Spitzenplatz in den Charts trotz Internet-Downloads

In diversen Online-Publikationen bekommt man folgendes zu lesen:

Die Arctic Monkeys können sich ab sofort mit dem Titel als Band mit dem schnellstverkauften Debütalbum in Großbritannien aller Zeiten schmücken. WHATEVER PEOPLE SAY THAT I AM, THAT’S WHAT I’M NOT schoss mit 363.735 verkauften Exemplaren aus dem Stand auf Platz 1 der Insel-Charts.

Obwohl es die Lieder teilweise kostenlos im Internet gibt, wollten anscheinend über 363.000 Menschen lieber die CD kaufen, statt sich die Lieder legal auf einen Rohling zu brennen.

Und das in einer Zielgruppe, die man eher zu den Brennern als zu den Käufern zählt, es ist Rock und keine Heimatmusik.

Auch andere Künstler für diese Zielgruppe schaffen hohe Verkaufszahlen

Anastacia         Anastacia            800’000 CD
Xavier Naidoo     Telegramm für X      400’000 CD
Depeche Mode      Playing The Angel    400’000 CD
Enya              A day without rain   600’000 CD
Wir sind Helden   Die Reklamation      400’000 CD
Annett Louisan    Boheme               400’000 CD
James Blunt       Back to Bedlam       400’000 CD

Gute Musik scheint sich weiterhin gut zu verkaufen. Es lässt sich im Übrigen auch kein signifikanter Unterschied zwischen den Verkaufszahlen von „kopiergeschützten“ CD und solchen, die eine Privatkopie erlauben, feststellen.

Warum also erzählt uns die Musikindustrie seit Jahren, dass es ihr so schlecht geht, weil es die bösen Privatkopien, die bösen Raubkopierer und die bösen Tauschbörsen gibt, während sie völlig unterschlägt, dass ihrer Zielgruppe einerseits das Geld ausgeht und sich das verbleibende Geld andererseits auch noch auf viel mehr Konsumgüter verteilt?

Warum gängelt die Musikindustrie die legalen Käufer ihres Konsumgutes mit inkompatiblem Schrott?

Wegen eines Kopierschutzes (von dem es meines Erachtens keinen einzigen gibt, für den sich im Internet nicht innerhalb von 5 Minuten eine Umgehungsmöglichkeit findet) wurden meiner unmassgeblichen Meinung nach nur ganz wenige CD mehr verkauft.

Man kann jetzt natürlich einwenden, dass das Recht nicht dem Unrecht weichen muss und dass man Ladendiebstahl ja auch nicht deswegen legalisiert, weil er sich nicht aufhalten lässt; Aber die Massnahmen der MI sind in meinen Augen mit den Massnahmen eines Einzelhändlers zu vergleichen, der seine Kunden nur noch nackt in den Laden lässt, damit sie nichts unter ihrer Kleidung verstecken können (und auch da wird der findige und zu allem bereite Dieb Wege finden, solange es sich nicht um gemahlenen, unverpackten roten Pfeffer handelt) und der sich dann beschwert, dass keiner mehr zum Einkaufen kommt.

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