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	<title>... und alle Fragen offen? &#187; Sozialversicherung</title>
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	<description>Kurioses und Alltägliches</description>
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		<title>Tarifverhandlungen</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Dec 2010 16:44:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[abzüge]]></category>
		<category><![CDATA[gehaltserhöhung]]></category>
		<category><![CDATA[nettolohn]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialversicherung]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich sollten an den Tarifverhandlungen nicht nur die Tarifparteien teilnehmen, sondern auch Herr Sch&#228;uble, Frau von der Leyen und Herr R&#246;sler. Die bekommen von jeder Gehaltserh&#246;hung schliesslich auch etwas ab. Am 1. M&#228;rz 2011 steht f&#252;r die Metallbranche im Bezirk S&#252;dw&#252;rttemberg-Hohenzollern eine 2,7%-Gehaltserh&#246;hung an. Die verteilt sich in Lohnsteuerklasse I bei unterschiedlichen Gehaltsstufen so: EG [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich sollten an den Tarifverhandlungen nicht nur die Tarifparteien teilnehmen, sondern auch Herr Sch&#228;uble, Frau von der Leyen und Herr R&#246;sler. Die bekommen von jeder Gehaltserh&#246;hung schliesslich auch etwas ab.</p>
<p>Am 1. M&#228;rz 2011 steht f&#252;r die Metallbranche im Bezirk S&#252;dw&#252;rttemberg-Hohenzollern eine 2,7%-Gehaltserh&#246;hung an. Die verteilt sich in Lohnsteuerklasse I bei unterschiedlichen Gehaltsstufen so:</p>
<p align="center"><strong>EG 4 Bruttolohn 2&#8217;126,50€ &#8211;&gt; 2&#8217;184,00€</strong></p>
<p align="center"><img hspace="2" alt="eg4" vspace="2" src="http://blog.markus-ritter.de/wp-content/uploads/eg4.png" width="562" height="234" /></p>
<p align="center">
<p align="center"><strong>EG 10 Bruttolohn 3&#8217;076,00€ &#8211;&gt; 3&#8217;159,00€</strong></p>
<p align="center"><img hspace="2" alt="eg10" vspace="2" src="http://blog.markus-ritter.de/wp-content/uploads/eg10.png" width="602" height="243" /></p>
<p>Weil bei einer Gehaltserh&#246;hung die Arbeitgeberbeitr&#228;ge zu den Sozialversicherungen ebenfalls steigen, &#8220;kostet&#8221; die Gehaltserh&#246;hung den Arbeitgeber nicht nur die 57,50€ in EG4 und 83,00€ in EG10, sondern 68,84€ bzw. 99,38€. Von dieser Erh&#246;hung bleiben dem Mitarbeiter in EG4 30,97€ (44,96%) und dem Mitarbeiter in EG10 41,54€ (41,66%).</p>
<p>Der &#252;bertariflich angestellte Mitarbeiter erh&#228;lt ebenfalls eine Gehaltserh&#246;hung um 2,7%</p>
<p align="center"><strong>AT Bruttolohn 6&#8217;000,00€ &#8211;&gt; 6&#8217;162,00€</strong></p>
<p align="center"><img hspace="2" alt="at" vspace="2" src="http://blog.markus-ritter.de/wp-content/uploads/at.png" width="605" height="243" /></p>
<p>Da ab einem monatlichen Bruttogehalt von 3&#8217;712,50€ keine h&#246;heren Kranken- und Pflegeversicherungsbeitr&#228;ge und ab 5&#8217;500€ keine h&#246;heren Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeitr&#228;ge mehr abzuf&#252;hren sind, bleibt dem &#252;bertariflich bezahlten Arbeitnehmer als einzigem mehr als die H&#228;lfte dessen, was der Arbeitgeber mehr bezahlen muss, n&#228;mlich 87,36€ (54,60%).</p>
