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	<title>... und alle Fragen offen? &#187; steuerhinterziehung</title>
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	<description>Kurioses und Alltägliches</description>
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		<title>Ein kleiner Ausflug in die Steuerhinterziehung</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 13:04:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[anstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[steuerhinterziehung]]></category>
		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>
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		<description><![CDATA[Sigmar Gabriel h&#228;tte &#8211; wenn der Spiegel richtig zitiert &#8211; gerne, dass Steuerhinterziehung ab einer Summe von 500&#8217;000 EUR als Verbrechen eingestuft wird und nicht mehr als Vergehen. § 12 StGB Verbrechen sind rechtswidrige Taten, die im Mindestma&#223; mit Freiheitsstrafe von einem Jahr oder dar&#252;ber bedroht sind. Auf den ersten Blick &#228;ndert sich nicht viel. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmar Gabriel h&#228;tte &#8211; wenn der Spiegel richtig zitiert &#8211; gerne, dass Steuerhinterziehung ab einer Summe von 500&#8217;000 EUR als Verbrechen eingestuft wird und nicht mehr als Vergehen.</p>
<blockquote>
<p><strong>§ 12 StGB</strong></p>
<p>Verbrechen sind rechtswidrige Taten, die im Mindestma&#223; mit Freiheitsstrafe von einem Jahr oder dar&#252;ber bedroht sind.</p>
</blockquote>
<p>Auf den ersten Blick &#228;ndert sich nicht viel. Bereits jetzt gilt:</p>
<blockquote>
<p><strong>§ 370 AO</strong></p>
<p>[..]</p>
<p>(2) Der Versuch ist strafbar.<br />
(3) In besonders schweren F&#228;llen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der T&#228;ter</p>
<ol dir="ltr">
<li>
<div>in gro&#223;em Ausma&#223; Steuern verk&#252;rzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt,</div>
</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Durch die Leitsatzentscheidung des BGH (<a title="Bundesgerichtshof" href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;sid=3f79ded410ff9dd446c860f7ee2ac640&amp;nr=46604&amp;pos=0&amp;anz=1" target="_blank">1 StR 416/08</a>) </p>
<blockquote>
<p>Bei Hinterziehungsbetr&#228;gen in Millionenh&#246;he kommt eine aussetzungsf&#228;hige Freiheitsstrafe nur bei Vorliegen besonders gewichtiger Milderungsgr&#252;nde noch in Betracht. </p>
</blockquote>
<p>wird sich das auch ohne &#196;nderung des Gesetzes auf 1 Jahr Mindeststrafe einpendeln.</p>
<p>Spannender und gef&#228;hrlicher w&#252;rde es allerdings f&#252;r Menschen, die bisher noch nicht im Bereich der Strafbarkeit sind und zwar durch </p>
<blockquote>
<p>§ 30 StGB</p>
<p>(1) Wer einen anderen zu bestimmen versucht, ein Verbrechen zu begehen oder zu ihm anzustiften, wird nach den Vorschriften &#252;ber den Versuch des Verbrechens bestraft.  </p>
</blockquote>
<p>Rausgek&#252;rzt ergibt sich:</p>
<p>Wer einen anderen zu bestimmen versucht, zu einem Verbrechen anzustiften</p>
<p>Die ganzen Vorst&#228;nde und Back-Office-Mitarbeiter, die sich st&#228;ndig neue Modelle zum &#8220;Steuersparen durch kreatives Auslegen der Wahrheit&#8221; ausdenken und diese dann an die Berater weitergeben mit der Auflage, das doch im Rahmen der Kundenbindung finanzkr&#228;ftigen Kunden anzubieten, w&#252;rden sich k&#252;nftig (und zwar nicht zu knapp) strafbar machen.</p>
<p>Prinzipiell ein interessanter Weg, das ganze auch f&#252;r die ausf&#252;hrenden Banke(r/n) zu gef&#228;hrlich zu machen und den Sumpf von dieser Seite her auszutrocknen. Wenn man sich jetzt auch noch dazu aufraffen k&#246;nnte, den ganzen (halb-)staatlichen deutschen Landesbanken die Dependancen in Steuersparoasen zu schliessen, w&#228;re einiges gewonnen.</p>
