Ein Elitenforscher beklagt

Das Einfrieren des BAföG, schlechte Berufschancen und Studiengebühren haben dafür gesorgt, dass weniger junge Menschen aus den unteren Gesellschaftsschichten technische Fächer studieren, so der Darmstädter Elitenforscher Michael Hartmann.

Seine Zahlen bezieht er aus einer Studie der FH Konstanz:

der Anteil der Studierenden der Ingenieurwissenschaften, bei denen kein Elternteil über einen Hochschulabschluss verfügt, [hat sich] zwischen 1995 und 2007 von 73 % auf 59 % verringert. Bei den Studierenden an den Universitäten sank diese Quote von 47 % auf 38 %.

In der Tat alarmierende Zahlen. Wenn man nicht gleichzeitig auch noch anschaut, wie sich denn die erreichten Bildungsabschlüsse der Eltern innerhalb dieser Zeit verändert haben. Während im Jahr 1975 gerade mal 117’300 Menschen einen (Fach-)hochschulabschluß gemacht haben, waren es 12 Jahre später schon 159’130. Mittlerweile sind wir bereits bei 265’700 Abschlüssen pro Jahr, die Zahl der Studenten, bei denen kein Elternteil über einen Hochschulabschluß verfügt, wird also weiter sinken.

Wenn man sich die Unattraktivität des Ingenieurseins in dieser Zeit anschaut (damals war doch der BWL-Yuppie oder der Barbour-Jacke tragende angehende Jurist der Traum aller angehenden Schwiegermütter, während man vom Ingenieur als Auslaufmodell sprach), dann ist es doch schön, wenn auch die Kinder der „Eliten“ dieses vermeintlich unattraktive Studium aufnehmen.

Ach so, ich war 1995 Ingenieurstudent und der höchste Bildungsabschluß meiner Eltern ist Volksschule (die 8 Jahre Schule hiessen in Ba-Wü damals so). Da ich das Studium erfolgreich abgeschlossen habe (mein ewiger Dank gilt immer noch Fessenbach), werden meine Kinder, so sie denn mal ein Ingenieursstudium ergreifen sollten, den Schnitt weiter senken. Aber ist das jetzt was schlimmes?

3 Gedanken zu „Ein Elitenforscher beklagt“

  1. Damit sie den Schnitt nicht weiter senken, sollen die Kinder halt was anderes studieren. Da die Kinder nach dem Abitur evtl. noch nicht volljährig sind, werde ich den Anmeldebogen an der Uni ausfüllen. 😉

  2. Nein, mein Sohn wird, sollte er das Gymi schaffen erst 17 sein. Wenn er der „allgemeinen“ Wehrpflicht nicht nachkommen will, werde ich ihn definitiv dabei unterstützen, dem deutschen Wehrerfassungswesen zu entgehen, was dann aber hoffentlich nicht mehr nötig sein wird.

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