<p>Und damit w&#228;ren wir beim Grundproblem in Deutschland. Ausgehend von den Lohnkosten kommen von einer Gehaltserh&#246;hung beim Arbeitnehmer maximal 66,1% (wenn nur Sozialversicherungsbeitr&#228;ge bezahlt werden m&#252;ssen und man sich noch im Bereich des steuerfreien Existenzminimums befindet) und minimal 39,6% an (wenn man kurz vor der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung steht)<sup><a href="http://blog.markus-ritter.de/2010/12/30/tarifverhandlungen/#footnote_0_2153" id="identifier_0_2153" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es sei denn, man hat die Lohnsteuerklasse V, dann bleibt es bei maximal 66,1% und minimal verringert sich auf 34,0%">1</a></sup> .</p>
<p>Gebeutelt sind all jene, die offiziell von allen Parteien umworben werden und die der Mittelschicht angeh&#246;ren. Wenn man sich von den Parteiverlautbarungen trennt und schaut, was wirklich getan wird, findet man wenig bis gar nichts.</p>
<p>Von den Linken kommt immer nur der Ruf nach h&#246;herer Beteiligung der Arbeitgeber (als ob irgendein Arbeitgeber nur mit der Bruttolohn rechnete und die Arbeitgeberbeitr&#228;ge aus der eigenen Tasche bezahlen w&#252;rde) von meiner Partei kam und kommt immer nur der Ruf nach Steuersenkungen, wobei die Einkommensteuer f&#252;r die Mittelschicht regelm&#228;ssig niedriger ausf&#228;llt als die Belastung durch die Sozialversicherungsbeitr&#228;ge. Die SPD h&#228;lt an der Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit von Sonn- und Feiertags-, sowie Nachtzuschl&#228;gen fest, als ob die Allgemeinheit daf&#252;r zust&#228;ndig w&#228;re, den Arbeitgebern die Suche nach Menschen, die zu diesen Zeiten arbeiten wollen, zu erleichtern, oder als w&#228;re es Aufgabe der Allgemeinheit, den durchlaufenden Schmelzofen mitzufinanzieren. Dann will die SPD noch eine B&#252;rgerversicherung, in die alle einzahlen m&#252;ssen und der Beitrag von allen Einnahmen berechnet wird, was dem Aubau einer zweiten Steuerbeh&#246;rde gleichkommt, weil die Krankenkasse ja sonst nichts davon weiss, was der Versicherte an Mieteinnahmen hat, oder ob er Aktiengewinne realisiert hat.</p>
<p>Von der CDU h&#246;rt man irgendwie gar nichts, die CSU schickt ab und an mal Herrn Seehofer oder Herrn S&#246;der vor, wobei da irgendwie auch kein Konzept sichtbar wird.  </p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2153" class="footnote">Es sei denn, man hat die Lohnsteuerklasse V, dann bleibt es bei maximal 66,1% und minimal verringert sich auf 34,0%</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Mindestlohn von der anderen Seite</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2010/02/10/mindestlohn-von-der-anderen-seite/</link>
		<comments>http://blog.markus-ritter.de/2010/02/10/mindestlohn-von-der-anderen-seite/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 12:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[alg-ii]]></category>
