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	<title>... und alle Fragen offen? &#187; Ehegattensplitting</title>
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		<title>Ehegattensplitting</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 13:01:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[w&#228;hrend Spiegel-Online mal wieder sein profundes Halbwissen &#252;ber das Ehegatten-Splitting zur Schau stellt und man bei den Jusos schon die Sektkorken knallen h&#246;rt, &#8220;Verfassungsgericht folgt Juso-Forderung&#8220;, m&#246;chte ich an dieser Stelle ein paar Dinge aufgreifen, die man dann richtigerweise ebenfalls streichen sollte: den Versorgungsausgleich bei einer Scheidung. Das w&#228;hrend der Ehe erwirtschaftete Altersguthaben wurde (wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>w&#228;hrend Spiegel-Online mal wieder sein profundes Halbwissen &#252;ber das Ehegatten-Splitting zur <a title="spon" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,663227,00.html" target="_blank">Schau</a> stellt und man bei den Jusos schon die Sektkorken knallen h&#246;rt, &#8220;<a href="http://rotstehtunsgut.de/2009/11/25/verfassungsgericht-folgt-juso-forderung/" target="_blank">Verfassungsgericht folgt Juso-Forderung</a>&#8220;, m&#246;chte ich an dieser Stelle ein paar Dinge aufgreifen, die man dann richtigerweise ebenfalls streichen sollte:</p>
<ol>
<li>den Versorgungsausgleich bei einer Scheidung. Das w&#228;hrend der Ehe erwirtschaftete Altersguthaben wurde (wenn man der Logik beim Ehegattensplitting folgt) nur von dem erwirtschaftet, der es selbst verdient hat. Warum sollte jemandem nach der Ehe mehr zustehen als w&#228;hrend der Ehe. Behielte man den Versorgungsausgleich bei, w&#252;rde zudem der seltsame Effekt entstehen, dass geschiedene Ehepaare weniger Steuern zahlen m&#252;ssen als Verheiratete.</li>
<li>Den Zugewinnausgleich und den nachehelichen Unterhalt aus den gleichen Gr&#252;nden wie bei Nummer 1. Das Geld wurde nicht gemeinsam erwirtschaftet, sondern von jedem Ehepartner alleine.</li>
<li>Witwe(n/r)-Renten sind ebenfalls keine Leistung, die sich der &#252;berlebende Ehepartner verdient hat.</li>
<li>Die kostenlose Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung f&#252;r nicht arbeitende Ehepartner f&#228;llt in genau den gleichen Bereich, weg damit.</li>
<li>Die Anrechnung des Einkommens des Ehepartners f&#252;r den Fall, dass der andere Teilnehmer der Ehe ALG-II beantragen muss, f&#228;llt dann allerdings ebenfalls weg.</li>
</ol>
<p>So und f&#252;r all diejenigen, die wie der SpOn-Praktikant nicht so richtig verstanden haben, wie das Splitting funktioniert</p>
<blockquote>
<p>Das Ehegattensplitting ist vielen schon lange ein anachronistisches &#196;rgernis. Es entmutigt junge M&#252;tter zu arbeiten, weil ihr (Teilzeit-)Einkommen besonders hoch besteuert wird. Denn die steuerliche Entlastung f&#252;r den (Vollzeit-)arbeitenden Ehemann f&#228;llt umso h&#246;her aus, je weniger seine Frau verdient.</p>
</blockquote>
<p>Es geht beim Ehegattensplitting nicht um steuerliche Anreize.</p>
<p>Es geht darum, dass der Staat mal der Meinung war, eine Ehegemeinschaft sei <strong>ein </strong>Steuersubjekt und soll auch als ein solches behandelt werden.</p>
