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	<title>... und alle Fragen offen? &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Kurioses und Alltägliches</description>
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		<title>Qui nimium probat, nihil probat</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 13:56:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[bundespräsident]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Weihnachtsfrieden1  ist vorbei, das Finanzamt verschickt wieder Mahnbescheide und ich darf wieder schreiben. In den letzten 3 Wochen durfte ich &#252;berall Stellungnahmen von Politikeren lesen, die darum baten, dass man das Amt des Bundespr&#228;sidenten nicht dadurch sch&#228;digen solle, in dem man &#252;ber den jetzigen Amtsinhaber berichtet. Meines Erachtens kann man dadurch das Amt des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Weihnachtsfrieden<sup><a href="http://blog.markus-ritter.de/2012/01/02/qui-nimium-probat-nihil-probat/#footnote_0_2476" id="identifier_0_2476" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wikipedia-Artikel">1</a></sup>  ist vorbei, das Finanzamt verschickt wieder Mahnbescheide und ich darf wieder schreiben.</p>
<p>In den letzten 3 Wochen durfte ich &#252;berall Stellungnahmen von Politikeren lesen, die darum baten, dass man das Amt des Bundespr&#228;sidenten nicht dadurch sch&#228;digen solle, in dem man &#252;ber den jetzigen Amtsinhaber berichtet.</p>
<p>Meines Erachtens kann man dadurch das Amt des Bundespr&#228;sidenten nicht sch&#228;digen. Das kann man viel eher, in dem man</p>
<ul>
<li>einen Bundespr&#228;sidentenkandidaten in einer kleinen geheimen Runde auskungelt und dann die Abgeordneten der eigenen Fraktionen inklusive der Wahlm&#228;nner und -frauen der Bundesversammlung einnordet, diesen Kandidaten zu w&#228;hlen und sonst keinen. Dadurch konterkariert man die Unabh&#228;ngigkeit der Bundesversammlung und macht das Amt des Bundespr&#228;sidenten zu einer blossen Verf&#252;gungsmasse der Bundesregierung.</li>
<li>einen Menschen zum Bundespr&#228;sidenten vorschl&#228;gt und damit weglobt, der einem in der Zukunft noch als Kromprinz in der eigenen Partei gef&#228;hrlich werden k&#246;nnte.</li>
<li>die Pr&#252;fungspflicht des Bundespr&#228;sideten nach Artikel 82 Grundgesetz negiert und zu unterzeichnende Gesetzesvorlagen an den Flughafen bringt, damit der Bundespr&#228;sident sie nach einer Auslandsreise gleich unterzeichnen kann.</li>
</ul>
<p>Aber ich bin ja nur ein kleiner B&#252;rger, was weiss ich schon von der grossen Politik. Deswegen zur&#252;ck zu Herrn Wulff, bzw. zu einer anderen Betrachtungsweise seiner Handlungen.</p>
<p>Man stelle sich vor, es w&#228;re nicht der amtierende Ministerpr&#228;sident gewes<a href="http://blog.markus-ritter.de/wp-content/uploads/bellevue.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2477" title="bellevue" src="http://blog.markus-ritter.de/wp-content/uploads/bellevue.jpg" alt="" width="250" height="208" /></a>en, der von einem &#8220;Freund&#8221;<sup><a href="http://blog.markus-ritter.de/2012/01/02/qui-nimium-probat-nihil-probat/#footnote_1_2476" id="identifier_1_2476" class="footnote-link footnote-identifier-link" title=" ich pers&amp;#246;nlich finde ja, dass die Herren Maschmeyer, Wulff, Schr&amp;#246;der und wie sie alle heissen das Wort Freund in den Dreck ziehen und besch&amp;#228;digen, denn mit echter Freundschaft&nbsp; hat das Handeln dieser Menschen in aller Regel sehr wenig zu tun ">2</a></sup> bzw. dessen Frau einen Bundesbankscheck &#252;ber 500&#8217;000 € bekommen h&#228;tte, sondern der Regierungsdirektor, der die Reisen des Ministerpr&#228;sidenten plant. H&#228;tte man da auch von keinem Zusammenhang gesprochen, wenn der Darlehengeber (bzw. ihr Ehemann)  bei drei Auslandsreisen des Ministerpr&#228;sidenten in den Wirtschaftsdelegationen gesessen h&#228;tte, zumal wenn dieser zu diesem Zeitpunkt bereits gar kein Unternehmer mehr war und seinen Lebenmittelpunkt in die Schweiz verlagert hatte?</p>
