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	<title>... und alle Fragen offen? &#187; Wehrpflicht</title>
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	<description>Kurioses und Alltägliches</description>
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		<title>Welchen Stellenwert haben f&#252;r uns Kranke, Behinderte, Pflegebed&#252;rftige?</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 14:43:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>
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		<category><![CDATA[zivildienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man sich die aktuelle Diskussion um die Verk&#252;rzung der Wehrpflicht und damit einhergehend auch die K&#252;rzung des Zivildienstes durchliest, k&#246;nnte man meinen, wir st&#252;nden vor dem Ende der sozialen Dienste in Deutschland. Blind herausgegriffen: Mit der drohenden K&#252;rzung der Zivildienstzeit st&#252;nden dem Gesundheitswesen nach Einsch&#228;tzung des Roten Kreuzes dramatische Einbr&#252;che bevor. &#8220;Das ist eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man sich die aktuelle Diskussion um die Verk&#252;rzung der Wehrpflicht und damit einhergehend auch die K&#252;rzung des Zivildienstes durchliest, k&#246;nnte man meinen, wir st&#252;nden vor dem Ende der sozialen Dienste in Deutschland.</p>
<p>Blind herausgegriffen:</p>
<blockquote>
<p>Mit der drohenden K&#252;rzung der Zivildienstzeit st&#252;nden dem Gesundheitswesen nach Einsch&#228;tzung des Roten Kreuzes dramatische Einbr&#252;che bevor.</p>
<p>&#8220;Das ist eine dramatische Entwicklung&#8221;, sagt auch Pflegeexperte Werner Schell. Der Journalist und Buchautor aus Neuss war jahrelang Dozent im Fachbereich Gesundheitswesen und leitet heute den Selbsthilfeverband &#8220;Pro Pflege&#8221;. &#8220;Die Qualit&#228;t der Betreuung wird massiv darunter leiden.&#8221;</p>
<p>„F&#252;r Hilfe- und Pflegebed&#252;rftige ist das eine Katastrophe“, sagt Gabriele Thivissen vom Landesverband Nordrhein des Deutschen Roten Kreuz (DRK).</p>
</blockquote>
<p>Keiner, wirklich keiner geht davon aus, dass man wegfallende Zivildienststellen durch regul&#228;re Arbeitsverh&#228;ltnisse ersetzt, weil &#8220;daf&#252;r kein Geld da ist&#8221;.</p>
<p>Solange wir unsere Kranken, Behinderten und Pflegebed&#252;rftigen also durch (scheinbar) billige Zwangsverpflichtete versorgen k&#246;nnen (wobei ZDL-Stellen nur 1,8% der Stellen im Gesundheitswesen in Deutschland ausmachen), solange ist alles in Ordnung.</p>
<p>Aber wehe, wir m&#252;ssten den Menschen, die diese Arbeit verrichten, einen ad&#228;quaten Lohn zahlen. Dann schrauben wir lieber den Leistungsumfang nach unten, weil pl&#246;tzlich kein Geld da ist. Ich will jetzt gar nicht darauf hinweisen, wieviel Geld f&#252;r Banken zur Verf&#252;gung stand und steht oder wieviel Geld wir j&#228;hrlich in unsere Landwirtschaft pumpen.</p>
<p>Ich will auch nichts dar&#252;ber schreiben, dass sich ZDL als Arbeitnehmer anbieten, weil man da auch gleich immer mit dem Disziplinar- und Strafrecht winken kann, wenn mal der ein oder andere aufmucken will.</p>
<p>V&#246;llig unerw&#228;hnt m&#246;chte ich lassen, dass Zivildienstleistende nat&#252;rlich auch in gewinnorientierten Unternehmen eingesetzt werden, die sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil bzw. h&#246;here Dividenden f&#252;r die Aktion&#228;re verschaffen.</p>
