Archiv für die Kategorie „Informationstechnik“
Ob das ganze nur eine oberschwäbische Provinzposse, ein Sturm im Wasserglas, viel Lärm um nichts oder doch ein kleines Skandälchen ist, überlasse ich ganz dem geneigten Leser.
Ouvertüre:
In Ravensburg ist zur Zeit OB-Wahlkampf. Es treten insgesamt 7 Bewerber an, darunter 3, denen Erfolgsaussichten zugebilligt werden:
- Daniel Rapp (CDU), bisher Bürgermeister in Sigmaringen
- Brigitte Lösch (Grüne), bisher Landtagsabgeordnete in Stuttgart
- Oswald Metzger (
SPD,Grüne, CDU), Publizist
Die Wahl findet ihren Widerhall auch in den sozialen Plattformen wie twitter und facebook.
Akt I:
einem User fällt die Ähnlichkeit zwischen dem Logo einer Twitter-Userin und dem eines OB-Kandidaten auf http://twitpic.com/17q3md
Akt II:
Wehe wenn sie losgelassen. Auf twitter tummeln sich sehr viele Menschen, die sich als IT-affin bezeichnen würden und in vielen von uns schlummert ein kleiner Bob Woodward
und so begann die Recherche.
[Update]
um mich nicht mit fremden Federn zu schmücken:
Gesucht und gefunden haben
[/Update]
Akt III:
Daniel Rapp hat eine homepage für seinen Wahlkampf eingerichtet, bzw. einrichten lassen. Die Domain ist nicht auf ihn registriert sondern auf den Geschäftsführer einer Ravensburger Werbeagentur. Ebenfalls Geschäftsführerin dieser Werbeagentur ist eine Frau, deren Name erstaunlich gut zu dem twitter-Account passt, der im bisherigen Wahlkampf vor allem durch Metzger-Bashing und Rapp-Lob-tweets aufgefallen ist.
Manche Äusserungen sind, von einer Privatperson gemacht, (für mich) gerade noch akzeptabel. Wenn sie vom politischen Gegner kommen, ist das (für mich) nicht mehr der Fall:


Andere wirken eher unfreiwillig komisch:
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Ein paar tweets sind mittlerweile gelöscht, 31 um genau zu sein
Vorhang
der laute Krach, den man heute Morgen in Berlin vernommen hat, stammt nach Aussage von netzpolitik.org von der FDP, die (mal wieder) umgekippt ist.
In Brüssel hat sich Bundesinnenminister de Maiziere entgegen der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und FDP beim SWIFT-Abkommen enthalten (was keinerlei Auswirkung auf das Abkommen hat), statt dagegen zu stimmen (was das Abkommen verhindert hätte).
Ich würde mir ja wünschen, dass man die Liberalen nicht 4 Jahre am Nasenring durch die Bundesregierung schleift und vorführt, wie das die SPD 4 Jahre hat über sich ergehen lassen.
Aber vermutlich wünsche ich mir damit zu viel. Wo man doch jetzt endlich Aussenminister, (eigentlich abzuschaffender) 3. Staatssekretär oder (eigentlich abzuschaffender) Entwicklungshilfeminister ist.
Sollte sich der Bericht im Handelsblatt bewahrheiten, dass die Bundesregierung vor den USA eingeknickt ist und sich beim Geheimabkommen zum Bankdatenaustausch mit den USA nur enthalten will, schmeisst die Bundesregierung mal wieder alle Prinzipien über Bord, um den Leuten in Washington zu gefallen. Und zwar aus mehreren Gründen:
- Ab dem 1. Dezember steht dem Europaparlament aufgrund des Lissabon-Vertrags ein Mitspracherecht zu. Das Abkommen soll am 30. November noch vom bis dahin zuständigen EU-Ministerrat abgesegnet werden, weil sich im EU-Parlament zu viele gegen den Datenaustausch stellen. Alles lupenreine Europäer. Von Merkel über de Maiziere bis hin zu Herrn Westerwelle. Aber bitte doch nicht so. Kann sich noch jemand an die Schönwetterreden anlässlich der Abstimmung im Bundestag erinnern? Die betreffenden Damen und Herren anscheinend auch nicht.
- Das Vertragswerk ist nicht komplett öffentlich. Ich habe gedacht, das sei seit Rapallo und dem geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt in der deutschen Aussenpolitik nicht mehr üblich. Wer jetzt welche Daten bekommt und aus welchen Gründen, an wen er sie weiterleiten darf und was passiert, wenn man aufgrund von Verwechslungen, Übertragungsfehlern o. ä. in das Visier der USA gerät, bleibt im Dunkeln.
- Wie will man auf Augenhöhe mit den USA verhandeln, wenn man bei eigenen Forderungen immer gleich nachgibt und bei Forderungen der USA den Schwanz einzieht und kneift. Die Bundesregierung wird vom deutschen Volk gewählt (über den Umweg Bundestag), sie wird nicht von der US-Administration eingesetzt.
- Noch nie hat (meinem Empfinden nach) eine Koalitionspartei so schnell ihre Vorschusslorbeeren (in Form von Wählerstimmen) verspielt, wie die FDP nach dem 27. September.