<p>Man stelle sich vor, es w&#228;re nicht der VW-Aufsichtsrat Wulff gewesen, der von der BW-Bank ein sehr gutes Kreditangebot bekommen h&#228;tte, sondern zum Beispiel ein Aufsichtsrat der Arbeitnehmerseite. H&#228;tte man da auch von keinem Zusammenhang gesprochen, wenn kurz vorher der VW-Aufsichtsrat Porsche und damit auch den Kreditgebern &#8211; unter anderem der BW-Bank &#8211; sprichw&#246;rtlich den Arsch gerettet h&#228;tte?</p>
<p>Man stelle sich vor, es w&#228;re nicht das Bundesratsmitglied Wulff gewesen, das bei Profiteuren der Privatisierung der Altersvorsorge mehrfach kostenlos Urlaub gemacht hat, sondern irgendein Ministerialdirigent bei der BaFin. W&#252;rde man dann auch keinen Zusammenhang vermuten?</p>
<p>Wenn sich Herr Wulff nicht bei Aff&#228;ren und Aff&#228;rchen seiner Amtsvorg&#228;nger (Schr&#246;der, Glogowski, Rau) nicht immer als moralischen Fels in der Brandung hingestellt h&#228;tte, der sogar physisch darunter litt, ob der Fehler von Herrn Rau, dann f&#228;nde ich das Ganze vermutlich eher nicht berichtenswert. Aber die Inbrunst, mit der Herr Wulff bis November f&#252;r die moralische Integrit&#228;t der Politikerkaste gek&#228;mpft hat, wirkt im Nachhinein irgendwie ein bisschen verlogen.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2476" class="footnote"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsfrieden_%28%C3%96ffentlicher_Dienst%29" target="_blank">Wikipedia-Artikel</a></li><li id="footnote_1_2476" class="footnote"> ich pers&#246;nlich finde ja, dass die Herren Maschmeyer, Wulff, Schr&#246;der und wie sie alle heissen das Wort <strong>Freund</strong> in den Dreck ziehen und besch&#228;digen, denn mit echter Freundschaft  hat das Handeln dieser Menschen in aller Regel sehr wenig zu tun </li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Klientelpolitik</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2011/12/18/klientelpolitik/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 11:34:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[gleichstellung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Berliner Erkl&#228;rung, in der verschiedene Damen und Herren in einem ersten Schritt f&#252;r eine Quote bei den Aufsichtsr&#228;ten der b&#246;rsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und &#246;ffentlichen Unternehmen ein[treten], die zun&#228;chst mindestens 30 Prozent betragen soll k&#246;nnte mir eigentlich v&#246;llig egal sein. Ich habe weder eine reelle Aussicht, je einen Job als Aufsichtsratsmitglied zu ergattern, noch glaube ich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die<a href="http://www.berlinererklaerung.de/" target="_blank"> Berliner Erkl&#228;rung</a>, in der verschiedene Damen und Herren</p>
<blockquote><p>in einem ersten Schritt f&#252;r eine Quote bei den Aufsichtsr&#228;ten der b&#246;rsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und &#246;ffentlichen Unternehmen ein[treten], die zun&#228;chst mindestens 30 Prozent betragen soll</p></blockquote>
<p>k&#246;nnte mir eigentlich v&#246;llig egal sein. Ich habe weder eine reelle Aussicht, je einen Job als Aufsichtsratsmitglied zu ergattern, noch glaube ich, dass sich Frauen in Aufsichtsr&#228;ten grunds&#228;tzlich von M&#228;nnern in Aufsichtsr&#228;ten unterscheiden.</p>
<p>Ein wie auch immer geartetes Zusammengeh&#246;rigkeitsgef&#252;hl mit meinen Geschlechtsgenossen, von denen dann einige weniger einen Posten als Aufsichtsrat bekommen k&#246;nnten, habe ich auch nicht. Mit meinen Kolleginnen in der Abteilung verbindet mich viel mehr als mit meinem Vorstand, der sich vermutlich eher weniger Gedanken um bezahlbare und verl&#228;ssliche Kinderbetreuung, steigende Sozialabgaben und realen Lohnverlust macht, als wir.</p>
