Kalenderblatt 28.01.06

Ein eher lieblos dahingerotztes Kalenderblatt, weil mir irgendwie der inspirierende Jahrestag fehlt. Natürlich könnte man die 106 Jahre DFB zum Anlass nehmen, ein wenig über den ehemalig alleinigen und jetzigen DFB-Mitpräsidenten Mayer-Vorfelder zu lästern, aber das wäre unsportlich nachgetreten, man könnte auch politisch werden und den 124. Geburtstag des (je nach Sichtweise) zweitletzten oder letzten demokratisch gewählten Reichskanzlers der Weimarer Republik. Viel besser in den KRam passt mir allerdings das 62. jährige Jubiläum der Uraufführung der Feuerzangenbowle. Da kann man herrlich in den eigenen leider viel zu schnell vergangenen Studienjahren schwelgen, kann sich endlosen Ausführungen über die richtige Zubereitung hingeben (nein, wir kippen den Rum auf den Zuckerhut und nicht direkt in die Bowle, auch wenn dann einiges davon verbrennt), …

Mit Erstaunen stelle ich gerade fest, dass meine FH im Kalenderblatt der Deutschen Welle genannt wird. Ich bin gerührt.

Wie amerikanische Atompolitik funktioniert

… weiss ich nicht. Wenn man sich allerdings mal das Geeiere der Bush-Administration in den letzten Monaten und Jahren anschaut, dann sieht es weder konsequent aus, noch scheint es sich an den Richtlinien des Atomwaffensperrvertrages zu orientieren.
Es gibt mittlerweile einige inoffizielle Atommächte, bei denen der Besitz vor der offiziellen Aufgabe des Programms bekannt wurde, bzw. die dieses Programm immer noch betreiben:

  • Israel
  • Pakistan
  • Indien

Israelische Atomwaffen werden totgeschwiegen, die Pakistanis braucht man als Helfer im Kampf gegen den globalen Terror, da kratzt man besser auch nicht halbgeschlossene Wunden wieder auf und den Indern schliesslich, bietet man eine Kooperation auf diesem Gebiet an.
Warum Pakistan politisch so viel stabiler ist als der Iran, ist für Nicht-US-Präsidenten nicht so offensichtlich, auch Indien scheint noch einige ungelöste politische und religiöse Probleme mit sich herumzuschleifen.
Aber vielleicht gibt es in 15 Jahren ähnliche Seiten wie diese .
(Man sieht die händeschüttelnden Herren Rumsfeld und Hussein).

Kalenderblatt 27.01.06

Natürlich könnte man auf dem heutigen Kalenderblatt auf den 250. Geburtstag von Mozart verweisen, aber das macht ja jeder, weshalb ich es hier nicht tue. (Dieses Stilmittel nennt man übrigens praeteritio, nur falls man mal auf einer langweiligen Party eher seine Lateinkenntnisse unter Beweis als sein Licht unter den Scheffel stellen will, und damit – so sie denn kaum vorhanden – ein weiteres praktisches Beispiel für dieses Stilmittel gibt).

NOW TO SOMETHING COMPLETEY DIFFERENT

Vor 43 Jahren durften zum ersten Mal Frauen bei einer Volksabstimmung im Iran teilnehmen. Ich lasse jetzt mal unbeachtet, ob das dem Land mehr genutzt als geschadet hat. Auf jeden Fall waren die Iranerinnen damit ihren schweizerischen Geschlechtsgenossinnen um 8 Jahre und jenen im Kanton Appenzell Ausserrhoden (das ist auch Schweiz) gar um 27 Jahre voraus.

Kalenderblatt 26.01.06

heute passend sowohl zum Datum als auch zum anstehenden Mozartjahr ein kulturelles Ereignis, die bisher nur eher spärlich im Kalenderblatt vertreten sind:
Vor 216 Jahren wurde die Oper „cosi fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart im Wiener Burgtheater uraufgeführt.
Jetzt bin ich ja weder ausgewiesener Opernfan (spricht man bei Opern eigentlich von Fan oder eher von Liebhaber?) noch Mozartkenner, von daher möge man mir die Kurzfassung des Inhalts verzeihen:
„Verwechslungskomödie mit offenem Ende“, oder wie es das Theater Krefeld Mönchengladbach viel treffender auszudrücken weiss:

„Così fan tutte“ ist eine musikalische Komödie, in der Mozart und da Ponte den labilen Zustand einer gespaltenen Gesellschaft so radikal wie in keiner anderen Oper entlarven. Ein Stück der feinen Balance zwischen Schein und Sein, Leichtigkeit und Schwere, Komik und Ernst.