<p>Wer jetzt einwendet, dass der Staat die B&#252;rger ja quasi zur Steuerhinterziehung zwinge, weil er so unversch&#228;mt abkassiert, dem kann ich nur entgegnen, dass Kapitalbesitzer in Deutschland besser gestellt sind, als Arbeitnehmer.</p>
<p>W&#228;hrend der Arbeitnehmer f&#252;r sein Einkommen, das zwischen 40&#8217;000 EUR und 60&#8217;000 EUR liegt, insgesamt 8&#8217;300 EUR Steuern zahlt, zahlt der Kapitaleigner, der sein Geld z.B. in Bundesanleihen gesteckt hat, in diesem Bereich nur 5&#8217;275 EUR. W&#228;hrend f&#252;r den Kapitaleigner die Steuerquote bei 26,4% stehenbleibt, l&#228;uft sie f&#252;r den Arbeitnehmer bis 44,31%.</p>
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		<title>Das Thema ist ein wenig komplexer</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 15:09:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[steuerhinterziehung]]></category>

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		<description><![CDATA[Momentan steht ja wieder eine CD zum Kauf, auf der sich die Daten von mutmasslich 1&#8217;300 &#8211; 1&#8217;500 m&#246;glichen wahrscheinlichen Steuers&#252;ndern aus Deutschland befinden, die in der Schweiz ihr Geld geparkt und vermehrt haben, ohne dem deutschen Fiskus die entstandenden Einnahmen (Zinsen, Dividenden, Ver&#228;usserungsgewinne) anzuzeigen. Die Grenzen zwischen Bef&#252;rwortern des Ankaufs und deren Gegner ziehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Momentan steht ja wieder eine CD zum Kauf, auf der sich die Daten von mutmasslich 1&#8217;300 &#8211; 1&#8217;500 <del>m&#246;glichen</del> wahrscheinlichen Steuers&#252;ndern aus Deutschland befinden, die in der Schweiz ihr Geld geparkt und vermehrt haben, ohne dem deutschen Fiskus die entstandenden Einnahmen (Zinsen, Dividenden, Ver&#228;usserungsgewinne) anzuzeigen.</p>
<p>Die Grenzen zwischen Bef&#252;rwortern des Ankaufs und deren Gegner ziehen sich durch alle Parteien (genaugenommen ziehen sie sich durch CDU/CDU und FDP, Gr&#252;ne, SPD und Linke scheinen unisono f&#252;r einen Ankauf zu sein).</p>
<p>Daf&#252;r spricht, dass man mit diesen Daten Straftaten aufdecken kann, die mit Gef&#228;ngnisstrafe bis zu 10 Jahren belegt werden k&#246;nnen.</p>
<p>Dagegen spricht, dass die Daten unrechtm&#228;&#223;ig erlangt wurden.</p>
<p>In Deutschland gibt es kein so ausgepr&#228;gtes Beweisverwertungsverbot wie z.B. in den <a title="fruit of the poisonous tree" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BCchte_des_vergifteten_Baumes" target="_blank">USA</a>. Dennoch gibt es eines. Zwei aktuelle Entscheidungen, die das Beweisverwertungsverbot betreffen, werden gerade in den verkehrsrechtlichen Foren und Webseiten hoch und runter dekliniert.</p>
<p>Da haben wir zum einen die Entscheidung des OLG Hamm (und in Folge Dresden und Celle), wie man mit Blutproben umzugehen hat, die einem vermeintlich alkoholisierten Verkehrsteilnehmer abgenommen wurden, ohne die Blutentnahme von einem Richter genehmigen zu lassen, wie es in der Strafproze&#223;ordnung vorgesehen ist:</p>
<blockquote><p><strong>§ 81a StPO</strong></p>
<ol>
<li>
Eine k&#246;rperliche Untersuchung des Beschuldigten darf zur Feststellung von Tatsachen angeordnet werden, die f&#252;r das Verfahren von Bedeutung sind. Zu diesem Zweck sind Entnahmen von Blutproben und andere k&#246;rperliche Eingriffe, die von einem Arzt nach den Regeln der &#228;rztlichen Kunst zu Untersuchungszwecken vorgenommen werden, ohne Einwilligung des Beschuldigten zul&#228;ssig, wenn kein Nachteil f&#252;r seine Gesundheit zu bef&#252;rchten ist.
</li>
<li>
Die Anordnung steht dem Richter, bei Gef&#228;hrdung des Untersuchungserfolges durch Verz&#246;gerung auch der Staatsanwaltschaft und ihren Ermittlungspersonen (§ 152 des Gerichtsverfassungsgesetzes) zu.
