Ich hasse Windows Vista

Zugegeben, dass ist im Jahr 2009 kein sehr innovativer Blog Beitrag, aber es musste einfach mal raus.

Wie kann es ein Hersteller schaffen, innerhalb von 5 Jahren alles schlechter zu machen, als es vorher war? Das fängt bei der Systemstabilität und den Treibern an, was man teilweise natürlich auch den Geräteherstellern ankreiden muss, geht über Sinnlos – Verbesserungen wie beispielsweise die alternative Ansicht zum Durchblättern von Programmen mit Windows + Tab bis hin zu Produktivitätsbremsen wie dem neuen Explorer und endet (leider noch lange nicht) bei dieser grauenhaften Implementierung der Benutzerkontensteuerung. Keine einzige Neuerung in Vista bietet wirklich mehr Komfort, von ein paar kleineren Dingen, wie der schnelle Zugriff auf Programme über die Windows Taste einmal abgesehen. Wehmütig denke ich da an meine Apple Jahre und Mac OS X zurück, wo jede neue Version von Apple mit nützlichen und schicken Features ausgestattet war, beispielsweise das von Microsoft schlecht kopierte Expose oder die Backupverwaltung. Fast alles war neu hinzukam brachte eine echte Verbesserung mit sich und funktionerte vor allem. Keine Treiber Getthos, keine tausend Reboots, ab und an Mal ein grössere Servicepack oder Sicherheitsupdate, das war es auch schon.

Mein aktueller Unmut kommt von einem frisch eingetroffenen Notebook von HP, welches erst einmal in mehreren Stunden und unzähligen Reboots auf den aktuellen Stand gebracht werden musste. Im Laufe der Installation der Updates verabschiedete sich dann ausgerechnet der Ethernet Port. Von außen war alles in Ordnung (keine Probleme im Geräte Manager, blinkende LED’s, andere Netzwerkkomponenten wie Kabel und Switch funktionstüchtig), nur leider brachte er beginnend beim DHCP keine Verbindungen mehr zu Stande. Unzählige Treiber Updates (Windows Vista, HP, Intel), Reboots und Flüche später funktionierte es dann wieder ohne erkennbaren Grund. Wenn Windows 7, welches sich schon in der Beta Version besser als Windows Vista anfühlt, nicht in Sichtweite wäre, würde ich postwendend zum Produktivitätskönig unter den Betriebssystemen, Windows XP, zurückkehren. Die Stunden, welche ich dank Software Unzulänglichkeiten in das ansonsten recht ansprechende Teil gesteckt habe, übertreffen bei direkter Verrechnung der Stundensätze den Materialwert bereits jetzt um Faktor 1.5. Oder mit anderen Worten: Vista fördert Unproduktivität.

Meine private Windows Vista Odyssee begann übrigens zwei Jahre früher, als mein DELL PC mit einem RAID Festplatten Verbund geliefert wurde, für welchen Intel so defekte Treiber bereitstellte, dass die Festplattenpartitionen innerhalb von ca. 30 Sekunden nach dem ersten Hochfahren korrupt war. Dell leugnete den Vorfall und lies mich unter telefonischer Anleitung eines Inders den halben PC zerlegen, nur um schlussendlich festzustellen, dass man doch keine Lösung anbieten kann. Intel selber brauchte exakt 6 Monate, um dieses „kleine“ Problem mit einem Update des Intel Matrix Storage Managers aus der Welt zu schaffen. Dieser war übrigens auch auf dem neuen Notebook installiert, lies sich aber auf Grund von „Unvorhergesehenen Inkompatiblitäten dankenswerter Weise erst gar nicht starten.

Sagte ich schon, dass ich Windows Vista hasse?

7 Gedanken zu „Ich hasse Windows Vista“

  1. Super, Du schreibst ja mehr als ich 🙂

    Ja, es gibt hier ein wackliges WLAN, das nur über WEP abgesichert war und wenn ich Niklas mit der Antenne aus dem Fenster hebe, habe ich fast einen stabilen connect.

    So, langsam geht der Akku zuende (sie haben auf dem Dachboden eindeutig zuwenig Steckdosen verlegt).

    Der Kommentar passt nicht wirklich hier rein, aber es ist ja mein blog, da kann ich mal ein Auge zudrücken.

  2. Nein, aber ich denke ernsthaft darüber nach 😉

    Für die paar Monate lohnt es sich nicht so richtig Windows XP nochmal drauf zu machen, ich hoffe stark auf Windows 7. Ich weiss auch nicht, ob ich nochmal HP kaufen würde, das Notebook selber ist sehr gut (also von der Hardware) und Lenovo ebenbürtig, aber die HP Tools sind ähnlich schlimme Flickschusterei wie das Zeug z.B. von Intel. Lenovo hat hier den grossen Vorteil, noch aus IBM Zeiten recht saubere und konsistente Programme deployen zu können.

    Ich wollte halt ein kleines mobiles Noteobok (12 oder 13 Zoll) mit dem man auch etwas Anfangen kann – dafür ist es wirklich sehr gut: 7 Stunden Laufzeit, 1,5kg, Centrino 2 Duo, UMTS, … Alleine das vorinstallierte System ist grauenhaft und irgendwie glaube ich nicht, dass da auf den Windows XP Recovery CD’s ein „blankes“ Windows drauf ist. (Die Vista Datenträger musste man sich selber brennen – auf 4 doppelseitige DVD’s!)

    Wenn es ein „Desktop“ Notebook werden soll, folge deinem Gefühl und nimm ein 15″ Macbook Pro, das ist wie der Himmel auf Erden gegen den aktuellen Vista Kram. Wenn ich etwas andere Anforderungen gehabt hätte, hätte ich auch eines geholt.

  3. Kleiner Nachtrag: Die Maschine läuft nun unter Windows XP, macht keine Zicken und damit auch keine Arbeit mehr.

    Hier noch meine liebste Anekdote mit dem Websupport von HP. (Websupport, das sind die, die nicht mittem im Satz den Hörer auflegen können, wenn Sie keine Lust mehr haben. Einen Tag vorher ist mir beim Telefon Support eben das passiert.)

    „If the issue persists, I would suggest you not to worry about this.“

    🙂

  4. Kann das im Großen und Ganzen unterschreiben.
    Mein Vista-Laptop (kostete die Hälfte eines MacBooks) läuft lange nicht so stabil wie das in die Jahre gekommene mit XP- an die Usability und Stabilität von Mac OS (X), zumindest ab Version 8.6 („classic“) bzw. 10.2.9 (inkl. Bluetooth-Treibern) wird m. E. M$ nie herankommen.
    Auf Macs sind im Regelfall Upgrades von Systemsoftware kein Problem, ein Traum für Anwender wie Servicetechniker, ein entspanntes Arbeiten für beide Seiten.
    Wg. mobilem Apple-Rechner- eigentlich reicht für die meisten ein MacBook, die Pro (wie früher die Powerbooks) sind häufig reine Statussymbole.

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