<p>Nichtsdestoweniger m&#246;chte ich ein paar Anmerkungen machen.</p>
<p>Das ist Klientelpolitik in Reinform. Es geht nicht um die 17 Millionen Frauen, die einer Erwerbst&#228;tigkeit nachgehen, es geht hier um vielleicht 500 bis 1&#8217;000 Frauen, die in der Karriereleiter sowieso schon viel h&#246;her gestiegen sind, als alle ihre Geschlechtsgenossinnen und 99,6% aller M&#228;nner.</p>
<p>Es geht nicht darum, dass man f&#252;r die Millionen Elternteile etwas tut, um Familie und Beruf besser in Einklang bringen zu k&#246;nnen, es geht darum, dass gutvernetzte Frauen auch ein St&#252;ckchen vom Kuchen m&#246;chten und am Ende der politischen Karriere ein sch&#246;nes Versorgungsp&#246;stchen.  Es geht den Unterzeichnerinnen der Berliner Erkl&#228;rung n&#228;mlich um Aufsichtsratsposten, nicht um Vorst&#228;nde. Und wer w&#228;re f&#252;r einen Aufsichtsratsposten besser geeignet als eine Politikerin, deren Partei gerade mal eine parlamentarische Auszeit nimmt oder die in der innerparteilichen Gunst gerade nicht hoch genug steht um f&#252;r einen Partei- bzw. Staatsposten in Frage zu kommen.</p>
<p>Aber vermutlich ist das in Ordnung, weil es nicht um b&#246;se Besserverdienende<sup><a href="http://blog.markus-ritter.de/2011/12/18/klientelpolitik/#footnote_0_2443" id="identifier_0_2443" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="obwohl die daf&amp;#252;r in Frage kommenden Frauen alle besserverdienend sind">1</a></sup> oder Hoteliers geht, sondern um vom Leben und der Gesellschaft ganz doll benachteiligte Frauen, die man zwar eher in der Reinigungsbranche und beim Friseur trifft als in Vorstandsetagen und den Etagen direkt darunter, aber das ist nur eine l&#228;ssliche Kleinigkeit, die man f&#252;rs Grosse Ganze bereit ist zu &#252;bersehen.</p>
<p>Die <a href="http://www.deutsche-bank.de/ir/de/content/aufsichtsrat.htm" target="_blank">Deutsche Bank</a> hat &#252;brigens momentan im Aufsichtsrat eine Frauenquote von &#252;ber 40%, <a href="http://www.tui-group.com/de/ir/corporate_governance/management/aufsichtsrat" target="_blank">TUI</a> von 19% und <a href="http://www.bmwgroup.com/bmwgroup_prod/d/0_0_www_bmwgroup_com/investor_relations/fakten_zum_unternehmen/aufsichtsrat.html" target="_blank">BMW</a> und <a href="http://investor-relations.lufthansa.com/de/corporate-governance/aufsichtsrat.html" target="_blank">Lufthansa</a> von 15%.</p>
<p>Wenn man sich das <a href="http://dejure.org/gesetze/AktG/101.html" target="_blank">Aktiengesetz</a> und das <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/mitbestg/BJNR011530976.html#BJNR011530976BJNG000400319" target="_blank">Mitbestimmungsgesetz</a> anschaut, dann werden Aufsichtsratsmitglieder gew&#228;hlt und nicht von irgendjemand bestimmt. Diese Wahl wird eingeschr&#228;nkt, wenn mindestens 30% der Mitglieder eines Aufsichtsrats zwei X-Chromosomen haben m&#252;ssen. Ich bin gespannt, wie die L&#246;sung dazu aussehen soll.</p>
<p>Sei&#8217;s drum. Ich bastel jetzt auch an einer Erkl&#228;rung</p>
<h3 style="text-align: center;">Sattelbacher Erkl&#228;rung</h3>
<h3 style="text-align: center;">Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Politik</h3>
<p>Obwohl wir &#252;ber 65% der  Wahlberechtigten stellen, liegt unser Anteil bei den Abgeordneten im Bundestag und den Landtagen unter 10%. Dementsprechend sieht dann die Politik aus, von der oft vorgegeben wird, sie sei f&#252;r uns.</p>
