Landtagswahlen in Baden-Württemberg: Wahlergebnisse von 2006

Mit knapp 4 1/2-jähriger Verspätung hat das statistische Landesamt die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen in Form verschiedener csv-Dateien auf ihrem Server veröffentlicht.

http://www.statistik-bw.de/Wahlen/Landtagswahl_2006/download.asp

Sogar umgerechnet auf die neuen Wahlkreise (das waren meine Zahlen, die ich mühsam aus csv-Dateien und Tabellen zusammengeklaubt hatte, nicht).

Wer also ein bisschen mit den Zahlen jonglieren will (Abstand CDU-Kandidat zum Zweitplatzierten, wie verteilen sich die Sitze der Parteien auf die Regierungspräsidien), wer schauen will, ob sich durch die Wahlkreiseinteilung gross was ändert (z.B. eine Grünen-Hochburg ist weggefallen, dafür kam eine konservative Umlandgemeinde hinzu), wer die Auswirkung der Änderungen des Wahlrechts im eigenen Regierungspräsidium nachvollziehen will (statt der absoluten Zahl an Stimmen entscheidet ab nächstem Jahr der Prozentanteil), kann das jetzt mit geprüften Daten des statistischen Landesamtes tun.

Nein, ich bin nicht so vermessen zu glauben, meine Email oder diverse Blogbeiträge, in denen ich das Fehlen der Daten bemängelt habe (und in denen ich die nordrhein-westfälische Landeswahlleiterin ausdrücklich für ihre zeitnahe Zurverfügungstellung der Daten gelobt habe), hätten diese Veröffentlichung bewirkt. Mir reicht einfach, dass sie da sind.

Weitere Hintergründe zur Landtagswahl gibt’s in den statistischen Monatsheften vom Juli und August 2010.

Und nachdem ich für trockene Statistiken und Wahlprognosen maximal einen Kommentar bekomme, für Erzählungen über Steuerhinterziehungen aber 11 (verhält sich übrigens umgekehrt proportional zu den Google-Treffern, die auf meine Seite kommen), versuche ich beim nächsten Beitrag halbwegs originell zu sein und keine Zahlen zu verwenden.

8 Gedanken zu „Landtagswahlen in Baden-Württemberg: Wahlergebnisse von 2006“

  1. Das geht vermutlich gar nicht. In Stuttgart bspw. werden die Grünen vermutlich viel stärker zulegen als in Oberschwaben. Wie sich die Wähler in den jeweiligen „Promi-Wahlkreisen“ verhalten, ist auch völlig ungewiss.
    Ist für den Südbadner S21 ein Thema (weil er der Meinung ist, dadurch wird der Ausbau der Rheinschiene auf den St-Nimmerleinstag verschoben, oder weil er seiner Landesregierung den Rücken stärken möchte), wie ist das Wählerverhalten in den anderen Grossstädten des Landes (gibt ja auch noch Freiburg, Karlsruhe, Mannheim, …).
    Als Parteistratege würde mir momentan vermutlich schlecht werden. Es gibt keine Landesliste um das Führungspersonal sicher in den Landtag zu bringen, durch die Wahlrechtsreform und den Neuzuschnitt kommen vermutlich überproportional viele Polit-Neulinge in den Landtag (die Wahl-Kreise enscheiden da zumindest bei der FDP sehr souverän, ich gehe mal davon aus, dass das bei der SPD im grossen und Ganzen auch so ist [wenn man Nils Schmids Wahlkreiswechsel mal als lässliche Sünde unter den Teppich kehrt]) und welche Themen letzten Endes wahlentscheidend sind, weiss auch so recht niemand (dass mit S21 sieht in Umfragen zwar gut aus, allerdings wird die Wichtigkeit umgekehrt proportional zur Entfernung zu Stuttgart sinken).

  2. Die CDU hat reichlich ihrer Machtbasis an die Freien Wähler abgegeben. Das rächt sich nun. Die CDU Baden-Württemberg ist zwar noch hervorragend verankert, aber nicht mehr so breit wie noch vor 10 Jahren. Das ist ein Prozess, den viele noch nicht mitbekommen haben.

    Die Freien Wähler werden ja nicht antreten – eine Wahlempfehlung hingegen wäre ja nicht unmöglich.

  3. Die freien Wähler laufen zumindest bei uns als „die andere CDU“. Wir haben hier CDU-Bürgermeister, die bei den freien Wählern antreten und parteilose Bürgermeister, die bei den Kreistagswahlen bei der CDU auf dem Stimmzettel stehen. Das ganze deshalb, weil schon deren Vor- und Vorvorgänger als Bürgermeister des Ortes auf der jeweiligen Liste standen und man da die Balance nicht stören will.
    Einem (neuen) Bürgermeister der das Spielchen nicht mitmachen wollte hat man angedroht, dann kandidiere halt der sehr populäre Ex-Bürgermeister nochmal und dann würde es sehr schwer für ihn auf der anderen Liste. Hat er dann auch gleich eingesehen …

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