		<category><![CDATA[Mindestlohn]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialversicherung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ausgehend vom Urteil des BVerfG zum ALG-II-Satz (1 BVL 1/09) ist die Debatte um den Mindestlohn wieder aufgeflammt. Ich empfehle, das Urteil komplett zu lesen und nicht nur die Leits&#228;tze (so ab Rn. 155 wird&#8217;s dann die H&#246;he betreffend interessant). Da die Bef&#252;rworter des Mindestlohns nur altbekannte Thesen wiederholen, gestehe ich mir das auch zu. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ausgehend vom Urteil des BVerfG zum ALG-II-Satz (<a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/ls20100209_1bvl000109.html" target="_blank">1 BVL 1/09</a>) ist die Debatte um den Mindestlohn wieder <a href="http://rotstehtunsgut.de/2010/02/09/kurz-kommentar-zum-hartz-urteil/" target="_blank">aufgeflammt</a>. Ich empfehle, das Urteil komplett zu lesen und nicht nur die Leits&#228;tze (so ab Rn. 155 wird&#8217;s dann die H&#246;he betreffend interessant).</p>
<p>Da die Bef&#252;rworter des Mindestlohns nur altbekannte Thesen wiederholen, gestehe ich mir das auch zu.</p>
<p><strong>Mindestlohn von der anderen Seite</strong></p>
<p>Nehmen wir mal an, ich wollte mich mit einer Agentur f&#252;r haushaltsnahe Dienstleistungen selbst&#228;ndig machen. Den Bedarf sch&#228;tze ich auf mindestens 10 Vollzeitkr&#228;fte ein.</p>
<p>Meinen Mitarbeitern zahle ich den (geforderten) gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 EUR/h. Was muss ich jetzt den Auftraggebern verrechnen, der Oma, die f&#252;r 2 Stunden pro Woche eine Haushaltshilfe braucht, dem Ehepaar, das f&#252;r einen Kinobesuch einen Babysitter braucht?</p>
<p>Ein Stundenlohn von 7,50 EUR ergibt einen Monatslohn von 1&#8217;260 EUR und einen Jahresarbeitslohn von 15&#8217;120 EUR. Dazu kommen noch die Arbeitgeberanteile in den Sozialversicherungen und der Berufsgenossenschaft, und ich bin bei 18&#8217;200 EUR.</p>
<p>F&#252;r Planung, Telefondienst, Aquise, Abrechnungen etc. rechne ich einen 11. Mitarbeiter ein, der ebenfalls den Mindestlohn bekommt. Da ich diesen Mitarbeiter nirgendwo abrechnen kann, schlage ich ihn anteilsm&#228;ssig auf die &#252;brigen Mitarbeiter drauf (ich will ja nachher wissen, zum welchem Preis ich die Dienstleistung anbieten kann). Dann bin ich bei 20&#8217;020 EUR.</p>
<p>Ein B&#252;ro f&#252;r den Mitarbeiter, der sich um die Administration k&#252;mmert, w&#228;re nicht schlecht. Ich kann ja weder verlangen, dass er das von zuhause aus macht, noch m&#246;chte ich die betreffende Person auf Dauer in meinem Wohnzimmer sitzen haben. Niedrig gesch&#228;tzt sind das ca. 700 EUR pro Monat inkl. Strom und Telefon. Sonstige Verbrauchskosten (Papier, Toner, Ordner etc.) rechne ich mit 100 EUR ein. Die B&#252;roausstattung lease ich (der Einfachheit halbe, damit ich jetzt nicht auch noch mit Abschreibungen, Zinsen etc. rechnen muss) f&#252;r 200 EUR pro Monat. Die m&#252;ssen auch erwirtschaftet werden. Pro Person, die ich einem Kunden verrechnen kann, sind wir dann bei 1&#8217;200 EUR pro Jahr.</p>
<p>Werbung sollte ich vielleicht auch machen, damit die Leute auch wissen, was ich anbiete. Amtsbl&#228;ttle (ja, die werden bei uns in Oberschwaben noch gelesen), Visitenkarten f&#252;r den Stand im Einkaufszentrum, Flyer. Vorsichtig gesch&#228;tzt bin ich dann bei ca. 6&#8217;000 EUR pro Jahr (500 EUR pro Monat hat man schneller weg, als man denkt). Das macht dann pro verrechenbarem Mitarbeiter 600 EUR.</p>
