Kalenderblatt 30.11.06

Vor 171 Jahren wurde Samuel Longhorne Clemens geboren, der als Mark Twain Berühmtheit erlangte. Zeit, mal wieder ein Zitat von ihm rauszukramen:

Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn’t do than by the ones you do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.

Länger arbeiten nur die anderen

Heute hat das Bundeskabinett die Einführung der Altersrente mit 67 beschlossen.

Für sich selbst möchte man natürlich alle Privilegien behalten. Der Beruf eines Parlamentariers ist einerseits so wenig zeitintensiv, dass man z.B. noch nebenher für 5000 EUR pro Monat Übersetzungen für Siemens vornehmen kann, andererseits aber geistig und körperlich so fordernd, dass man sich im Abgeordnetengesetz unter §19 eine Vorruhestandsregelung gegönnt hat, die so manch Stimmvieh vor Neid erblassen lassen könnte.

Der Kurzzeit-Parlamentarier geht wie momentan noch der Rest der Bevölkerung offiziell mit 65 in Ruhestand. Falls er es aber schafft, die Parteioberen durch bspw. seine Fraktionsdisziplin zu beeindrucken, und er es eine dritte Wahlperiode nach Berlin schafft, kann der Ruhestand schon mir 61 beginnen.

Insgesamt sind 10 Jahre Lebensarbeitszeitverkürzung drin. Dafür muss man dann 18 Jahre im Bundestag gesessen haben. Der Mitarbeiter der Autobahnmeisterei, der seit 47 Jahren jeden Tag bei Wind und Wetter über Deutschlands Bundesautobahnen springt um sie instand zu halten, wird sicherlich Verständnis dafür haben, dass es für ihn keine Sonderregelung bezüglich des Ruhestandsalters geben kann, bei der Anhebung von 65 auf 67 Jahre. Hätte er halt was gescheites gelernt oder sich beizeiten das Rückgrat entfernen lassen.

Verfahren gegen den Mannesmann- Aufsichtsrat eingestellt

Nachdem das Gericht heute den zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ausge kungeltenhandelten Vergleich akzeptiert hat, wechseln insgesamt 5,8 Millionen EUR ihren Besitzer.

Für Herrn Funk, der sich damals rund 3.5 Millionen EUR genehmigt hat und der jetzt rund 1 Million EUR bezahlt, hat sich das ganze ebenso gelohnt wie für Herrn Esser, der für 17 erhaltene Millionen nur 1.5 Millionen bezahlen muss.

Der einzige, der drauflegt ist der Herr Ackermann, der nichts bekommen hat, aber jetzt rund 3.2 Millionen EUR an die Staatskasse überweisen wird.

Hinzu kommen bei allen dreien noch die Kosten für die Verteidigung, die sie selbst zu tragen haben. Zumindest diese Kosten sind von der Steuer absetzbar, so dass der Staat daran 45% trägt.

Nach dem Urteil können sich alle bestätigt sehen, die Schwarzmaler, die von einer kaufbaren Justiz ausgehen ebenso wie diejenigen, die im Verhalten der Angeklagten überhaupt keinen Straftatsbestand entdecken können.

Nur der durch die Fusion freigestellte Angestellte bei Mannesmann wird sich etwas verwundert die Augen reiben, warum man die Flachpfeifen an der Spitze mit zweistelligen Millionensummen zum weiterarbeiten motivieren muss, nur weil jemand das Spiel besser gespielt hat als sie selbst.