Verschlüsselung von Privatfernsehen

Nachdem es lange geleugnet wurde, kommen die Fernsehsender so langsam mit ihren Vorstellungen über eine Verschlüsselung ihrer Programme wieder zum Vorschein.

Der Privatsender RTL will künftig alle digital ausgestrahlten Programme verschlüsseln – auch über Antenne. Aktuelle DVB-T-Receiver könnten RTL dann nicht mehr empfangen

Bitte liebes RTL-Fernsehen macht es dann aber auch teuer, nur das Geld für neue Geräte ist ein bisschen wenig. Und vielleicht könntet Ihr Euch mit Sat1 und den anderen Anbietern so einigen, dass man für die nicht die gleiche Karte verwenden kann.

So könnte es wieder aufwärts gehen mit Deutschland. Stattdessen könntet Ihr natürlich auch versuchen, gehaltvolles Programm zu senden, aber vermutlich ist eine Verschlüsselung einfacher, da geht es nur um Technik.

Tank & Rast und die Heuschrecken

Wie man richtig Kohle macht, demonstriert momentan der Finanzinvestor Terra Firma, der aus der gekauften Tank&Rast (die die Tankstellen und Rastplätze an Bundesautobahnen verpachtet) weitere 400 Millionen Euro abzieht, um sie seinen Investoren zu überweisen.

Diese 400 Millionen Euro sind allerdings kein abgeschöpfter Gewinn sondern resultieren daraus, dass man die Tank&Rast einfach einen Kredit in dieser Höhe hat aufnehmen lassen.

Das ist nicht der erste Kredit, den Tank&Rast wegen Terra Firma aufnehmen musste, man musste auch schon ca. 2/3 des Kaufpreises als eigenen Kredit aufnehmen.

So kann man mit 300 Millionen EUR eigenem Kapital innerhalb von 2 Jahren rund 500-600 Millionen EUR machen.

Und wenn die Firma dann völlig überschuldet ist, dann kann man immer noch Pächter ausquetschen oder das ganze sauber in die Insolvenz laufen lassen, das eingesetzte (eigene) Geld ist ja bereits wieder im eigenen Geldbeutel.

Manch einer mag sich jetzt ganz dunkel an Herrn Müntefering und die Heuschrecken erinnern, und er erinnert sich richtig:

Der Verkäufer, der die bundeseigene Tank&Rast auf den freien Markt gebracht hat, war der damalige Verkehrsminister Franz Müntefering.

Kalenderblatt 25.07.06

Vor 38 Jahren veröffentlichte Paul VI seine letzte Enzyklika „Humanae Vitae“, in der Geburtenkontrolle als verwerflich dargestellt wird.

Item quivis respuendus est actus, qui, cum coniugale commercium vel praevidetur vel efficitur vel ad suos naturales exitus ducit, id tamquam finem obtinendum aut viam adhibendam intendat, ut procreatio impediatur.

Der Glos Michl will die Höhe der Lehrlingsgehälter einfrieren

was eigentlich nicht so schlimm wäre, allerdings ist er halt dummerweise Wirtschaftsminister. Der legt die Höhe der Lehrlingsgehälter zwar nicht fest, sollte aber doch zumindest ein wenig Stringenz an den Tag legen.
Ahnung muss man als Minister von seinem Fachbereich halt leider keine haben, dass zeigen bspw. Lehrer als Chefs des Umwelt-, Gesundheits- und Entwicklungshilfeministeriums eindrucksvoll.

Wie soll man denn als junger Mensch folgende Punkte unter einen Hut bringen:

  • Für die Ausbildung Mobilität beweisen, zur Not quer durch die Republik
  • Stagnierende bzw. real sinkende Lehrlingsgehälter, von denen ein eigener Haushalt bestritten werden soll
  • in den Weg gelegte Steine, falls man vor dem 25. Lebensjahr von zuhause auszieht und ergänzend ALG2 beziehen muss, weils halt vorne und hinten nicht reicht.

In Sachsen verdient man beispielsweise als Kraftfahrzeugmechatroniker im ersten Lehrjahr unter 400 EUR. Wie man davon die ersten Schritte ins selbständige Leben bezahlen soll, weiss vermutlich der Glos Michl auch nicht.

Aber es kann ja nicht so schwer sein, sein Kollege, der Merz, hat ja für den Sitz im Aufsichtsrat bei der deutschen Börse AG 45 Tsd Euro bekommen und der hat nicht mal aktiv nach so einem Job gesucht, die haben ihm quasi die Tür eingerannt. Da sollen die Azubis mal nicht so rum jammern, der Merz ist ja nebenher sogar noch Bundestagsabgeordneter und das ist viel stressiger als so eine popelige Ausbildung.

Politiker-Bashing

Eigentlich berichtet ja schon jede grössere und auch manch kleinere Zeitung über die Weigerung Norbert Röttgens, sein Bundestagsmandat niederzulegen, wenn er denn am 01.01.2007 sein Amt als Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Industrie e.V. (BDI) antritt.

Die Welt (der Planet, nicht die Zeitung) hat also nicht unbedingt auf meinen Kommentar dazu gewartet, wobei sie das ja eigentlich noch nie getan hat, was mich aber nicht davon abgehalten hat, ihn trotzdem abzulassen.

  1. Wie unabhängig kann ein Parlamentarier sein, dessen Haupteinkommen künftig von einem Industrieverband kommen wird?
  2. Wie gut kann man 2 Tätigkeiten ausüben, von denen seit jeher behauptet wird, sie würden nicht in einen normalen 40-Stunden-Job passen?

Zumindest auf die zweite Frage geben die Parlamentskollegen von Herrn Röttgen eine durchaus geteilte Antwort:

  • Eine Parlamentarierin und Ausschussvorsitzende konnte durchaus nebenher noch für 5000 EURO pro Monat bei Siemens Übersetzungen anfertigen (Ulrike Flach, FDP)
  • Ein Parlamentarier konnte durchaus nebenher noch Vorstandsvorsitzender des Dualen Systems Deutschlands sein (Hans-Peter Repnik, CDU)
  • Ein Parlamentarier kann nebenher durchaus noch Aufsichtsratsmitglied bei der Ruhrkohle AG und Geschäftsführer bei der IG Metall Gütersloh sein (Klaus Brandner, SPD)

Wenn man mal schaut, wie gut oben genannte MdB ihren Job so machen, dann kann man beruhigt davon ausgehen, dass das auch Herrn Röttgen gelingen wird.