<p>Eigentlich m&#246;chte ich nur sagen, dass ich nicht in einem Land leben m&#246;chte, in dem die Pflege von Menschen zu einer blossen Dienstleistung verkommt, die auf die Zwangszufuhr von j&#228;hrlich 65&#8217;000 m&#228;nnlichen 18 bis 23-J&#228;hrigen angewiesen zu sein scheint und f&#252;r die jeder Euro Mehraufwand ein zum Fenster herausgeschmissener Euro ist.</p>
<p>Was das ganze wirklich kosten w&#252;rde, habe ich mal <a title="Zivildienst" href="http://blog.markus-ritter.de/2008/12/30/die-maer-vom-zivildienst/" target="_blank">hier</a> aufgeschl&#252;sselt.</p>
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		<title>Oh, ihr Heuchler</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 08:41:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Die geplante Verk&#252;rzung von Wehr- und Zivildienst von 9 auf 6 Monate (meiner Meinung nach immer noch 6 Monate zuviel, aber immerhin ein Anfang) hat wie erwartet Kritik hervorgerufen, bei der ich nicht umhin komme, sie ein wenig zu kommentieren. Den Anfang macht Rainer Arnold, (ungedienter) verteidigungspolitischer Sprecher der SPD: Die Bundeswehr hat &#8220;keine praktische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die geplante Verk&#252;rzung von Wehr- und Zivildienst von 9 auf 6 Monate (meiner Meinung nach immer noch 6 Monate zuviel, aber immerhin ein Anfang) hat wie erwartet Kritik hervorgerufen, bei der ich nicht umhin komme, sie ein wenig zu kommentieren.</p>
<p>Den Anfang macht Rainer Arnold, (ungedienter) verteidigungspolitischer Sprecher der SPD:</p>
<blockquote>
<p>Die Bundeswehr hat &#8220;keine praktische Verwendung f&#252;r Rekruten, die nur sechs Monate ausgebildet wurden. Die Wehrpflicht verkommt &#8220;zu einem Instrument der Nachwuchswerbung&#8221; und einem &#8220;Schnupperkurs&#8221;.</p>
</blockquote>
<p>Die Bundeswehr hatte auch keine praktische Verwendung f&#252;r Rekruten, die neun Monate ausgebildet wurden. Daf&#252;r muss man sich nur mal anschauen, welche Aufgaben die Bundeswehr momentan wahrnimmt und wieviel Wissen ein Ex-GWDL, der zu keiner Wehr&#252;bung eingezogen wird, nach 5 Jahren noch hat.</p>
<blockquote>
<p>Vor allem w&#252;rde die Wehrpflicht durch eine Verk&#252;rzung deutlich teurer. Durch die h&#246;here Zahl von Rekruten entst&#252;nden h&#246;here Kosten, etwa f&#252;r Ausbilder und Einkleidung. &#8220;Dadurch entzieht man der Bundeswehr Ressourcen&#8221;, sagte Arnold.</p>
</blockquote>
<p>Das ist einfach nur peinlich, aber wenigstens ehrlich. Der Herr Arnold m&#246;chte also an der Zahl der 40&#8217;000 Grundwehrdienstleistenden pro Jahr festhalten. Wie es dann mit so schn&#246;den Worten wie &#8220;Wehrgerechtigkeit&#8221; aussieht, sagt er nicht. Wieso h&#246;here Kosten f&#252;r Ausbilder entstehen, weiss vermutlich auch nur er. Werden dann neue Zeitsoldaten eingestellt? Warum 3 GWDL in 18 Monaten eine Feldbluse mehr ruinieren als 2 GWDL in der gleichen Zeit, erschliesst sich mir nicht, zumal die Dinger sowieso nicht so lange halten. Falls der Herr Arnold das nicht weiss: Die Ausr&#252;stung wird am Ende des Wehrdienstes zur&#252;ckgegeben.</p>
<p>Auch auf der anderen Seite der Zwangsdienstgewinnler macht sich Emp&#246;rung breit:</p>
<blockquote>
<p>Der Chef des bayerischen Roten Kreuzes, Leonhard St&#228;rk, bef&#252;rchtet einem &#8220;dramatischen Kostenanstieg im Pflegebereich, wenn jeder wegfallende Zivildienstleistende durch eine Fachkraft ersetzt werden muss&#8221;.</p>
</blockquote>
<p>Man m&#252;sste 65&#8217;000 Zivildienstleistende ersetzen. Zum Vergleich:</p>
<blockquote>
<p>Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) <a title="gesundheitswesen" href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/12/PD08__490__23621,templateId=renderPrint.psml" target="_blank">mitteilt</a>, waren zum 31. Dezember 2007 rund 4,4 Millionen Menschen in Deutschland und damit etwa jeder zehnte Besch&#228;ftigte im Gesundheitswesen t&#228;tig.</p>