<p>Juristen, Beamte und Mitglieder des &#246;ffentlichen Dienstes, Verbandsfunktion&#228;re und eloquente, stromlinienf&#246;rmige Berufspolitiker, die direkt vom H&#246;rsaal in den Plenarsaal gewechselt haben, machen Gesetze, deren Auswirkungen sie nicht betreffen, weil sie in ihrem Leben noch keinen einzigen Tag sozialversicherungspflichtig t&#228;tig waren und Dinge wie betriebsbedingte K&#252;ndigung, Kurzarbeit oder Betriebsverlagerung nur aus Erz&#228;hlungen kennen.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2443" class="footnote">obwohl die daf&#252;r in Frage kommenden Frauen alle besserverdienend sind</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>wenn Arbeitnehmer acht Stunden am Tag arbeiten, sollen sie davon leben k&#246;nnen</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2011/10/31/wenn-arbeitnehmer-acht-stunden-am-tag-arbeiten-sollen-sie-davon-leben-konnen/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 09:29:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mindestlohn]]></category>

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		<description><![CDATA[Das klingt erst einmal so richtig, dass man automatisch in die Defensive geht, wenn man Widerworte gibt. Ich will es trotzdem versuchen. F&#252;r T&#228;tigkeiten, die momentan unter einem (wie auch immer gearteten) Mindestlohn liegen, gibt es nach Einf&#252;hrung des selben 3 M&#246;glichkeiten: Die Arbeitgeber zahlen die h&#246;heren L&#246;hne aus ihrer Gewinnmarge, die Preise bleiben gleich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das klingt erst einmal so richtig, dass man automatisch in die Defensive geht, wenn man Widerworte gibt. Ich will es trotzdem versuchen.</p>
<p>F&#252;r T&#228;tigkeiten, die momentan unter einem (wie auch immer gearteten) Mindestlohn liegen, gibt es nach Einf&#252;hrung des selben 3 M&#246;glichkeiten:</p>
<ol>
<li>Die Arbeitgeber zahlen die h&#246;heren L&#246;hne aus ihrer Gewinnmarge, die Preise bleiben gleich</li>
<li>Die Preise f&#252;r verschiedene T&#228;tigkeiten steigen</li>
<li>Die T&#228;tigkeiten werden regul&#228;r nicht mehr angeboten und verschwinden in die Schattenwirtschaft</li>
</ol>
<p>Artikelrecycling vom Februar 2010:</p>
<p><strong>Mindestlohn von der anderen Seite</strong></p>
<p>Nehmen wir mal an, ich wollte mich mit einer Agentur f&#252;r haushaltsnahe Dienstleistungen selbst&#228;ndig machen. In einer alternden Gesellschaft scheint das ein Boom-Markt zu sein. Den Bedarf sch&#228;tze ich auf mindestens 10 Vollzeitkr&#228;fte ein.</p>
<p>Meinen Mitarbeitern zahle ich den (geforderten) gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 EUR/h.</p>
<p>Was muss ich jetzt den Auftraggebern verrechnen, also der Oma, die f&#252;r 2 Stunden pro Woche eine Haushaltshilfe braucht, oder dem Ehepaar, das f&#252;r einen Kinobesuch einen Babysitter ben&#246;tigt?</p>
<p>Ein Stundenlohn von 7,50 EUR ergibt einen Monatslohn von 1&#8217;260 EUR und einen Jahresarbeitslohn von 15&#8217;120 EUR. Dazu kommen noch die Arbeitgeberanteile in den Sozialversicherungen und der Berufsgenossenschaft, und ich bin bei 18&#8217;200 EUR.</p>
<p>F&#252;r Planung, Telefondienst, Aquise, Abrechnungen etc. rechne ich einen 11. Mitarbeiter ein, der ebenfalls den Mindestlohn bekommt. Da ich diesen Mitarbeiter nirgendwo abrechnen kann, schlage ich ihn anteilsm&#228;ssig auf die &#252;brigen Mitarbeiter drauf (ich will ja nachher wissen, zum welchem Preis ich die Dienstleistung anbieten kann). Dann bin ich bei 20&#8217;020 EUR.</p>
<p>Ein B&#252;ro f&#252;r den Mitarbeiter, der sich um die Administration k&#252;mmert, w&#228;re nicht schlecht. Ich kann ja weder verlangen, dass er das von zuhause aus macht, noch m&#246;chte ich die betreffende Person auf Dauer in meinem Wohnzimmer sitzen haben. Niedrig gesch&#228;tzt sind das ca. 700 EUR pro Monat inkl. Strom und Telefon. Sonstige Verbrauchskosten (Papier, Toner, Ordner etc.) rechne ich mit 100 EUR ein. Die B&#252;roausstattung lease ich (der Einfachheit halbe, damit ich jetzt nicht auch noch mit Abschreibungen, Zinsen etc. rechnen muss) f&#252;r 200 EUR pro Monat. Die m&#252;ssen auch erwirtschaftet werden. Pro Person, die ich einem Kunden verrechnen kann, sind wir dann bei 1&#8217;200 EUR pro Jahr.</p>
