Koalitionsaussagen gelten bei anderen nichts,

die eigene Partei nimmt sie für sich selbst natürlich völlig ernst und diskutiert nicht darüber.

Die SPD hat rot-rot-grün für sich kategorisch ausgeschlossen, der FDP nimmt sie eine Absage an rot-gelb-grün nicht ab. Umgekehrt gilt das natürlich ebenfalls.

Die Grünen wollen kein schwarz-grün-gelb, trauen der FDP aber nicht zu, dass diese bei schwarz-gelb-grün ähnlich standhaft bleiben.

Eine grosse Koalition will ausser Herrn Steinbrück keiner und am Wahlabend wird dann vermutlich doch nichts anderes übrigbleiben, wenn alle mal so standhaft bleiben, wie sie es jetzt immer wieder betonen.

Wie die SPD aber jemals wieder einen Bundeskanzler stellen will, wenn die Linken weder „vernünftig“ werden, noch sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden, weiss vermutlich nur Herr Müntefering.

SPD und Linke erreichen an Stimmen zusammen ungefähr das, was die SPD früher alleine erzielt hat. Da auch die CDU/CSU schwächelt, erreichen beide „Lager“ jeweils etwas mehr als 1/3 der Wählerstimmen. Auf die Dauer werden wir uns an 3er-Koalitionen gewöhnen müssen (wenn ich Herrn Stegners Anspruch auf das Ministerpräsidentenamt in Schleswig-Holstein richtig interpretiere, wird dass dann die bundesweit erste 4-Parteien-Koalition aus SPD,Linke,Grüne,SSW).

3 Gedanken zu „Koalitionsaussagen gelten bei anderen nichts,“

  1. Es wird- man könnte sagen endlich- schwieriger Mehrheiten zusammen zu zimmern, richtig.
    Diese SPD wird in den nächsten Jahren auf einen WählerInnen- und Mitglieder-Torso auf Vor-Godesberg-Niveau zusammenschmelzen und sich dann besinnen oder wie in Sachsen- u. a.- ich weiß um unsere Wette mit BaWü 😉 – an die dritte oder vierte Stelle sinken.
    Die SPD war schon immer etwas schwerfällig.

  2. Die SPD war schon immer etwas schwerfällig.

    Das gilt vermutlich für alle großen Parteien. Irgendein Flügel, den man mit den Lösungsmöglichkeiten für neue Problemfelder vergrätzt, findet sich immer.
    CDU und SPD sind so „breit“ aufgestellt, dass sie teilweise vermutlich Teile ihres Personals tauschen könnten, ohne dass es jemandem auffallen würde. Seeheimer in die CDU, CDA’ler in die SPD. Dass es mit dem (noch recht einseitigen) Wechsel von SPD und Linken funktioniert, hat ja der (Ex-)Bundesvorsitzende der beiden Parteien gezeigt, aber auch viele „einfache“ Ortsverbandsmitglieder.

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