Namibia 2017 – Fragen über Fragen

Anlässlich des Namibia-Urlaubs bekomme ich relativ viele Fragen gestellt (und wer mich kennt und weiß, wie gerne ich mich reden höre, könnte vermuten, dass ich nur deshalb dort war). Bei vielen Fragen kann ich eigentlich nur mit der Juristen-Standardantwort „es kommt darauf an“ antworten. Aber dann wäre ich ja viel zu schnell fertig (siehe Klammer oben). Eine sehr häufig gestellte Frage ist, was man in Namibia denn gesehen haben muss.

Da kann ich nur sehr subjektive Antworten geben, die über das bereits erwähnte „es kommt darauf an“ hinausgehen. Aber es kommt halt wirklich darauf an:

Wo liegen meine Interessen?
Wieviel Zeit habe ich zur Verfügung?
Was darf der Urlaub kosten?
Wie gerne fahre ich Auto?

Namibia ist ein ziemlich großes Land, fast zweieinhalb mal so groß wie Deutschland mit einem Strassennetz, das zu über 80% aus ungeteerten Strassen ganz unterschiedlicher Qualität besteht. Dummerweise liegen die (vermeintlichen) Attraktionen dann auch noch in allen Ecken, vom Fish-River-Canyon im Süden bis zu den Epupa-Wasserfällen im Norden und von Swakopmund im Westen bis zum Sambesi im Osten, von dem es nicht mehr weit zu den Victoria-Wasserfällen ist (wenn man schon mal da ist). Man braucht also nicht nur Zeit bei den Sehenswürdigkeiten selbst, sondern auch Zeit für die Strecken dazwischen. Dieses Problem lässt sich auf 3 Arten entschärfen:

Zeit

Die einfachste Lösung ist Zeit. Man bleibt einfach länger. Wir waren 23 Tage im Land, sind in der Zeit 4’324 Kilometer gefahren und hatten nicht das Gefühl, die ganze Zeit im Auto zu sitzen. Da unser Autovermieter ein Tempo-Limit von 80 km/h auf ungeteerten Strassen (gravel roads) hatte, das wir nur in den seltensten Fällen ausgeschöpft haben, saßen wir das aber vermutlich doch. Weil die Landschaft aber wirklich immer faszinierend war, ist uns das nicht so aufgefallen, aber von uns hat auch keiner eine richtige Aversion gegen Autofahren. Andere können das durchaus anders sehen.

Geld

Die zweite Möglichkeit, die Zeit zwischen zwei Sehenswürdigkeiten einzudampfen, ist der Wechsel des Fortbewegungsmittels. Relativ viele Farmen, lodges und Campsites haben kleine Landeplätze, es gibt einige Anbieter, die sogenannte fly-in-Safaris im Angebot haben und bei denen die benötigte Zeit zwischen zwei Zielen auf ein Mindestmaß zusammenschrumpft.
Das kostet allerdings und wer nicht unbedingt 3’000€ pro Person und Woche ausgeben will und sich auch beim Gepäck nicht komplett zurückhält (ich hätte neben meiner Fotoausrüstung noch einen Satz Unterwäsche und ein Wechsel-T-Shirt mitnehmen können), wird vermutlich nicht auf die Option zurückgreifen wollen.

Fokussierung

Man muss ja im Urlaub nicht unbedingt das komplette Land kennenlernen. Die Flugzeit Frankfurt-Windhoek liegt mit ungefähr 10 Stunden auf Karibik-Niveau und die Preise halten sich für preisbewusste Frühbucher mit ca 600€ pro Person für Hin- und Rückflug auch in Grenzen. Da Namibia in der gleichen Zeitzone liegt wie Deutschland, muss man sich auch nicht mit Jetlag oder ähnlichem rumschlagen. Man kann sich das Land also auch auf zwei- oder dreimal aufteilen.

Wir haben uns für eine Mischung aus Zeit und Fokussierung entschieden und Dinge wie die Epupa-Fälle im Norden und die Sambesi-Region im Osten ausgelassen. So aus dem Bauch heraus und aufgrund des nur einmaligen Besuchs in Namibia ziemlich subjektiv würde ich den Süden des Landes für Leute empfehlen, die Landschaft spannend finden und den Norden mit dem Etosha-Nationalpark für Menschen, die Tiere beobachten wollen. Man sieht natürlich auch im Süden Tiere und es gibt auch im Norden Landschaft, weil die Tiere ja irgendwo stehen müssen. Aber die geballte Ladung von dem Einen oder dem Anderen gibt es schon oben bzw. unten.

Und damit ich hier nicht nur rumlabere, sondern man auch was anschauen kann, gibt es jetzt zwei Fotogalerien:

Süden/Landschaft

Norden/Tiere

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