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Ich habe es wirklich versucht. Gestern nach Schliessung der Wahllokale habe ich nur ganz kurz bei ARD und ZDF vorbeigeschaut, um mich gleich danach mit “Grip – das Motorsportmagazin” und “Schwiegertochter gesucht” abzulenken. Es hat allerdings nichts gebracht. Vermutlich bin ich da ganz so wie der Skorpion in der Fabel.

Also doch eine kleine Nachbetrachtung der Landtagswahlen in Sachsen. Auf den ersten Blick keine Überraschungen. Die Nichtwähler haben dieses Mal die absolute Mehrheit geholt.
Die große Koalition aus CDU und SPD, die vermutlich die nächste Landesregierung stellen werden, konnte 25% der Wahlberechtigten hinter sich vereinen.
NPD und FDP haben die 5%-Hürde nicht geschafft, die aufgrund der niedrigen Wahlbeteiligung sogar nur eine 2,4%-Hürde war. Der NPD sind Protestwähler verloren gegangen, weil mit der AFD eine Alternative da war. Die FDP hat einfach verkackt. All die tollen Analysen danach sind nett, gehen aber großteils am eigentlichen Problem vorbei.

Zeitgeist ist ein deutsches Wort, das es als Lehnwort ins Englische geschafft hat und der Zeitgeist bläst der FDP momentan von vorne mitten ins Gesicht.
Ich glaube nicht, dass die sächsische FDP irgendetwas hätte tun können, um ins Parlament zu kommen. Die Frage, ob der Zeitgeist berechtigt ist oder nicht, ist völlig zweitrangig. Er ist da und man muß mit ihm umgehen.

  • Man kann es mit Inhalten versuchen, aber der Anteil der Menschen, die vor einer Wahl die Programme lesen liegt vermutlich im niedrigen einstelligen Prozentbereich und von denen haben viele gelernt, dass Wahlprogramme nur eine Gültigkeitsdauer bis zum Wahlsonntag um 18.00 Uhr haben.
  • Man kann einen Neustart propagieren, aber nach dem gefühlt fühnzehnten Neustart, der von immer den gleichen Leuten ausgerufen wird, nutzt sich so ein Neustart-Gehabe mit der Zeit ab.
  • Man kann sich abspalten und einen echten Neustart wagen. Entweder man bleibt damit erfolglos und dümpelt irgendwo im Promillebereich rum, oder man zieht Spinner an wie Scheisse die Fliegen.
  • Man kann darauf hoffen, dass die jeweilige Regierungskoalition soviel Mist baut, dass sich die Leute die FDP zurücksehnen. Nachdem wir alle kurz gelacht haben, kurz zu den Gründen, warum das scheitert:
    • Es gibt genug Alternativen, die einen noch nicht enttäuscht haben. Vermutlich machen die es auch nicht besser, aber denen klebt wenigstens nicht der Geruch des Schon-so-oft-versagt-habens an den Schuhen. Das hat im letzten Jahrtausend funktioniert, als die Parteienlandschaft übersichtlich war und die Wählerbindung intensiver. Bei manchen Wahlen sind die Wählerwanderungsbalken mittlerweile dicker als der Ergebnisbalken.
    • Man weiß eigentlich auch nicht so genau, was die FDP besser machen könnte.
    • Die mediale Aufmerksamkeit ist dahin. Neue Parteien und deren Streitereien sind viel interessanter als der zahnlos vor sich hin brabbelnde Opa, der von vergangenen glorreichen Zeiten erzählt.

Wenn man sich die vergangen Landtagswahlen anschaut, in denen die FDP den Sprung in den Landtag geschafft hat stellt man fest, dass es in den seltensten Fällen an der FDP lag.

  • In Baden-Württemberg und Niedersachsen war klar, dass die CDU es alleine nicht schaffen wird und das “bürgerliche” Lager hat einen Steigbügelhalter für den CDU-Ministerpräsidentenkandidaten gewählt. Es hat zweimal nicht geklappt, von daher werden die Wähler das das nächste Mal vermutlich nicht mehr probieren.
  • In Nordrhein-Westfalen hatte der CDU-Ministerpräsidentenkandidat so offensichtlich keine Lust, dass das Kreuz bei der FDP eher eine Verzweiflungstat war, denn eine aus echter Überzeugung.
  • In Schleswig-Holstein gab es bei der CDU kurz vor der Wahl einen Austausch des CDU-Spitzenkandidaten. Ausserdem trat mit Wolfgang Kubicki für die FDP einer der bekanntesten und vermutlich authentischsten FDP-Politiker an.
  • Hamburg hatte mit Katja Suding ein frisches unverbrauchtes Gesicht und einen relativ unbekannten CDU-Kandidaten.
  • Hessen lässt mich etwas ratlos zurück, allerdings sind 5,0% als Ergebnis auch nicht so berauschend, als daß man es als Blaupause benutzen könnte.