<p>Jetzt bin ich bei 21&#8217;820 EUR, die ein Mitarbeiter erwirtschaften muss. Da habe ich selbst noch keinen Cent verdient, habe keine R&#252;cklagen gebildet, und noch keine grossen Anschaffungen get&#228;tigt (zum Beispiel Firmenwagen, damit die Haushaltshilfe nicht mit dem Privat-PKW von Auftraggeber zu Auftraggeber fahren muss).</p>
<p>Fast h&#228;tte ich noch Herrn Sch&#228;uble vergessen, ich biete ja f&#252;r nicht vorsteuerabzugsberechtigten Endkunden an. Herr Sch&#228;uble will  4&#8217;146 EUR von mir haben.</p>
<p>Das bedeutet, dass ich dem Kunden pro Haushaltshilfe und Jahr 26&#8217;000 EUR in Rechnung stellen muss.</p>
<p>Bei gesch&#228;tzten 1&#8217;700 Arbeitsstunden (365 Tage minus 104 Tage Wochenende minus 25 Tage Urlaub minus 7 Feiertage, die nicht auf ein Wochenende fallen minus 10 Krankheitstage) bin ich dann bei 15,30 EUR/h.</p>
<p>Wie begehrt ich bei Eltern bin, die f&#252;r den Babysitter (f&#252;r den Kinobesuch)  70 EUR bezahlen m&#252;ssen, oder bei der r&#252;stigen Rentnerin, die beim Fensterputzen etc. ein bisschen Hilfe braucht und die f&#252;r die 2 Stunden pro Woche am Ende des Monats inkl. Fahrzeit (laut BAG sind Fahrzeiten im Pflegedienst Arbeitszeit)  180 EUR von ihrer sp&#228;rlichen Rente &#252;berweisen soll, weiss ich auch noch nicht. Aber angeblich sind ja alle f&#252;r den Mindestlohn, dann sollten sie auch bereit sein, ihn selbst zu bezahlen.</p>
<p>In dieser Aufstellung fehlen viele Dinge, die typischerweise auch noch anfallen. Alles eingenommene Geld wird entweder an die Angestellten, das Finanzamt, die Sozialversicherungen oder f&#252;r notwendige Sachausstattung ausgegeben. Kein fetter, fauler Kapitalist stopft sich die Taschen voll.</p>
<p><strong>Seitenwechsel</strong> </p>
<p>Wir schauen, was beim Angestellten &#252;brigbleibt. Aus 1&#8217;260 EUR Bruttolohn werden 947 EUR Nettolohn. Bei 168 Monatsstunden sind das gerade noch 5,64 EUR.</p>
<p align="center"><img alt="mindestlohn2" src="http://blog.markus-ritter.de/wp-content/uploads/mindestlohn2.png" width="657" height="420" /></p>
<p>Wer jetzt zusammenz&#228;hlt und nicht auf 15,30 EUR kommt, sei kurz darauf hingewiesen, dass der Angestellte w&#228;hrend des Urlaubs, Feiertagen und Krankheit einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat. Das sind pro Jahr zwischen 320 und 350 Stunden, die der Angestellte von mir bezahlt wird, ohne dass ich das irgendjemand direkt verrechnen kann.</p>
<p><strong>Und wozu jetzt das alles?</strong></p>
<p>Meines Erachtens kommt in der Diskussion um den Mindestlohn ein Punkt viel zu kurz: Was wird von dem Lohn, den ein Arbeitnehmer erwirtschaftet hat, alles abgezogen, bevor es als Nettolohn in seiner Tasche landet.</p>
<p>Dieser Batzen ist meines Erachtens viel zu gro&#223;. Gerade im personalintensiven Bereich wird zu viel weggesteuert.</p>
<ul>
<li>Mit den 3&#8217;009 EUR j&#228;hrliche Zahlung in die gesetzliche Rentenversicherung, erreicht der Arbeitnehmer nicht einmal Grundsicherungsniveau.</li>
<li>Mit den 420 EUR j&#228;hrliche Zahlung an die gesetzliche Arbeitslosenversicherung kommt der Arbeitnehmer im Falle der Arbeitslosigkeit nicht &#252;ber ALG-II-Niveau.</li>
<li>Zu den 2&#8217;256 EUR j&#228;hrliche Zahlung an die gesetzliche Krankenversicherung kommen noch Praxisgeb&#252;hr, Medikamentenzuzahlungen und bis zu 151 EUR Zusatzbeitrag.</li>