<p>Der Staat hatte die Auffassung, dass es sich bei der Ehe um eine allumfassende Einstehensgemeinschaft handelt, in der es keine klare Trennung zwischen Dein und Mein gibt. Eheleute erwirtschaften gemeinsam. Das kann auch bedeuten, dass er Teilzeit arbeitet und sich um die Kindererziehung k&#252;mmert, w&#228;hrend sie Karriere macht. Dieses Prinzip soll aufgehoben werden. Durch eine Aufhebung des Ehegattensplittings wird eine Ehe, in der die Partner 50&#8217;000 und 10&#8217;000 EUR verdienen als leistungsf&#228;higer angesehen (und dadurch h&#246;her besteuert) als eine Ehe, in der beide Partner jeweils 30&#8217;000 EUR verdienen.</p>
<p>Man kann durchaus der Meinung sein, dass ein Ehepaar mit 80&#8217;000 EUR Jahreseinkommen wirtschaftlich leistungsf&#228;higer ist als ein Alleinstehender mit 61&#8217;800 EUR(beide zahlen jeweils ca. 16&#8217;000 EUR Einkommensteuer). Dass allerdings ein Ehepaar mit 40&#8217;000 EUR Jahreseinkommen genauso leistungsf&#228;hig ist wie ein Single mit 40&#8217;000 EUR, wage ich zu bezweifeln.</p>
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		<item>
		<title>Die Ist-Situation im Steuerrecht bei Ehepaaren</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2009/06/22/die-ist-situation-im-steuerrecht-bei-ehepaaren/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 16:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ehegattensplitting]]></category>
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		<description><![CDATA[Ausgel&#246;st durch einen kurzen Twitter-Schlagabtausch (140 Buchstaben k&#246;nnen so wenig sein), folgt an dieser Stelle eine kurze Darstellung der Ist-Situation bei Ehepaaren und Familien im Steuer- und Abgabenrecht. Folgende Ausf&#252;hrungen beziehen sich ausschliesslich auf Einkommen aus unselbst&#228;ndiger Arbeit. F&#252;r die ganzen anderen Einkommensarten stimmt untenstehendes teilweise nicht ganz, teilweise gar nicht. Manche Sachen habe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ausgel&#246;st durch einen kurzen Twitter-Schlagabtausch (140 Buchstaben k&#246;nnen so wenig sein), folgt an dieser Stelle eine kurze Darstellung der Ist-Situation bei Ehepaaren und Familien im Steuer- und Abgabenrecht.</p>
<p>Folgende Ausf&#252;hrungen beziehen sich ausschliesslich auf Einkommen aus unselbst&#228;ndiger Arbeit. F&#252;r die ganzen anderen Einkommensarten stimmt untenstehendes teilweise nicht ganz, teilweise gar nicht. Manche Sachen habe ich vereinfacht, da finden sich dann in eckingen Klammern [] ein wenig Erl&#228;uterungen.</p>
<p>Fangen wir mit dem einfachen an, den Steuern.</p>
<p>In Deutschland gibt es ungeachtet der diversen Lohnsteuerklassen nur zwei Steuertarife:</p>
<ul>
<li>Die <a title="Grundtabelle" href="https://www.abgabenrechner.de/uebersicht_ekst/tarifhist_estbel_gt.pdf" target="_blank">Grundtabelle</a>, nach der alle Alleinstehenden und nicht zusammen veranlagten Ehepaare versteuert werden</li>
<li>die <a title="Splittingtabelle" href="https://www.abgabenrechner.de/uebersicht_ekst/tarifhist_estbel_st.pdf" target="_blank">Splittingtabelle</a> nach der alle zusammen veranlagten Ehepaare versteuert werden.</li>
</ul>
<p>Zwischen diesen Tabellen gibt es einen einfachen Zusammenhang: Wenn man das zu versteuernde Einkommen aus der Splittingtabelle halbiert und diesen Wert in der Grundtabelle heraussucht, kommt man genau auf den halben Einkommensteuerbetrag der Splittingtabelle.</p>