</blockquote>
<p>Die Zivildienstleistenden machen also rund 1,4% der Besch&#228;ftigten aus. Zur genaueren Aufschl&#252;sselung verweise ich mal auf meinen Beitrag</p>
<p><a title="Zivildienst" href="http://blog.markus-ritter.de/2008/12/30/die-maer-vom-zivildienst/" target="_blank">Die M&#228;r vom Zivildienst</a></p>
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		<title>Wenn Mutti zu lange weg ist,</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 08:13:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>
		<category><![CDATA[junge union]]></category>
		<category><![CDATA[männer]]></category>

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		<description><![CDATA[denken die Kleinen, sie k&#246;nnten auch mal so richtig Politik machen. Die Junge Union, in Form der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Dorothee B&#228;r und der wehrpolitischen Beauftragten des Bundesvorstands Jessica Meyer, hat sich wahrscheinlich gedacht, dass das mit den 6 Monaten Wehrdienst nicht so hinkommen kann. Wo kommen wir schliesslich hin, wenn die jungen M&#228;nner nicht mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>denken die Kleinen, sie k&#246;nnten auch mal so richtig Politik machen.</p>
<p>Die Junge Union, in Form der stellvertretenden Bundesvorsitzenden <font color="red">Dorothee</font> B&#228;r und der wehrpolitischen Beauftragten des Bundesvorstands <font color="red">Jessica</font> Meyer, hat sich wahrscheinlich gedacht, dass das mit den 6 Monaten Wehrdienst nicht so hinkommen kann. Wo kommen wir schliesslich hin, wenn die jungen M&#228;nner nicht mehr Zucht und Ordnung lernen.</p>
<p>Wie das so &#252;blich ist, gibt man eine <a title="Wehrpflicht" href="http://www.junge-union.de/media/pdf/4836994914ae06772ad119.pdf" target="_blank">Pressemitteilung</a> heraus, wenn man denkt, etwas zu sagen zu haben. Aus der will ich ein bisschen zitieren:</p>
<blockquote>
<p>Weil allein 40 Prozent der Zeit- und Berufssoldaten aus den Reihen der Grundwehrdienstleistenden stammen, die damit die Aufwuchs- und Durchhaltef&#228;higkeit unserer Streitkr&#228;fte sichern, muss an der Wehrpflicht festgehalten werden.</p>
</blockquote>
<p>Dass das unter anderem daran liegen k&#246;nnte, dass junge M&#228;nner sich das ganze erst mal anschauen wollen, bevor sie sich auf 4 Jahre verpflichten, darauf sind die Damen B&#228;r und Meyer nicht gekommen.</p>
<blockquote>
<p>Die Junge Union tritt daf&#252;r ein, die Wehrpflicht zu bewahren und sie zu einer allgemeinen, sicherheitspolitisch begr&#252;ndeten Dienstpflicht f&#252;r junge M&#228;nner weiterzuentwickeln.</p>
</blockquote>
<p>Genau. <strong>f&#252;r junge M&#228;nner</strong>. Ich lasse mal aussen vor, dass dieser Vorschlag von 2 Frauen kommt (wehrpolitische Beauftragte kann man schliesslich auch als Frau werden, das ist was v&#246;llig anderes als ein m&#228;nnlicher Frauenbeauftragter, also wirklich).</p>
<p>Schauen wir uns doch lieber mal an, wo die jungen Damen m&#246;chten, dass ihre ausschliesslich m&#228;nnlichen Altersgenossen einen Dienst ableisten.</p>
<blockquote>
<p>Dieser Dienst kann bei Bundeswehr, Bundespolizei, beim Zoll sowie im Zivil- und Katastrophenschutz wie den Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk, den Sanit&#228;tsdiensten oder dem heutigen Zivildienst abgeleistet werden. Integrieren lie&#223;e sich die Anrechnung anderer Dienstformen wie etwa der Entwicklungsdienst oder das freiwillige Jahr im In- und Ausland in Bereichen wie Soziales, &#214;kologie, Kultur (z.B. Film, Musik), Denkmalpflege, Politik oder Sport.  </p>