<p>Werbung sollte ich vielleicht auch machen, damit die Leute auch wissen, was ich anbiete. Amtsbl&#228;ttle (ja, die werden bei uns in Oberschwaben noch gelesen), Visitenkarten f&#252;r den Stand im Einkaufszentrum, Flyer. Vorsichtig gesch&#228;tzt bin ich dann bei ca. 6&#8217;000 EUR pro Jahr (500 EUR pro Monat hat man schneller weg, als man denkt). Das macht dann pro verrechenbarem Mitarbeiter 600 EUR.</p>
<p>Jetzt bin ich bei 21&#8217;820 EUR, die ein Mitarbeiter erwirtschaften muss. Da habe ich selbst noch keinen Cent verdient, habe keine R&#252;cklagen gebildet, und noch keine grossen Anschaffungen get&#228;tigt (zum Beispiel Firmenwagen, damit die Haushaltshilfe nicht mit dem Privat-PKW von Auftraggeber zu Auftraggeber fahren muss).</p>
<p>Fast h&#228;tte ich noch Herrn Sch&#228;uble vergessen, ich biete ja f&#252;r nicht vorsteuerabzugsberechtigten Endkunden an. Herr Sch&#228;uble will 4&#8217;146 EUR von mir haben.</p>
<p>Das bedeutet, dass ich dem Kunden pro Haushaltshilfe und Jahr 26&#8217;000 EUR in Rechnung stellen muss.</p>
<p>Bei gesch&#228;tzten 1&#8217;700 Arbeitsstunden (365 Tage minus 104 Tage Wochenende minus 25 Tage Urlaub minus 7 Feiertage, die nicht auf ein Wochenende fallen minus 10 Krankheitstage) bin ich dann bei 15,30 EUR/h.</p>
<p>Wie begehrt ich bei Eltern bin, die dem Babysitter f&#252;r ihren Kinobesuch 70 EUR bezahlen m&#252;ssen, oder bei der r&#252;stigen Rentnerin, die beim Fensterputzen etc. ein bisschen Hilfe braucht und die f&#252;r die 2 Stunden pro Woche am Ende des Monats inkl. Fahrzeit (laut BAG sind Fahrzeiten im Pflegedienst Arbeitszeit) 180 EUR von ihrer sp&#228;rlichen Rente &#252;berweisen soll, weiss ich auch noch nicht. Aber angeblich sind ja alle f&#252;r den Mindestlohn, dann sollten sie auch bereit sein, ihn selbst zu bezahlen.</p>
<p>In dieser Aufstellung fehlen viele Dinge, die typischerweise auch noch anfallen. Alles eingenommene Geld wird entweder an die Angestellten, das Finanzamt, die Sozialversicherungen oder f&#252;r notwendige Sachausstattung ausgegeben. Kein fetter, fauler Kapitalist stopft sich die Taschen voll.</p>
<p><strong>Seitenwechsel</strong></p>
<p>Wir schauen, was beim Angestellten &#252;brig bleibt. Aus 1&#8217;260 EUR Bruttolohn werden 947 EUR Nettolohn. Von den 26&#8217;000 EUR, die ich dem Kunden in Rechnung stellen muss, bleiben dem, der die eigentliche Arbeit erledigt gerade mal 11&#8217;364 EUR, ca. 43,7%.</p>
<p><strong>Ich habe gelernt, man soll L&#246;sungen anbieten<br />
</strong></p>
<p>Meines Erachtens kommt in der Diskussion um den Mindestlohn ein Punkt viel zu kurz: Was wird von dem Geld, das ein Arbeitnehmer erwirtschaftet hat, alles abgezogen, bevor es als Nettolohn in seiner Tasche landet.</p>
<p>Dieser Batzen ist meines Erachtens zu hoch. Gerade im personalintensiven Bereich wird zu viel weggesteuert, ohne das ein konkreter Nutzen f&#252;r den Arbeitnehmer bleibt (was dann eine Rolle spielt, wenn es sich &#252;berlegt, k&#252;nftig auf Rechnungen zu verzichten.)</p>
<ul>
<li>Mit den 3&#8217;009 EUR j&#228;hrliche Zahlung in die gesetzliche Rentenversicherung, erreicht der Arbeitnehmer nicht einmal Grundsicherungsniveau.</li>
<li>Mit den 420 EUR j&#228;hrliche Zahlung an die gesetzliche Arbeitslosenversicherung kommt der Arbeitnehmer im Falle der Arbeitslosigkeit nicht &#252;ber ALG-II-Niveau.</li>