<p>Als Beispiel: Das zu versteuernde Einkommen der Familie M&#252;ller (welches sich aus dem Einkommen von Herrn und Frau M&#252;ller zusammensetzt, minus diverser Abz&#252;ge) betrug im Jahr 2009 90&#8217;000 EUR. Daf&#252;r musste die Familie M&#252;ller 21&#8217;932 EUR Einkommensteuer bezahlen.</p>
<p>Wenn man die Steuerlast f&#252;r 45&#8217;000 EUR (die H&#228;lfte des Familieneinkommens) in der Grundtabelle  anschaut, findet man dort eine Steuerlast von 10&#8217;966 EUR. Verdoppelt man diesen Betrag, kommt man genau auf die 21&#8217;932 EUR, die die Familie M&#252;ller zahlen muss.</p>
<p>Zwei Singles, Herr Meier und die mit ihm zusammenlebende Frau Schulz, die jeweils 45&#8217;000 EUR verdienen, zahlen zusammen genau soviel Steuern wie das Ehepaar M&#252;ller, welches &#252;ber das gleiche Einkommen verf&#252;gt.</p>
<p>Was jetzt den Kritikern des Ehegattensplittings nicht gef&#228;llt ist die Tatsache, dass es anders als bei den Singles Meier und Schulz bei den M&#252;llers v&#246;llig egal ist, wie sich das Einkommen auf die beiden verteilt. Ob jetzt beide jeweils 45&#8217;000 EUR zu versteuerndes Einkommen haben, oder Frau M&#252;ller 60&#8217;000 EUR und Herr M&#252;ller 30&#8217;000 EUR, oder Herr M&#252;ller 90&#8217;000 EUR und Frau M&#252;ller nichts, &#228;ndert an der Steuerlast f&#252;r das Ehepaar gar nichts [Ich weiss, dass Frau M&#252;ller ohne Einkommen keine Werbungskostenpauschale hat und verschiedene Vorsorgepauschalen gedeckelt sind].</p>
<p>Das ist so, weil man das Ehepaar M&#252;ller im Vergleich zu den Lebensabschnittsgef&#228;hrten Meier und Schulz als ein Steuersubjekt ansieht und davon ausgeht, dass es eine Kasse gibt, und sich die Eheleute gegen&#252;ber voll unterhaltspflichtig sind. Dass man das bei Meier und Schulz &#252;ber sogenannte Bedarfs-, Verantwortungs- oder Einstehensgemeinschaften ebenfalls finigeren will und zwar dann, wenn einer der beiden staatliche Leistungen erhalten w&#252;rde, empfinde ich im &#252;brigen als einen Mi&#223;stand. Aber die Tatsache, dass sich der Staat da aus der Verantwortung ziehen will (solange es gut l&#228;uft zahlt ihr viele Steuern, wenn es schlecht l&#228;uft m&#252;sst ihr f&#252;reinander einstehen ohne daf&#252;r entsprechend entlastet zu werden), sollte man nicht dem Ehegattensplitting als Nachteil anrechnen.</p>
<p>Ein weiterer Punkt, der den Kritikern des Ehegattensplittings mi&#223;f&#228;llt, ist die Tatsache, dass es die Lohnsteuerklassen III und V gibt. Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer, die der Arbeitgeber monatlich vom Lohn einbeh&#228;lt und an das Finanzamt &#252;berweist. Erst nachdem das Jahr beendet ist, findet die echte Berechnung der Steuerlast statt, alles vorher waren prinzipiell sowas wie Abschlagszahlungen.</p>
<p>F&#252;r Singles gilt: Wer das ganze Jahr &#252;ber hindurch gleichm&#228;&#223;ig verdient hat, wird am Ende weder nachzahlen noch etwas herausbekommen. Wer aber z.B. sein Studium beendet hat und erst im September eine Stelle angetreten hat, oder wer im August arbeitslos wurde und erst im neuen Jahr die n&#228;chste Stelle angetreten hat, bekommt in aller Regel eine Steuererstattung [da kommt es dann noch darauf an, ob die Firma einen internen Lohnsteuerjahresausgleich gemacht hat oder nicht. In ersterem Fall gibt's schon im Dezember ein h&#246;heres Nettogehalt, im zweiten Fall muss man selbst einen machen].</p>