</blockquote>
<p>Ein Sammelsurium an unausgegorenen Ideen. Damit der JU-Schn&#246;sel nicht die harte Wirklichkeit eines Altersheims oder die Hindernisbahn in Hammelburg kennenlernen muss, hat man ihm die Hintert&#252;r dergestalt eingebaut, dass er den Zwangsdienst (vermutlich auf Staatskosten) auch im Wahlkreisb&#252;ro des Parteifreunds ableisten kann.</p>
<p>Inwieweit das dann der Bundeswehr hilft, Nachwuchs aus den Reihen der Grundwehrdienstleistenden zu gewinnen und inwiefern sich ein freiwilliges Jahr im Bereich Kultur sicherheitspolitisch begr&#252;nden l&#228;sst, wissen vermutlich nur die Damen B&#228;r und Meyer.</p>
<p>Dass man als Diplom-Politologin und Diplom-Verwaltungswirtin nicht unbedingt Ahnung von dem hat, was den Rest der (jungen) Bev&#246;lkerung besch&#228;ftigt, kann ich noch nachvollziehen. Als kleiner Tipp (obwohl sie das hier sowieso nie lesen werden) es hat etwas mit den Worten Arbeitsplatz, Studienplatz und den L&#252;cken im ArbPlSchG zu tun.</p>
<p>Dass man als ehemalige Musterungsbeamtin seine Ex-Kollegen nicht um den Spa&#223; bringen will, jungen M&#228;nnern das Leben zu versauen, in dem man sie tauglich schreibt, ist vielleicht irgendwie menschlich, zur Maxime politischen Handelns sollte man es aber nicht machen.</p>
<p><strong>Wenn das die junge Generation ist, m&#246;chte ich alt sein, ganz alt.</strong></p>
<p>Nur der Vollst&#228;ndigkeit halber: Ich bin 36 Jahre alt, habe 2 Jahre Wehrdienst als Reserveoffizieranw&#228;rter (mittlerweile OL d. R.) abgeleistet und bin von den Pl&#228;nen der Damen nicht betroffen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Dr&#252;ckeberger und Egotrips</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2009/08/24/drueckeberger-und-egotrips/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 07:23:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>
		<category><![CDATA[alternative Realitäten]]></category>
		<category><![CDATA[intransparenz]]></category>
		<category><![CDATA[untauglich]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael Wolffsohn lehrt an der Bundeswehr-Uni in M&#252;nchen &#8220;Neuere Geschichte&#8221;, hat der Welt ein Interview gegeben, &#252;ber das ich gestolpert bin und das ich nicht unkommentiert lassen kann. Tatsache ist, dass derzeit rund 20 Prozent der M&#228;nner eines Geburtsjahrgangs Wehr- und weitere 20 Prozent Zivildienst leisten. Etwa vierzig Prozent setzen sich also auf die eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael Wolffsohn lehrt an der Bundeswehr-Uni in M&#252;nchen &#8220;Neuere Geschichte&#8221;, hat der Welt ein <a title="Bundeswehr" href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article4368744/Die-Bundeswehr-ist-eine-Unterschichtenarmee.html" target="_blank">Interview</a> gegeben, &#252;ber das ich gestolpert bin und das ich nicht unkommentiert lassen kann.</p>
<blockquote><p>Tatsache ist, dass derzeit rund 20 Prozent der M&#228;nner eines Geburtsjahrgangs Wehr- und weitere 20 Prozent Zivildienst leisten. Etwa vierzig Prozent setzen sich also auf die eine oder andere Weise f&#252;r die Gemeinschaft ein, w&#228;hrend sechzig Prozent auf den Egotrip gehen k&#246;nnen. [..]</p>
<p>Abiturienten kommen in der Regel aus wohlhabenderen Familien. Sie sind unter Wehrpflichtigen und Offizieren unterrepr&#228;sentiert – auch weil sie sich geschickter dr&#252;cken k&#246;nnen. [..]</p>