Die FDP-Sitze in Thüringen und Brandenburg werden in 2 Wochen Geschichte sein, so daß sich die parlamentarische Vertretung der FDP auf 64 MdL1 in 6 Landesparlamenten und 3 MdEP verkleinern wird. Das war in den 90er Jahren schon mal schlechter, als die FDP nur noch in 4 Landesparlamenten saß, aber da gab es zumindest eine Bundestagsfraktion und weniger Auswahl auf dem Stimmzettel.

Genug gelabert, die Ergebnisse (ohne lästige Zahlen und in bunt):

landtagswahl-sachsen-2014

Wahlergebnis unter Berücksichtigung der Nichtwähler

legende

  1. für die Klugscheisser unter uns: 55 Mitglieder des Landtags und 9 Mitglieder der Hamburgischen Bürgerschaft []


Momentan wird Facebook überflutet mit Hochkant-Videos, in denen sich Menschen Eiswasser-Kübel über den Kopf kippen und drei andere Menschen dazu auffordern, es ihnen gleichzutun.

Abseits der Fragen, wie sinnvoll das ist und warum die Videos, in denen etwas schief geht viel öfter angeschaut werden als die, bei denen es klappt, kann man das Ganze auch anders betrachten, von Seiten der Mathematik.

Wie schnell verbreitet sich sowas eigentlich?

Wenn ich es richtig mitbekommen habe, nominiert jeder Übergossene 3 weitere Personen, die 24 Stunden Zeit haben, sich auch zu übergiessen. Das Ganze ist also eine simple Exponentialfunktion.

funktion

funktion und stammfunktion der ice bucket challenge

Exponentialfunktionen haben die Tendenz, ganz langsam in Gang zu kommen und dann abzugehen wie Schmidts Katze1.

Nach einer Woche haben insgesamt 3.280 Personen teilgenommen, nach 2 Wochen 7,2 Millionen und nach 3 Wochen war dann jeder mal dran, weil dann theoretisch 15,7 Milliarden Menschen teilgenommen haben.

grafik

entwicklung der nassen, frierenden menschen

 

And now for something completely different

Da die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne immer weiter abnimmt, muss man öfter mal das Thema wechseln, um die Leute bei Laune zu halten. Zugegebenermaßen wird bis hierhin sowieso fast keiner vordringen, weil da oben so komische Symbole stehen und es um Mathe zu gehen scheint.

Man kann die Ice Bucket Challenge auch dazu nutzen, Graphen zu zeichnen und anhand dieser dann festzustellen, in welche Promikategorie jemand gehört (A-Z und falls das nicht reicht, auch noch die Umlaute). Der Zeitpunkt der Nominierung hängt einerseits mit dem Vernetzungsgrad zusammen (von wie vielen Leuten könnte ich aufgefordert werden) und von der Enge der Bindung (wem, der sich gerade einen Eimer Eiswasser über seinen Kopf geschüttet hat, falle ich spontan ein). Ich kann mich beruhigt zurücklehnen, ich bin nicht mal Ü-Promi und kann die Eiswürfel für Smoothies nutzen.

And now for something completely different

Man kann die Ice Bucket Challenge auch betrachten um festzustellen, wann ein Trend beginnt zu langweilen, weil jeder dritte Post im Feed diesen Trend aufgreift und wann die Meta-Diskussionen beginnen, das eigentliche Thema zu verdrängen.

So rein gefühlsmäßig hat das vor 1-2 Tagen begonnen.

Helene Fischers Video vom 20. August haben noch über 30.000 Personen auf Facebook geteilt, die Promis der letzten Tage kommen auf weit geringere Zahlen2.

  1. ich soll auf jeden Fall was mit Katzen machen hat man mir gesagt, weil das die Klickzahl erhöht []
  2. das kann ich jetzt nicht mit Namen untermauern, aber ich habe gelernt, dass zu viele Zahlen sowieso schädlich sind und die besten Argumente die sind, die nicht nachprüfbar sind []


blogende

Knapp 9 Jahre nach Blogstart endet dieser Blog heute, nachdem ich mir etwas Zeit genommen habe, verschiedene Dinge auf ihre Sinnhaftigkeit und Resonanz zu überprüfen um die Eigen- mit der Fremdwahrnehmung etwas deckungsgleicher hinzubekommen.

Das blog in nackten Zahlen:

online seit 14. Juni 2005 (3’269 Tage)
Beiträge 1’677
Kommentare 1’324
Spam 71’317
Kommentare/Beitrag 0,790
Kommentare/Spam 0,019

Allem Anschein nach, ist das, was ich schreibe für Andere nicht ganz so interessant wie für mich (Das ist jetzt keine Neuigkeit, aber manchmal braucht es etwas Zeit).

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

In diesem Sinne:

So Long, and Thanks For All the Fish



Vor 65 Jahren verkündete der parlamentarische Rat das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.