<p>F&#252;r Verheiratete gilt: Was bei Singles relativ einfach machbar ist, funktioniert bei Verheirateten in der jetzigen Situation nur begrenzt. Zwei Menschen verdienen vermutlich unterschiedlich viel und der Arbeitgeber dieser beiden Menschen, der die Lohnsteuer an das Finanzamt abf&#252;hren muss, weiss nicht, wie viel oder wie wenig oder ob &#252;berhaupt der Partner des Angestellten verdient. Die einfache Variante ist, einfach beide w&#228;hrend des Jahres wie Singles zu versteuern und dann am Ende zu schauen, wieviel Steuern bezahlt werden m&#252;ssen. Das gibt es bereits in Form der Lohnsteuerklasse IV. Beide Ehepartner sind in dieser Lohnsteuerklasse und der Arbeitgeber f&#252;hrt genau den gleichen Steuerbetrag ab, wie bei einem Ledigen in der Lohnsteuerklasse I.</p>
<p>F&#252;r manche Familien f&#252;hrte das am Ende des Jahres zu einer sehr grossen Steuerr&#252;ckzahlung. Wenn man unser Ehepaar M&#252;ller nimmt, in dem Frau M&#252;ller die Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin des elterlichen mittelst&#228;ndischen Betriebs ist und sich Herr M&#252;ller mehr f&#252;r die sch&#246;nen K&#252;nste interessiert und schon seit 7 Jahren an seinem Erstlingswerk herumschnitzt, dann w&#252;rde Frau M&#252;ller w&#228;hrend des Jahres in Lohnsteuerklasse IV insgesamt 29&#8217;736 EUR Lohnsteuer zahlen, um dann bei der Einkommensteuererkl&#228;rung 7&#8217;782 EUR Steuer zur&#252;ckerstattet zu bekommen. Die Familie hat also jeweils pro Monat fast 650 EUR Steuern zuviel bezahlt.</p>
<p>Um die R&#252;ckerstattungen auf ein ertr&#228;gliches Ma&#223; zu senken, ist der Gesetzgeber auf die Idee gekommen, die Kombination III/V einzuf&#252;hren. Bei dieser Kombination wird derjenige in Lohnsteuerklasse III so behandelt, als g&#228;be es kein zweites Einkommen. Man nimmt also (gedanklich) sein Einkommen, halbiert es, schaut nach dem Steuertarif, verdoppelt diesen und zieht das Ergebnis von seinem Lohn ab. Ein Einverdiener-Ehepaar, bei dem der Verdiener in Lohnsteuerklasse III ist (was die Regel sein d&#252;rfte), bekommt am Ende des Jahres weder eine R&#252;ckzahlung, noch m&#252;ssen sie etwas nachzahlen.</p>
<p>Was bei einem Verdiener recht gut funktioniert, geht dann beim zweiten Einkommen schief. Der Splittingtarif ist schon komplett beim Vielverdiener geb&#252;ndelt, was soll man also dem geringer Verdienenden an Steuer abziehen, wenn man doch gar nicht weiss, was der Vielverdiener hat?</p>
<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</strong></p>
<p><strong>WICHTIG WICHTIG WICHTIG</strong></p>
<p>Ab hier findet ein Schwenk von zu versteuerndem Einkommen hin zum Einkommen statt, weil man sich nicht mehr in den 2 Grundtarifen bewegt.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Wenn man sich  die Lohnsteuertabelle f&#252;r die Klasse V anschaut, dann stellt man fest, dass es da kein Existenzminimum gibt. Schon bei 5&#8217;000 EUR Jahreseinkommen werden 571 EUR Einkommensteuer f&#228;llig. Die Steuern sind nicht v&#246;llig aus der Luft gegriffen, aber auch nicht einfach in Worte zu fassen. Ich m&#246;chte an dieser Stelle das Gesetz zitieren:</p>
<blockquote><p>§ 39b II S. 6 EStG</p>