<p>Wenn sich sechzig Prozent der m&#228;nnlichen B&#252;rger dieser B&#252;rgerlichkeit entziehen, [..]</p></blockquote>
<p>Eine Tatsache, die auch er akzeptieren k&#246;nnen m&#252;sste, ist, dass die Politik die Ausrichtung der Bundeswehr und damit auch die Anzahl der ben&#246;tigten Grundwehrdienstleistenden festlegt.</p>
<p>Herr Wolffsohn, der an einer Bundeswehruni lehrt, sollte eigentlich die momentane Personalst&#228;rke der Bundeswehr kennen. Falls nicht, findet er sie im PSM 2010.</p>
<p>Kein 19-j&#228;hriger Abiturient hat Einflu&#223; darauf, ob, wie am Ende des kalten Krieg Mitte/Ende der 80er Jahre, 250&#8217;000 GWDL ben&#246;tigt werden, die 15 Monate Grundwehrdienst ableisten, oder wie heute, 40&#8217;000 GWDL, die 9 Monate Dienst ableisten. Die Leute werden nicht mehr gebraucht (was ich grunds&#228;tzlich ja gut finde). Ihnen dann mit Worten wie &#8220;Egotrip&#8221;, &#8220;geschickt dr&#252;cken&#8221; und &#8220;B&#252;rgerpflicht entziehen&#8221; die Schuld daf&#252;r in die Schuhe zu schieben, halte ich f&#252;r ziemlich gewagt.</p>
<p>Was w&#228;re denn, wenn der Jahrgang 1992 (Hilfe, ich werde alt), der jetzt bald zu Musterung ansteht, aus lauter tauglichen M&#228;nnern best&#252;nde, die ihrem Gewissen folgend den Kriegsdienst nicht verweigerten? Wir h&#228;tten rund 380&#8217;000 junge M&#228;nner, von denen laut Bundeswehrplanung nur 45&#8217;000 ben&#246;tigt werden. Was machen wir dann mit dem Rest? W&#228;ren diejenigen 88%, die nicht zum Wehrdienst eingezogen w&#252;rden dann auch auf dem Egotrip?</p>
<p>Die beiden derzeit regierenden Parteien m&#246;chten an der Wehrpflicht festhalten. Statt ihr Programm der Realit&#228;t anzupassen, passen sie die Realit&#228;t ihrem Programm an. Dazu geh&#246;ren neben den immer weiter ausgelegten Regelungen zur Nichteinziehung zum Wehrdienst (3. Bruder, Religionsstudenten, Unterhaltspflichtige, Verheiratete, &#8230;), immer sch&#228;rfer ausgelegte Tauglichkeitskriterien. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sich der Gesundheitszustand der m&#228;nnlichen Bev&#246;lkerung in 10 Jahren so sehr verschlechtert hat, dass statt 14% pl&#246;tzlich 42% eines Jahrgangs untauglich sind.</p>
<p>Aber wenn man es auf die m&#228;nnlichen Jugendlichen schieben kann, wieso nicht. Ist ja auch viel einfacher als ein bisschen nachzudenken.</p>
<p>Es ist eben nicht mehr so, dass die Wehrpflicht jeden Mann trifft, es ist eben nicht mehr so, dass M&#228;nner und Frauen nicht um die gleichen Stellen konkurrieren, es ist eben nicht so, dass das Arbeitsplatzschutzgesetz f&#252;r Lehrstellenabsolventen einen Schutz darstellt, es ist eben nicht mehr so, dass Personalverantwortliche und Firmenchefs die Erf&#252;llung der &#8220;B&#252;rger-&#8221;pflicht Wehrdienst honorieren.</p>
<p>Von zwei Auszubildenden mit &#228;hnlicher Qualifikation wird der weiterbesch&#228;ftigt, der mit der Ausmusterung winken kann, wer weiss denn bei der chaotischen Planung im KWEA denn schon genau, wann der tauglich Gemusterte innerhalb der n&#228;chsten 3 Jahre und einer Vorlaufzeit von 6 Wochen f&#252;r 9 Monate verschwindet, um Marder-Ersatzteile in der Pampa zu bewachen?</p>
<p>Ihr gesamtes Leben haben diese Jugendlichen vorgelebt bekommen, dass Effizienz und marktwirtschaftliches Handeln gefordert sind. Jetzt setzen sie dieses Wissen mal praktisch ein.</p>