Wer jetzt einwendet, dass sei ja alles halb so schlimm, es gehe doch nur um den internationalen Terrorismus, der darf mir seine IBAN-Nummer schicken, ich überweise dann aus der Schweiz ein wenig Geld mit dem richtigen Betreff und wir unterhalten uns weiter, wenn eine willfährige deutsche Exekutive die Konten gesperrt hat und man in kafkaesker Manier sein Leben entschwinden sieht.
Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. [..]
Was waren denn das für Menschen? Wovon sprachen sie? Welcher Behörde gehörten sie an? K. lebte doch in einem Rechtsstaat, überall herrschte Friede, alle Gesetze bestanden aufrecht, wer wagte ihn in seiner Wohnung zu überfallen? [..]
Wenn man sich anschaut, was nach dem 11. September 2001 alles passiert ist, dann kann man sich als naiver Mensch schon mal die Frage stellen, ob die CIA wirklich aufgehört hat, Bin Laden zu bezahlen.
Man sollte meinen, die Recht(ein)haber der Kreativindustrie (läuft Kreativindustrie eigentlich schon unter Oxymoron?) wollen, dass ihnen auch noch die letzten CD-Kunden abhanden kommen.
Anders kann ich mir einen Artikel bei telepolis nicht erklären.
Ein IronMaiden-Fan, der nach eigener Aussage vor 15 Jahren eine CD dieser Gruppe im elektronikmarkt gekauft hat und diese jetzt über ein Onlieverkaufsportal (ebay, hood und wie sie alle heissen) wieder verkaufen wollte, wurde abgemahnt, weil die CD damals anscheinend nicht vom Rechteinhaber lizensiert wurde.
Die ganze Problematik bzgl. der CD allgemein ist hier recht gut zusammengefasst.
Während ich bei Tauschbörsen noch halbwegs auf der Seite der Rechteinhaber stehe (halbwegs deshalb, weil mir die angewandten Methoden mehr als zweifelhaft erscheinen), fehlt mir für solche Aktionen jedes Verständnis. Das einzige, was man damit erreicht ist, dass noch mehr Menschen in die Illegalität abwandern, weil es da vielfach die Probleme nicht gibt, die es mit legal gekauften Sachen gibt.
- Amazon hat einem Kunden gekaufte Bücher auf seinem E-Reader Kindle gelöscht, weil das Benutzerkonto gesperrt wurde
- Sony packte auf viele seiner CD Rootkits, die zum Einfallstor für Schadsoftware auf dem eigenen PC werden können
- diverse kopiergeschützte CD laufen nicht auf dem eigenen PC oder im Autoradio
- bei Microsoft gekaufte Musik liess sich nicht mehr abspielen, weil der Lizenz-Server abgestellt wurde
- diverse Musikstücke lassen sich aufgrund des kopiergeschützten Formats nicht auf dem MP3-Player abspielen
- Kopiergeschützte DVD lassen sich nicht auf allen DVD-Playern abspielen
- Vor jedem Film gibt es einen teilweise minutenlangen Zwangsvorspann, der dem ehrlichen Kunden erklärt, wie böse doch Raubkopierer sind.
All diese Dinge sind keine inhärenten Eigenschaften einer CD, DVD, einem E-Book oder einer MP3-Datei. Die Kreativindustrie hat sie dazugepackt, um Rechtsverstösse zu verhindern und dabei völlig übersehen, dass diejenigen, die diese Rechtsverstösse begehen, ihnen immer einen Schritt voraus sind.
Wer sich aus illegalen Quellen versorgt (und ein wenig darauf achtet, was er tut) hat keine Probleme damit, dass die Musik nicht in der Stereoanlage, dem Autoradio, PC oder MP3-Player läuft, er hat bei DVDs keinen Zwangsvorspann, in dem ihm erklärt wird, dass die Kreativindustrie hart aber fair ist, ihm werden keine Daten gelöscht, nur weil ein Account gesperrt wurde. Kurzum, er hat all die Probleme nicht, die ehrliche Kunden aufgrund seiner illegalen Tätigkeit und der (Über-)Reaktion der Content-Industrie darauf haben.
Und da er kaum auf die Idee verfallen wird, seine illegal hergestellten Vervielfältigungen zu verkaufen, hat er auch nie Probleme damit, dass er beim Verkauf Post vom Anwalt bekommt.
Die Kreativindustrie erzielt mit ihrem Vorgehen keinen Rückgang der illegalen Verbreitung und vergrätzt noch den letzten ehrlichen Kunden, der eigentlich nichts anderes will als das, was ihm bis vor kurzem noch vom Gesetz erlaubt war: Musik da hören, wo er will.
soeben von Amazon bekommen:
Liebe Kundin, lieber Kunde!
Da Sie “Calvin und Hobbes, Bd.14, Die Phantastischen Zwei” von Bill Watterson [..] gekauft oder bewertet haben, freut es Sie sicher, dass “Johannes Calvin” am September 2009 erscheint. Bestellen Sie jetzt Ihr Exemplar vor!
Zwar ist auch Calvin von Calvin & Hobbes ein Philosoph, aber mit der Reformation in der Schweiz hat er doch eher wenig am Hut.

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