<p>In den Steuerklassen V und VI ist die Jahreslohnsteuer zu berechnen, die sich aus dem Zweifachen des Unterschiedsbetrags zwischen dem Steuerbetrag f&#252;r das Eineinviertelfache und dem Steuerbetrag f&#252;r das Dreiviertelfache des zu versteuernden Jahresbetrags nach § 32a Abs. 1 ergibt; die Jahreslohnsteuer betr&#228;gt jedoch mindestens 14 Prozent des Jahresbetrags, f&#252;r den 9 225 Euro &#252;bersteigenden Teil des Jahresbetrags h&#246;chstens 42 Prozent und f&#252;r den 26 276 Euro &#252;bersteigenden Teil des zu versteuernden Jahresbetrags jeweils 42 Prozent sowie f&#252;r den 200 320 Euro &#252;bersteigenden Teil des zu versteuernden Jahresbetrags jeweils 45 Prozent.</p></blockquote>
<p>Das verstehen nur wenige und die dahinter stehenden &#220;berlegungen versteht vermutlich keiner mehr. Vielleicht hat man irgendwelche Statistiken ausgewertet und ist zum Schlu&#223; gekommen, dass das am wenigsten Nachzahlungen und R&#252;ckerstattungen bewirkt.</p>
<p>So. Und jetzt wenden die Kritiker des Ehegattensplittings ein, dass man damit die Leistung des geringer Verdienenden marginalisiert, weil von seinem Brutto-Monatsverdienst in H&#246;he von 1&#8217;500 EUR gerade mal 801,54 EUR &#252;brigbleiben. Der Meinung kann man durchaus sein und interessanterweise schafft die Lohnsteuerklasse V auch Allianzen, die f&#252;r gew&#246;hnlich nicht oder als Letzte genannt werden, wenn man frei 2 Parteien des Bundestags zusammenf&#252;hren soll.</p>
<p>Sowohl die Linke als auch die FDP haben jeweils einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der die Abschaffung der Lohnsteuerklassenkombination III/V zum Inhalt hatte. (Es geht, ich kann wirklich Linke und FDP in einem Satz schreiben, ohne dass die Tastatur implodiert).</p>
<p>In der Tat birgt die Lohnsteuerklassenwahl III/V einige Ungerechtigkeiten (die aber grunds&#228;tzlich nichts mit dem Ehegattensplitting zu tun haben).</p>
<p>Die H&#246;he von Lohnersatzleistungen h&#228;ngt ma&#223;geblich vom Bruttogehalt und der gew&#228;hlten Lohnsteuerklasse ab. Lohnersatzleistungen sind so Dinge wie</p>
<ul dir="ltr">
<li>
<div>Arbeitslosengeld I</div>
</li>
<li>
<div>Mutterschaftsgeld</div>
</li>
<li>
<div>Elterngeld</div>
</li>
<li>
<div>Krankengeld</div>
</li>
</ul>
<p>Ausserdem wirkt sich die Lohnsteuerklasse auf das Gehalt in der Altersteilzeit aus. Aber das f&#252;hrt hier jetzt wirklich zu weit <img src='http://blog.markus-ritter.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>W&#228;hrend man zuviel bezahlte Steuern am Ende des Jahres wieder bekommt, werden die geringeren Auszahlungen bei den Lohnersatzleistungen nicht kompensiert [ein wenig schon, da es sich um steuerfreie Leistungen handelt, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen].</p>
<p>Diese Ungerechtigkeit k&#246;nnte man abschaffen, in dem man beispielsweise f&#252;r das Arbeitslosengeld einfach <a title="sgb 3" href="http://bundesrecht.juris.de/sgb_3/__133.html" target="_blank">§ 133 I Nr. 2 SGB III </a> &#228;ndert und als Bemessungsgrundlage die Lohnsteuerklasse I nimmt. Oder man l&#228;sst das pauschalieren ganz sein und zieht die Steuer wirklich ab, so dass sie am Ende des Jahres ganz normal in die Einkommensteuererkl&#228;rung einfliesst (so machen das zum Beispiel die Schweizer). Das w&#252;rde nat&#252;rlich einen Geldflu&#223; von der Bundesagentur f&#252;r Arbeit zum Finanzminister bedeuten, aber da fliesst eh schon viel Geld in unterschiedliche Richtungen.</p>
<p>Diese Ungerechtigkeiten haben allerdings grunds&#228;tzlich nichts mit dem Ehegattensplitting zu tun, sondern mit der Steuerklassenwahl.</p>