Ich möchte jetzt nicht darüber lamentieren, was daraus geworden ist und das mittlerweile gefühlt jeder zweite Artikel den Zusatz “das nähere regelt ein Bundesgesetz” trägt, es geht ums Datum.

Der 23. Mai 1949 scheint ein ganz normaler Tag zu sein, aber er ist es nicht.

    Das Datum besteht aus den drei Primzahlen 5, 23, 1949.

  • Die Quersumme des Jahreszahl 1949 ist 23, was dem Tag entspricht
  • Die Quersumme des Tages 23 ist 5 und ergibt den Monat
  • Der 23. Mai 1949 war der 18041. Tag des Jahrhunderts, was ebenfalls eine Primzahl ist
  • Die einstellige Quersumme von 18041 ist 5, was den Monat ergibt

Der einzige Tag im 20., 21., und 22. Jahrhundert, auf den obiges zutrifft, war der 23. Mai 1949

 

Und damit das Ganze auch noch etwas informatives enthält, hier die Übersicht der zwischen 1990 und 2010 vom Bundesverfassungsgericht für nichtig oder verfassungswidrig erklärten Bundesgesetze.

http://www.bundestag.de/blob/274408/9aa6447228d0d02228db6973d242ad94/kapitel_10_06_f__r_nichtig_oder_verfassungswidrig_erkl__rte_bundesgesetze-pdf-data.pdf

Das Einkommensteuergesetz erhält für 20 Nennungen den 1. Preis.

 



Gerade bei der unechten Teilortswahl ist es nicht so einsichtig, wer denn am Ende ein Mandat bekommt.

In den letzten Woche habe ich wiederholt zwei Aussagen gehört, die nicht stimmen und die ich anhand der letzten Wahl und den jetzigen Listen klarstellen möchte.

  1. Die Wählerinnen und Wähler im Teilort entscheiden, wer für den Teilort in den Gemeinderat einzieht
  2. Diejenigen mit den meisten Stimmen bekommen das Mandat.

Kappel als kleinster Teilort entsendet 3 (von insgesamt 19) Gemeinderäten. Bei der letzten Wahl haben die Kappler so entschieden:

kappel1

Wahlergebnis 2009 in Horgenzell-Kappel

Das hätte bedeutet, dass Liste 1 einen Gemeinderat und Liste 2 zwei Gemeinderäte entsendet. Auf Liste 1 wäre das die Nummer 107 und auf Liste 2 die Nummern 205 und 208 gewesen.

Allerdings dürfen ja alle Horgenzeller die Kappler Gemeinderäte mitwählen, so dass sich in der Gesamtgemeinde folgendes Bild ergab:

kappel2

Wahlergebnis 2009 für Horgenzell-Kappel

Auch hier bekommt die Liste 1 einen Sitz und die Liste 2 zwei Sitze. Auf Liste 1 die Nummer 105 und auf Liste 2 die Nummern 208 und 206.

Von den 3 Kappler Gemeinderäten wurden also 2 von aussen bestimmt.

Wenn man als kleines Gedankenexperiment annimmt, dass Kappel nur zwei Gemeinderäte entsenden darf, dann sieht man an obigem Beispiel, dass nicht die mit den meisten Stimmen (208 und 206) einen Sitz bekommen hätten, sondern jeweils der Stimmenbeste auf der jeweiligen Liste (208 und 105).

Da bei dieser Wahl in Kappel auf einer Liste vier Kandidaten und auf der anderen nur 3 Kandidaten stehen, wird sich das vermutlich auch auf die Sitzverteilung auswirken, weil die Stimmenanzahl der Liste zählt und nicht das Einzelergebnis.

kappel3

Mögliches Wahlergebnis für Horgenzell-Kappel 2014

Bei diesem Ergebnis würde die Liste 2 zwei Gemeinderäte entsenden (208 und 206) und die Liste 1 einen Gemeinderat (105).

Von den Einzelergebnissen ausgehend, würden also nicht die besten drei (106, 107 und 105) ein Mandat erhalten, sondern der Bestplatzierte (106) , der Viertplatzierte(208) und der Fünftplatzierte(206). Der Zweit- und Drittplatzierte bekämen keinen Sitz und zwar aus dem einfachen Grund, dass die Liste 2 einen vollen Stimmzettel hatte und die Liste 1 halt nicht.

Noch undurchsichtiger wird es, wenn, wie bei dieser Wahl, eine dritte Liste antritt.

kappel4

Mögliches Wahlergebnis für Horgenzell-Kappel 2014

Bei diesem Wahlergebnis entsendet jede Liste jeweils einen Gemeinderat. Das sind der der Bestplatzierte (106) , der Viertplatzierte(208) und derAchtplatzierte(306).

 

Bei der Bestimmung der Gemeinderäte ist das Ergebnis der Liste oft viel entscheidender als das persönliche Ergebnis.