II. Akt, 3. Szene

Gestern hat mir ein Kollege seinen Latein-Kalender mit dem Tagesmotto „abi atque abstine manum“ gezeigt und mein erster Gedanke war „scheisse, was heißt das?“.

Glücklicherweise stand es drunter und er glaubt immer noch ich könnte Latein. Es ist ein Zitat von Plautus und bedeutet „Geh und nimm Deine Hand weg“.

Hat die olle Plautze vor 2200 Jahren also die gleichen Probleme gehabt wie ich vor 20, oder wie der Lateiner sagen würde „tempus fugit, amor manet und die Probleme damit auch“.

Der Lateiner würde natürlich auch die Ergänzung des Zitats „Die Zeit vergeht, die Liebe bleibt“ auf Latein können, aber hier im Haus hat sich keiner in der Lage gesehen, das zu übersetzen. Wozu lasse ich meinen Kindern überhaupt eine humanistische Bildung zukommen?

And now for something completely different

Ich wurde ein paar Mal darauf angesprochen, dass das was hier steht schon ziemlich schräg und oft ein wenig verstörend ist und ob das denn wirklich sein müsse. Auf meine Antwort, dass ich ja keinen zwinge es zu lesen, kam ein „trotzdem“.

Damit ich es nicht so oft erklären muss, möchte ich hier kurz die Ritter-Relevanz-Skala erläutern. Dann reicht als Antwort künftig „B und wenn Du Dich weiter so anstrengst A“ mit Verweis auf diesen Beitrag.

Vorausschicken möchte ich noch, dass nicht ich mein Umfeld einteile, sondern dass das mein Umfeld selbst erledigt. So wie ein Seismograph bei einem Erdbeben nur feststellt wie stark es gewackelt hat und das Erdbeben die eigentliche Arbeit macht, ist es auch mit der Ritter-Relevanz-Skala.

A – Die Kontraindikatoren

Eine kleine überschaubare Gruppe, deren Ratschlag etwas anders zu machen ich als Bestätigung dafür nehme, es richtig gemacht zu haben. Und mehr gibt’s zu dieser Gruppe eigentlich nicht zu sagen.

B – Die Leslie-Clio-Gruppe

„I couldn’t care less, that’s all I care about“.

In dieser Gruppe finden sich zum Beispiel Menschen, die mir ungefragt mitteilen, dass sie es ungewöhnlich (ja, die können kursiv sprechen) finden, dass ich Teilzeit arbeite, um mich mehr um die Erziehung meiner Kinder zu kümmern, schliesslich hätte ich ja auch noch eine Frau. Oder dass man mit 41 nicht mehr in eine Discothek geht, weil man dafür zu alt sei und die Jugend nun mal vorbei. Ich könnte sie auch die „Sack-Reis-Gruppe“ nennen, sie haben einen ähnlichen Einfluß auf mein Leben und meine Entscheidungen.

Manchmal höre ich mir gerne an, was andere anders machen würden, wenn sie ich wären. Allein, sie sind es nicht. Aber ist ja durchaus interessant zu erfahren wie mein Leben verlaufen wäre, hätte es ein anderer zu führen versucht.

C – Father and son

„If they were right, I’d agree. But it’s them they know, not me“. Mit diesen Menschen geht’s mir wie dem Sohn in obigem Lied mit seinem Vater. Vermutlich hat er ja recht und irgendwie wäre es ja sinnvoll es anders zu machen, aber Scheiss drauf, man lernt manchmal nur aus den Fehlern, die man selbst macht.

Hinterher holt man sich ein „ich hab’s Dir ja gleich gesagt“ ab und macht weiter.

D – Friends

„But at least I got my friends, Share a raincoat in the wind, They got my back until the end“

E – Die Borg

Hier gilt das Borg-Motto „Widerstand ist zwecklos“. Vorschläge setze ich immer ohne schuldhaftes Verzögern und komplett um. In dieser Gruppe residiert und zwar qua Amt nur eine Person: Meine Ehefrau.

 

 

 

 

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