<p>Liest bis hier noch jemand mit? Falls ja, mach ich morgen weiter, wenn ich einen Kommentar unter dem Beitrag finde <img src='http://blog.markus-ritter.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Ehegattensplitting, Jusos, Malle und Male</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 09:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da den Jusos der Wegfall des Ehegattensplittings so am Herzen liegt, mir aber leider keiner auf (am Anfang noch durchaus h&#246;fliche) Fragen geantwortet hat, versuche ich es einfach mal hier und hoffe, dass ich mit den richtigen Keywords, also Ehegattensplitting, Wegfall und Jusos bei google ein wenig nach oben rutsche und sich ein antwortwilliger Juso [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da den Jusos der Wegfall des Ehegattensplittings so am Herzen liegt, mir aber leider keiner auf (am Anfang noch durchaus h&#246;fliche) Fragen geantwortet hat, versuche ich es einfach mal hier und hoffe, dass ich mit den richtigen Keywords, also Ehegattensplitting, Wegfall und Jusos bei google ein wenig nach oben rutsche und sich ein antwortwilliger Juso hier in den Kommentaren verewigt.</p>
<p>Also:</p>
<p>K&#246;nnte mir irgendein Juso mal bez&#252;glich des Ehegattensplittings die Frage beantworten, inwieweit eine Familie, in der die Einkommensverteilung 35&#8217;000 &#8211; 15&#8217;000 EUR betr&#228;gt, finanziell leistungsf&#228;higer ist als eine Familie, in der die Einkommensverteilung 25&#8217;000 &#8211; 25&#8217;000 EUR betr&#228;gt?</p>
<p>Ich weiss n&#228;mlich momentan nicht, ob ihr das Ehegattensplitting einfach nicht verstanden habt, oder ob ihr der Meinung seid, der besserverdienende Ehepartner w&#252;rde sein Einkommen horten, w&#228;hrend der schlechter verdienende Teil darben muss. Die reiche leitende Angestellte fliegt alleine nach Male, f&#252;r ihren Mann und die Kinder reichts nur f&#252;r Malle?</p>
<p>Wenn Ihr schon beim antworten seid, k&#246;nntet Ihr mir dann auch noch mitteilen, wie Ihr zum Versorgungsausgleich steht (zur Not mal schnell goggeln, was das eigentlich ist). Dadurch w&#252;rde (bei langer Ehedauer und unterschiedlichem Einkommen) bei Wegfall des Ehegattensplittings ein geschiedenes Ehepaar besser gestellt als ein verheiratetes.</p>
<p>Und am Schlu&#223; noch eine kleine Frage, was Ihr mit den Mehreinnahmen machen wollt?</p>
<ul>
<li>Allgemein die Steuerlast senken, was dann haupts&#228;chlich den Alleinstehenden zu Gute kommt?</li>
<li>Lustige Programme f&#252;r Familien auflegen, die von genau diesen bezahlt wurden?</li>
<li>Endlich jemanden bezahlen, der Euch deutsches Steuer- und Sozialabgabenrecht beibringt? (gut, da br&#228;uchte man die Mehrerl&#246;se aus 2 oder 3 Jahren, aber es w&#228;re gut angelegt).</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Kompetenz auch in der Landesspitze</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2009/06/16/kompetenz-auch-in-der-landesspitze/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 21:20:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich muss mich bei den Jusos entschuldigen, weil ich ihnen in letzter Zeit so oft vorgeworfen habe, dass sie vom Steuer- und Abgabenrecht keine Ahnung haben. Sie k&#246;nnen nichts daf&#252;r, vermutlich darf man keine Ahnung davon haben, wenn man in der SPD nach vorne kommen will. Hannelore Kraft, ihres Zeichens Landesvorsitzende der NRW-SPD hat in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss mich bei den Jusos entschuldigen, weil ich ihnen in letzter Zeit so oft vorgeworfen habe, dass sie vom Steuer- und Abgabenrecht keine Ahnung haben.</p>