</ul>
<p>Alle die den Begriff &#8216;flat tax&#8217; f&#252;r eine unbedingt bek&#228;mpfenswerte neoliberale Ausgeburt des Teufels halten, haben bei den Sozialversicherungen kein Problem damit, dass sie genau das sind: Eine flat tax, erhoben ab dem 1. EUR Einkommen. Nichts mit sch&#252;tzenswertem Existenzminimum, nichts mit Progression. Von jedem EUR, den der Arbeitgeber bezahlt, fliessen 33 Cent an die Sozialversicherungen. Zu allem &#220;bel ist es auch noch eine flat tax, die bei maximal 66&#8217;000 EUR Einkommen pro Jahr gedeckelt ist.</p>
<p>Was sich wie der feuchte Traum eines schmierigen, arbeitnehmerfressenden, &#252;ber-Leichen-gehenden Grosskapitalisten anh&#246;rt ist in Tat und Wahrheit die Vorstellung der sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu den sozialen Sicherungssystemen. Selbst bei der B&#252;rgerversicherung soll es nach Vorstellung der SPD eine Beitragsbemessungsgrenze geben.</p>
<p>Die angedachte Kopfpauschale bei der Krankenversicherung (&#252;ber deren Ausgestaltung man sicherlich streiten kann), w&#252;rde zumindest bewirken, dass der Einkommens-Million&#228;r &#252;ber den Steueranteil auch angemessen an den Gesundheitskosten beteiligt wird. Aber das ist eine andere Geschichte, bzw. ein anderer Beitrag.</p>
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		<title>Mindestlohn-Debatte</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2009/09/10/mindestlohn-debatte/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 10:02:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrwertsteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Mindestlohn]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialversicherung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Mindestlohn-Debatte wird vor der Bundestagswahl von beiden Seiten intensiv gef&#252;hrt. Leider vergisst man meines Erachtens einen wichtigen Punkt: Das Problem ist meiner Ansicht nach n&#228;mlich nicht, dass die Auftraggeber zu wenig bezahlen, das Problem ist, dass zuwenig beim Arbeitnehmer ankommt. Von den 18&#8217;041 EUR, die der Arbeitgeber eines Mindestlohnempf&#228;ngers bezahlen muss (das sind 15&#8217;120 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Mindestlohn-Debatte wird vor der Bundestagswahl von beiden Seiten intensiv gef&#252;hrt. Leider vergisst man meines Erachtens einen wichtigen Punkt:</p>
<p>Das Problem ist meiner Ansicht nach n&#228;mlich nicht, dass die Auftraggeber zu wenig bezahlen, das Problem ist, dass zuwenig beim Arbeitnehmer ankommt.</p>
<ul>
<li>Von den 18&#8217;041 EUR, die der Arbeitgeber eines Mindestlohnempf&#228;ngers bezahlen muss (das sind 15&#8217;120 EUR Bruttogehalt und 2&#8217;921 EUR Sozialabgaben, oft als &#8220;Arbeitgeberanteil&#8221; bezeichnet), kommen 11&#8217;297 EUR beim Arbeitnehmer an (Der zahlt n&#228;mlich 3&#8217;096 EUR Sozialversicherung und 727 EUR Steuern).</li>
<li>Wenn es sich um eine Branche aus dem Dienstleistungsbereich f&#252;r Endkunden handelt, muss die Mehrwertsteuer auch vom Arbeitnehmer erwirtschaftet werden. Dann sind wir bei 21&#8217;500 EUR, die in Rechnung gestellt werden m&#252;ssen.</li>
