34 – last resort

Wer mir Freitag nachmittags auf dem Heimweg begegnet, kann mich das manchmal singen hören. Laut und falsch1, aber inbrünstig.
Weil ich um meine eigenen Unzulänglichkeiten weiß, mittlerweile aber zumindest bezüglich dieser speziellen im Stadium der resignativen Akzeptanz angekommen bin, sind Besuche im Autohaus mit mir auch immer ein klein wenig verstörend, weil meine Entscheidungskriterien, wann ein Auto in Frage kommt, nicht dem gängigen Bild entsprechen, das Autoverkäufer vermutlich haben.

Während andere zu besonderen Alu-Felgen, getönten Scheiben, einer anderen Farbe oder der Kofferraumgröße Fragen haben, ist für mich ein Kaufkriterium, ob ich mich noch singen höre, wenn das Radio voll aufgedreht ist. Und weil ich Aussagen nicht blind vertraue, probiere ich das auch aus.

Und dann kann man Autoverkäufer beim Denken beobachten:

„Darf der überhaupt ein Auto kaufen, oder taucht morgen sein gerichtlich bestellter Betreuer auf und macht den Kauf rückgängig?“

„Scheisse ist das laut“

„Vielleicht hätten wir das Auto in die Werkstatt stellen sollen, bevor er das ausprobiert“

„Vielleicht hätten wir das Auto vom Gelände fahren sollen, bevor er das ausprobiert“

„Der hört jetzt nicht wirklich noch ein zweites Lied“

„Ich hätte was gescheites lernen sollen, irgendwas mit Holz“

Natürlich könnte man Boxen und Verstärker auch einfach nachträglich einbauen, aber dafür bekomme ich von meiner standesamtlich bestellten Betreuerin keine Genehmigung, weil das unnötiger Schnickschnack ist. Dabei ist es wirklich extrem entspannend, also das laut mitsingen.

  1. Falsch dergestalt, dass ich fast keinen einzigen Ton treffe. Na gut, das fast kann man eigentlich streichen []

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