<p>Sie k&#246;nnen nichts daf&#252;r, vermutlich darf man keine Ahnung davon haben, wenn man in der SPD nach vorne kommen will.</p>
<p>Hannelore Kraft, ihres Zeichens Landesvorsitzende der NRW-SPD hat in der Welt einen Beitrag geschrieben, in dem sie das eindrucksvoll best&#228;tigt. Vielleicht kann sie sich aber auch einfach nicht so richtig ausdr&#252;cken. Ich hab&#8217;s jetzt mal fett markiert.</p>
<blockquote>
<p><strong>Wenige Ma&#223;nahmen sind ungerechter als der Kinderfreibetrag.</strong> Kinder von Spitzenverdienern sind mehr wert als Kinder aus der Mittelschicht, von Geringverdienern oder Alleinerziehenden. Denn wer wenig oder keine Steuern zahlt, kann auch nichts absetzen. Deshalb hat Rot-Gr&#252;n auch bewusst das Kindergeld erh&#246;ht und nicht den Freibetrag. <strong>Die SPD fordert daher schon seit Jahren einen Kindergrundfreibetrag,</strong> der mehr Gerechtigkeit schafft.</p>
</blockquote>
<p>Okay, wenn man da noch ein &#8216;grund&#8217; in die Mitte schiebt ist er gerechter? ODer ist es gar kein Grundfreibetrag und er hei&#223;t nur so?</p>
<blockquote>
<p>Steuerklasse 5. In den meisten Ehen kommt die Frau als geringer Verdienende in die h&#246;here Steuerklasse. Sie muss die gr&#246;&#223;ere Steuerlast tragen und hat weniger Netto vom Brutto. H&#228;ufig genug hei&#223;t es dann: Bleib doch zu Hause, das lohnt sich nicht mehr.</p>
</blockquote>
<p>Wenn schon eine Landesvorsitzende anscheinend nicht richtig versteht, wie das denn so funktioniert mit der gemeinsamen Veranlagung, mit der finanziellen Leistungsf&#228;higkeit, an der sich die H&#246;he der Besteuerung orientiert, was ein Freibetrag und was eine direkte Subvention ist, kann man das von den &#8220;einfachen&#8221; Leuten vermutlich auch nicht verlangen.</p>
<p>Vermutlich werden in der Familie Kraft zwei getrennte Konten gef&#252;hrt, in vielen anderen Familien wird die Steuerlast gemeinsam getragen, genauso wie das verdiente Geld auch gemeinsam ausgegeben wird. Die Friseurin geht in aller Regel nicht allein nach Malle in Urlaub statt mit der Familie nach Male, weil das eigene Gehalt nur zu ersterem reicht, das Gehalt des Ehemanns aber zu zweiterem (das gilt selbstverst&#228;ndlich auch f&#252;r den Mann im Sicherheitsgewerbe und seine Ehefrau, die Filialleiterin ist).</p>
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		<title>Ehegattensplitting</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 12:37:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Unmut]]></category>
		<category><![CDATA[Ehegattensplitting]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil die Juso-Vorsitzende das ganze so beharrlich zum Thema macht, muss ich auch Es gibt kein Argument f&#252;r das Ehegattensplitting, deshalb geh&#246;rt es abgeschafft. Es gibt vielleicht kein Argument, das die Jusos &#252;berzeugt, aber Argumente gibt es genug. In Deutschland werden Menschen nach ihrer finanziellen Leistungsf&#228;higkeit besteuert. Wer wenig verdient zahlt wenig, wer viel verdient [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil die Juso-Vorsitzende das ganze so <a title="juso" href="http://blog.jusos.de/2009/06/vom-parteitag-muss-ein-klares-signal-fur-mehr-soziale-gerechtigkeit-ausgehen/" target="_blank">beharrlich</a> zum Thema macht, muss ich auch <img src='http://blog.markus-ritter.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<blockquote><p>Es gibt kein Argument f&#252;r das Ehegattensplitting, deshalb geh&#246;rt es abgeschafft.</p></blockquote>