<li>Zu den 2&#8217;256 EUR j&#228;hrliche Zahlung an die gesetzliche Krankenversicherung kommen noch Praxisgeb&#252;hr, Medikamentenzuzahlungen und bis zu 151 EUR Zusatzbeitrag.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Oh Herr Br&#252;derle</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2011/10/24/oh-herr-bruderle/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 15:03:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[soli]]></category>
		<category><![CDATA[steuerreform]]></category>

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		<description><![CDATA[FDP-Fraktionschef Rainer Br&#252;derle hat &#196;u&#223;erungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&#228;uble (CDU) zur Absenkung des Solidarit&#228;tszuschlags begr&#252;&#223;t. „Ob die Entlastung &#252;ber die kalte Progression oder den Soli erfolgt, ist f&#252;r die Menschen nicht entscheidend“, sagte Br&#252;derle dem Handelsblatt. Doch, das ist dann ein entscheidender Unterschied Herr Br&#252;derle, wenn es darum gehen soll, vorrangig kleine und mittlere Einkommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>
FDP-Fraktionschef Rainer Br&#252;derle hat &#196;u&#223;erungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&#228;uble (CDU) zur Absenkung des Solidarit&#228;tszuschlags begr&#252;&#223;t. „Ob die Entlastung &#252;ber die kalte Progression oder den Soli erfolgt, ist f&#252;r die Menschen nicht entscheidend“, sagte Br&#252;derle dem Handelsblatt.
</p></blockquote>
<p>Doch, das ist dann ein entscheidender Unterschied Herr Br&#252;derle, wenn es darum gehen soll, vorrangig kleine und mittlere Einkommen zu entlasten.<br />
Eine 4-k&#246;pfige Familie zahlt momentan bis zu einem Einkommen von 47&#8217;200 €/Jahr &#252;berhaupt keinen Solidarit&#228;tszuschlag. </p>
<p>Bevor bei dieser Familie auch nur ein Cent Solidarit&#228;tszuschlag f&#228;llig wird, fallen 5&#8217;500 € Einkommensteuer und 9&#8217;500 € Arbeitnehmer-Anteil Sozialabgaben an.</p>
<p>Vielleicht lassen Sie sich aus aktuellem Anla&#223; mal das Prinzip des Kinderfreibetrags erkl&#228;ren. Alternativ k&#246;nnen Sie mir nat&#252;rlich auch Ihre Vorstellung von kleinen und mittleren Einkommen n&#228;her bringen. M&#246;glich, dass ich das bisher falsch verstanden habe.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Finde den Fehler</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2011/10/23/finde-den-fehler/</link>
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		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 20:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[euro]]></category>
		<category><![CDATA[wechselkurs]]></category>

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		<description><![CDATA[1981 musste man f&#252;r diesen Schein 2,16 DM (1,104 € ) bezahlen 1991 musste man f&#252;r diesen Schein 0,52 DM (0,266 € )bezahlen 2001 musste man f&#252;r diesen Schein 0,29 DM (0,147 € ) bezahlen 2011 musste man f&#252;r diesen Schein 0,29 DM (0,147 €) bezahlen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://blog.markus-ritter.de/wp-content/uploads/griechischedrachme.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2413" title="griechischedrachme" src="http://blog.markus-ritter.de/wp-content/uploads/griechischedrachme.jpg" alt="" width="750" height="327" /></a><br />
<span style="font-size: medium;">1981 musste man f&#252;r diesen Schein 2,16 DM (1,104 € ) bezahlen</span><br />
<span style="font-size: medium;"> 1991 musste man f&#252;r diesen Schein 0,52 DM (0,266 € )bezahlen</span><br />
<span style="font-size: medium;"> 2001 musste man f&#252;r diesen Schein 0,29 DM (0,147 € ) bezahlen</span><br />
<span style="font-size: medium;"> 2011 musste man f&#252;r diesen Schein 0,29 DM (0,147 €) bezahlen</span></p>
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
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