasse und lasse sich dort die Aktien des C-Dax sortiert nach aktuellem Kurs anzeigen. Die ganze erste Seite ist jetzt voll mit Aktien, die weniger als einen EUR kosten, man findet dort übrigens auch die in den letzten Spams beworbenen Unternehmen artstor, adoris und Gontard & Metallbank. Was man zusätzlich zu einem niedrigen Kurs noch braucht ist ein geringes Handelsvolumen, damit die nützlichen Idioten Empfänger des Börsenbriefs den Kurs auch schnell nach oben treiben können.

Unser Blick fällt auf eine Firma, die Möbel zwar im Namen stehen hat, die mit Möbeln aber nichts zu tun hat. Es handelt sich um eine Beteiligungsgesellschaft, die sich den Börsenmantel der Möbelfirma nach deren Insolvenz gekauft hat. Den Namen der Aktie verschweige ich jetzt, ich habe noch keine Aktien von denen gekauft, ausserdem will ich ja der Firma nicht schaden. Mit ein bisschen Suchen findet man es auch selbst raus.

Der Kurs der Aktie lag im letzten Jahr zwischen 3ct und 6ct, an der Börse werden durchschnittlich weniger als 100’000 Aktien pro Tag gehandelt.

Wir kaufen über einen Monat verteilt (um den Kurs nicht zu strapazieren) 2 Millionen Aktien und geben dafür 80’000 EUR aus. Weitere 5’000 EUR investieren wir in die Verteilung unseres Börsenbriefs, in dem wir ein bedeutendes Geschäft dieser Firma ankündigen und illusorische Kursziele vorgeben. Das Verteilen des Börsenbriefs überlassen wir Botnet-Betreibern, die regeln das günstig und lassen keinen Rückschluss auf uns als Urheber zu. Für 5000 EUR bekommt man ein paar Millionen Emails versendet, da wird der ein oder andere nützliche Idiot aufgeweckte Börsenspezialist dabeisein, der das Angebot gerne annimmt.
Gleichzeitig lassen wir die Aktie noch von von der BA zur Verfügung gestellten Mitarbeitern in diversen Foren loben. Das kostet nur ein wenig Infrastruktur und wenn man es als Qualifizierungsmassnahme im Bereich IT/Finanzen verkauft, bezahlt die örtliche Agentur für Arbeit auch noch was für den „Kurs“.
Nachdem wir unsere Emails verteilt haben, investieren wir nochmal 10’000 EUR in den massiven Aufkauf von Aktien um den Kurs am ersten Börsentag nach der Spam-Versendung ein wenig zu pushen. Zu den nützlichen Idioten gesellen sich jetzt all jene, die zwar wissen, dass das SPAM ist und böse, die aber trotzdem ein Geschäft wittern. Dazu kommen dann noch all jene, die keine Ahnung von der Börse haben, die aber sehen, dass ein empfohlenes Papier im Wert gestiegen ist, weiter steigt und trotzdem noch 80% vom erwähnten Kursziel entfernt ist.

Zusammen mit den niedrigen Handelsvolumina reicht das, um den Kurs von 3ct auf 20ct steigen zu lassen. Wir verkaufen unsere Aktien langsam wieder und erlösen bei vorsichtigem Verkauf ca. 420’000 EUR. Abzüglich der Einstandskosten in Höhe von 100’000 EUR verbleiben 320’000 EUR auf unserem Konto, die wir für weitere Investitionen nutzen können.

Wer das nicht glaubt, vor allem das mit den Idioten, die die Aktie kaufen oder den geschäfte-witternden Mitläufern, der schaue sich nur mal die Beiträge in verschiedenen Foren zum Thema artstor an.

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