<p>Es gibt vielleicht kein Argument, das die Jusos &#252;berzeugt, aber Argumente gibt es genug.</p>
<p>In Deutschland werden Menschen nach ihrer finanziellen Leistungsf&#228;higkeit besteuert. Wer wenig verdient zahlt wenig, wer viel verdient zahlt &#252;berproportional mehr. So weit so gut.</p>
<p>Ehepaare werden zusammen versteuert, da man davon ausgeht, dass sie in eine gemeinsame Kasse zahlen und auch aus dieser leben. Bei (fast) allen Ehepaaren, die mir bisher begegnet sind, wird das so gehandhabt. F&#252;r den Fall, dass Kinder das Leben bereichern, gilt es f&#252;r alle F&#228;lle: Es gibt einen grossen Topf.</p>
<p>Jusos scheinen das anders zu sehen. F&#252;r sie sind die Ehepartner irgendwie doch alleinstehend. F&#252;r Jusos ist eine Familie, bei der beide 30&#8217;000 EUR pro Jahr verdienen weniger leistungsf&#228;hig als eine Familie, in der ein Partner 45&#8217;000 und der andere Partner nur 15&#8217;000 EUR verdient.</p>
<p>In den K&#246;pfen der Jusos scheint das Feindbild des reichen Heimchens am Herd vorzuherrschen, die ihrem Million&#228;rs-Manager-Gatten hilft, 10&#8217;500 EUR pro Jahr an Steuern zu sparen. Das mag sein, allerdings merkt der vermutlich gar nichts von dem Geldsegen. Dass er den Vorteil trotzdem mitnimmt weiss ich auch, aber wirklich bemerken tut er ihn nicht.</p>
<p>Ganz im Gegensatz zu obenstehendem Vergleichsehepaar.</p>
<p>Bisher bezahlt dieses Paar (Gesamteinkommen 60&#8217;000) zusammen 9&#8217;722 EUR Steuer, bei Aufhebung des Ehegattensplittings sind es bei einer Verteilung 45k -15k bereits 10&#8217;601 EUR und wenn nur einer verdient, w&#228;ren es 16&#8217;037 EUR Steuer + SolZ.</p>
<p>Warum all diese Paare unterschiedlich leistungsf&#228;hig sein sollen, weiss man vermutlich nur als Juso, der weder verheiratet ist, noch in dieser Gehaltsregion verdient.</p>
<p>Liebe Jusos, es ist (zumindest in meinem Umfeld) nicht so, dass</p>
<ul dir="ltr">
<li>
<div>sich die Filialleiterin einen Extraurlaub g&#246;nnt, w&#228;hrend der Gatte im Sicherheitsgewerbe zuhause bleiben muss, weil&#8217;s halt mit seinem Einkommen nirgendwohin geht,</div>
</li>
<li>
<div>der Kfz-Meister am Abend erlesenste Lachsk&#246;stlichkeiten zu sich nimmt, w&#228;hrend die Ehefrau gekochten Vorderpressschinken auf dem Fertigbr&#246;tchen hat, weil sie sich als Friseurin nicht mehr leisten kann</div>
</li>
<li>
<div>die Ingenieurin bei Porsche ein neues Haus baut und der Gatte, der sich zeitweise komplett um die Kindererziehung k&#252;mmert in der miefenden Mietwohnung zur&#252;ckbleibt, weil er sich vom Elterngeld nicht mehr leisten kann.</div>
</li>
</ul>
<p>Wie stehen Jusos eigentlich zum Versorgungsausgleich? Wenn man schon w&#228;hrend der Ehe quasi getrennt wirtschaftet, dann w&#228;re eine nachtr&#228;gliche Anpassung der Alterbez&#252;ge ja fast schon sowas wie Steuerhinterziehung.</p>
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