<li>Wenn man davon ausgeht, dass bspw. 10 Haushaltshilfen einen 11. Angestellten bedingen, der sich um Disposition, Buchhaltung etc. k&#252;mmert und der nicht dem Kunden direkt verrechenbar ist, ist man bei 23&#8217;700 EUR.</li>
<li>R&#252;cklagen f&#252;r schlechtere Zeiten sollte die Firma auch bilden k&#246;nnen, ohne dass gleich alle ‘Kapitalistenschwein’ und &#8216;Ausbeuter&#8217; rufen (Das Risiko der Nichtvermittlung soll ja ein unternehmerisches sein und keins des Arbeitnehmers). Dann sind wir vielleicht bei 27&#8217;000 EUR.</li>
</ul>
<p>Noch hat kein Chef Geld gerafft, noch wurden keine „shareholder“ befriedigt.</p>
<p>
Die Jahresarbeitszeit (das ist die Zeit, in der der Arbeitnehmer vom Kunden bezahlt wird) liegt in Deutschland so bei ca. 1&#8217;760 Stunden. Eine Firma kann eine Dienstleistung, v&#246;llig egal, ob es sich dabei um Rasenm&#228;hen, Kinderbetreuung oder K&#252;che putzen handelt f&#252;r nicht weniger als 15,40 EUR ´die Stunde anbieten. Davon sieht dann der M&#228;her, Kinderh&#252;ter, Putzmann gerade noch 5,60 EUR auf dem Lohnzettel.</p>
<p>
Wenn der Mindestlohn kommt, wird vermutlich ein weiterer Teil in die Schwarzarbeit wandern, weil man sich auf 10 EUR einigen wird und man die 200% Overhead „spart“. Die wenigsten glauben, dass dadurch die Oma weniger Rente, das nierenkranke Kind keine Operation oder der arbeitslose Mechaniker weniger ALG bekommt. Das ist so entpersonalisiert, da &#252;berwiegt die Freude 4,60 EUR pro Stunde mehr zu haben, bzw. 5 EUR die Stunde weniger zahlen zu m&#252;ssen. Nicht dass ich das gutheisse, aber man sieht ja jetzt schon, wieviel Handwerkerleistungen auf privaten Baustellen am Wochenende und Abends erbracht werden.</p>
<p>Und wenn jetzt einer mit „ja, aber bei Minijobs ist das doch alles anders“ kommt:<br />
Erstens ist es das nicht sehr und zweitens streben die Verfechter eines Mindestlohns wohl an, dass Menschen in sozialversicherungsplichtigen Arbeitsverh&#228;ltnissen stehen. Oder soll man dank Mindestlohn jetzt 3 Minijobs annehmen m&#252;ssen?</p>
<p>Zum Abschlu&#223; eine kleine Grafik:</p>
<p align="center"><img alt="mindestlohn" src="http://blog.markus-ritter.de/wp-content/uploads/mindestlohn.png" width="671" height="416" /></p>
<p>F&#252;r Tagesmutter/vater m&#252;ssen Sie den ganzen Kuchen bezahlen. Die Person, die ihre Kinder betreut bekommt davon das hellblaue St&#252;ck links.</p>
<p>Dar&#252;ber wird in der &#246;ffentlichen Diskussion viel zuwenig diskutiert. Dem Mindestlohnempf&#228;nger w&#228;re vermutlich mehr gedient, wenn man ihm statt 39,8% 65% liesse.</p>
<p>Selbst wenn die SPD den Mindeststeuersatz so weit senken w&#252;rde, dass ein Mindestlohnempf&#228;nger keine Einkommensteuer mehr zahlen m&#252;sste (was selbst der SPD zu weit ginge, es geht aktuell um 2% Absenkung im Einstiegsbereich), w&#252;rde die Nettoquote nur auf 40,9% steigen.</p>
<p>[Wer sich jetzt wundert, dass man beim Stundenlohn nur auf 36.4% kommt, sei darauf hingewiesen, dass der Arbeitnehmer w&#228;hrend Urlaub, Feier- und Krankheitstagen in aller Regel sein Gehalt weiterbekommt, was sich nat&#252;rlich auf das Jahresnetto auswirkt. Warum ich trotzdem den Stundenlohn verwende liegt darin begr&#252;ndet, dass es das ist, was der Arbeitnehmer auf seiner Lohnabrechnung sieht.]</p>
]]></content:encoded>
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