<p>Man sollte bei allem nicht vergessen, dass es sich bei diesen Menschen nicht um zynische Altpolitiker handelt, die sich seit Jahrzehnten auf der &#246;ffentlichen B&#252;hne und in konspirativen Hinterzimmern rumtreiben, sondern in der allermeisten F&#228;llen um Jugendliche, die &#252;ber sehr wenig Lebenserfahrung verf&#252;gen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>T3 und frei</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2009/05/14/t3-und-frei/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 15:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>

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		<description><![CDATA[[Anm. d. Verf.: die &#220;berschrift stimmt nicht mehr, der T3 ist aus dem Programm der Tauglichkeitsgrade rausgeflogen, allerdings ist man mit den Kriterien, mit denen man fr&#252;her T3 war, heute T5. T3 Kriterien sind viel einfacher zu erreichen.] Im wie immer interessanten Bericht des Wehrbeauftragten ist die Zahl der nicht wehrdienstf&#228;higen M&#228;nner zu finden. 43.7% [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[Anm. d. Verf.: die &#220;berschrift stimmt nicht mehr, der T3 ist aus dem Programm der Tauglichkeitsgrade rausgeflogen, allerdings ist man mit den Kriterien, mit denen man fr&#252;her T3 war, heute T5. T3 Kriterien sind viel einfacher zu erreichen.]</p>
<p>Im wie immer interessanten Bericht des Wehrbeauftragten ist die Zahl der nicht wehrdienstf&#228;higen M&#228;nner zu finden.</p>
<p>43.7% aller im Jahr 2008 gemusterten M&#228;nner waren nicht wehrdienstf&#228;hig, das waren ann&#228;hernd 200&#8217;000 Menschen.</p>
<p>Wer sich daran erinnert, wer in der Mitte der 90er noch alles eingezogen wurde (z.B. T7, denen man das Gep&#228;ck in den Sch&#252;tzengraben tragen musste und die einen zweiten Soldat zugeteilt bekamen, damit er ihnen das Gewehr h&#228;lt), kann sich nur wundern.</p>
<p>Liebe <del>Jugendlichen</del> jungen M&#228;nner (Frauen d&#252;rfen zwar, m&#252;ssen aber nicht), denen die Musterung noch bevorsteht:</p>
<p>Damit sich der KWEA-Mitarbeiter nicht in Terrier-Manier in Eure Musterungsakte verbeisst (der l&#228;sst dann nie mehr los bevor er Euch den Einberufungsbescheid zugestellt hat, auch wenn ihr eine duale Ausbildung anfangen wolltet oder in Grossbritannien promovieren), solltet ihr nicht gleich erkennen lassen, dass die Ausmsterung Euer eigentliches Ziel ist. Solche Menschen werden n&#228;mlich besonders gerne T2 gemustert und auch eingezogen (das BMVg verneint das zwar vehement, aber wenn man sich die Zahlen zu den tauglich gemusterten Kriegsdienstverweigeren anschaut, dann kommt man schon ins gr&#252;beln).</p>
<ul>
<li>T&#228;uscht ein gem&#228;ssigtes Interesse vor. Das wirkt auf den Mitarbeiter wohltuend (endlich mal jemand, der ihn nicht ob seines Jobs hasst).</li>
<li>Simuliert bei der &#228;rztlichen Untersuchung nicht (die &#196;rzte haben schon tausende gemustert und kennen vermutlich die meisten Tricks).</li>
<li>erz&#228;hlt auf keinen Fall, dass ihr verweigern werdet (oder kommt gar schon mit der Verweigerung im KWEA an), die Tauglichkeitsquote und KDVlern liegt massiv &#252;ber der Tauglichkeitsquote von GWDLlern.</li>
<li>Es spricht nichts dagegen, vor der Musterung ausgelassen zu feiern (nicht soviel Alkohol und auf keinen Fall Drogen, man will ja sauber bleiben)</li>
<li>Besorgt Euch die ZDV 46/1 und sucht Euch was nettes aus, es ist f&#252;r fast jeden was dabei. Das einzige f&#252;r was es etwas Geschick braucht ist, den Musterungsarzt dorthin zu bringen, dass er es selbst feststellt (wenn man sich sicher ist, kann man auch gleich mit Attesten wedeln).</li>
</ul>
<p>Solltet Ihr das Pech haben, trotzdem tauglich gemustert zu werden, bleibt immer noch die Chance zu den 25% zu geh&#246;ren, die nicht eingezogen werden.</p>
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