</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Dieser Richtervorbehalt wurde und wird in vielen F&#228;llen nicht eingehalten. Laut dem OLG Hamm, Celle und Dresden liegt damit ein Beweisverbot vor, wenn ersichtlich ist, dass die ermittelnden Polizeibeamten grunds&#228;tzlich nicht einmal versuchen, einen Richter zu erreichen. Um ein plakatives v&#246;llig &#252;berzogenes Beispiel zu konstruieren:</p>
<p>Dem Quartalss&#228;ufer, der unger&#252;hrt (und nachweislich) mit 2 Promille Auto f&#228;hrt und bei der n&#228;chsten Fahrt vielleicht eine komplette Familie beim Sonntagsausflug ausl&#246;scht, wird der F&#252;hrerschein nicht entzogen und er geht straffrei aus, weil ein Polizeiobermeister der Meinung war, dass man auf den Anruf beim Ermittlungsrichter verzichten kann.</p>
<p>Die andere Entscheidung (die von &#252;bereifrigen RiAG wohl ein wenig weit ausgelegt wird) stammt vom Bundesverfassungsgericht (<a title="Bundesverfassungsgericht" href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20090811_2bvr094108.html" target="_blank">2 BvR 941/08</a>).</p>
<p>In Kurzform geht es darum, dass von einer Autobahnbr&#252;cke aus die Fahrzeuge auf der Autobahn gefilmt wurden und man danach ausgewertet hat, welche Fahrzeugf&#252;hrer durch zu geringen Sicherheitsabstand / &#252;berh&#246;hte Geschwindigkeit eine Ordnungswidrigkeit begangen haben. Das BVerfG ist zum Schlu&#223; gekommen, dass die automatisierte Aufzeichnung jedes Fahrzeugs ohne die richtige Ermessensgrundlage einen rechtswidrigen Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung darstellt. Daraus folgt dann f&#252;r viele Amtsgerichte der Schlu&#223;, dass dieses Video nicht verwertet werden darf. Da dieses Video aber der einzige Beweis f&#252;r dr&#228;ngeln/rasen ist, hat das jeweilige Ordnungsamt/Polizeibeh&#246;rde nichts mehr gegen den Verkehrss&#252;nder in der Hand, der damit folgerichtig freigesprochen werden muss.</p>
<p>Zwei Beispiele, in denen der Rechtsstaat &#8220;kapituliert&#8221;, weil die Beweismittel nicht auf rechtsstaatlichem Weg erlangt wurden.</p>
<p>Das kann man gut oder schlecht finden, es erfordert meines Erachtens aber auch in Bezug auf die Daten &#252;ber Steuers&#252;nder eine etwas l&#228;ngere Betrachtung, bei der man aussen vor l&#228;sst, wen man denn damit eigentlich erwischt. Wenn man sich die Wortmeldungen einiger SPD-Frontleute anh&#246;rt, dann k&#246;nnte man fast meinen, Herr Pawlow h&#228;tte mit dem Gl&#246;ckchen geklingelt.</p>
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		<title>Proditionem amo, sed proditores non laudo</title>
		<link>http://blog.markus-ritter.de/2010/01/30/proditionem-amo-sed-proditores-non-laudo/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 10:43:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schritter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[steuerhinterziehung]]></category>

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		<description><![CDATA[Bundesfinanzminister Sch&#228;uble liegt ein unmoralisches Angebot vor: Daten von 1&#8217;500 deutschen Steuers&#252;ndern (die vermutlich sicher auf illegalem Weg erlangt wurden), gegen die Zahlung von 2,5 Millionen EUR (ob die steuerfrei sein sollen, wird nirgends erw&#228;hnt). Ganz im Stile echter Dealer hat der Verk&#228;ufer die Beh&#246;rden mit den Daten von 5 Steuerhinterziehern angefixt, die, wenn man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesfinanzminister Sch&#228;uble liegt ein unmoralisches Angebot vor: Daten von 1&#8217;500 deutschen Steuers&#252;ndern (die <del>vermutlich</del> sicher auf illegalem Weg erlangt wurden), gegen die Zahlung von 2,5 Millionen EUR (ob die steuerfrei sein sollen, wird nirgends erw&#228;hnt).</p>
<p>Ganz im Stile echter Dealer hat der Verk&#228;ufer die Beh&#246;rden mit den Daten von 5 Steuerhinterziehern angefixt, die, wenn man den Aussagen glauben darf, wohl Steuernachzahlungen von jeweils einer Million EUR nach sich ziehen werden. Davon abziehen muss man nat&#252;rlich die Kosten f&#252;r die Gef&#228;ngnisunterbringung der Steuerhinterzieher, deren Strafen nach dem Urteil des BGH <a title="BGH 1 StR 416/08" href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;sid=30db39edf49c4c7dfdcc086edfdaf75c&amp;nr=46604&amp;pos=0&amp;anz=1" target="_blank">1 StR 416/08 </a> wohl nicht mehr zur Bew&#228;hrung ausgesetzt werden d&#252;rften.</p>
<p>Soll ich das jetzt gut finden oder schlecht? Soll ich die eklatante Verletzung von Datenschutzrecht gut heissen, weil es diejenigen trifft, die ihren Hals nicht voll genug bekommen und die im Gegensatz zu mir nur 25% zahlen statt 42% (wenn man davon ausgeht, dass Steuern auch eine Lenkungswirkung haben sollen, scheint die unselbst&#228;ndige T&#228;tigkeit als AN nicht so gew&#252;nscht zu sein wie das verleihen von Geld an Firmen und Staaten, aber das ist ein anderes Thema).</p>
<p>Ich wei&#223; es nicht. Mir geht es da ein bisschen wie Julius Caesar.</p>
<p>Abschlie&#223;end bleibt nur zu hoffen, dass nicht zu viele F&#228;lle in Hessen beheimatet sind, weil das dann wieder nur in der Zwangspensionierung von Steuerfahndern mittels <del>gekaufter</del> fehlerhafter psychiatrischer Gutachten und Ged&#228;chtnisl&#252;cken von Finanzministern endet.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>np: within temptation &#8211; what have you done</p>
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