Kalenderblatt 12.10.06

Vor 57 Jahren wurde in München der Deutsche Gewerkschaftsbund gegründet.

Schweigen wir zu so Dingen wie der Pleite der gewerkschaftseigenen Neuen Heimat oder dem undurchsichtigen Wirtschaftsgebaren bei der coop AG, die manchen Erzkapitalisten wie ein harmloses Waisenkind aussehen liess.

Reden wir auch nicht über die Situation der Gewerkschaftsmitarbeiter, die keine Gewerkschaft gründen dürfen und keinen Tarifvertrag haben oder bei ver.di 5% ihres Gehaltes als „Darlehen“ einbehalten bekommen.

Gratulieren wir stattdessen dem DGB aus tiefstem Herzen und wünschen auch für die nächsten 57 Jahre viel Erfolg.

Kalenderblatt 11.10.06

Vor 201 Jahren wurde Gustav Struve geboren, der sich zusammen mit Friedrich Hecker und vielen ungenannten anderen während der Märzrevolution 1848/49 an die Einrichtung einer badischen Republik machte.

Wie das ganze ausgegangen ist, weiss man. Wieso die Badner die Schwaben nicht leiden können (und zwar zurecht), weiss man seitdem auch. Hätten sie uns damals machen lassen, gäbe es jetzt auch keine Probleme mit dem Verkauf der Handschriften 🙂

Aber so ist es halt im Südwesten; Während der Badner stets vom libertären Geist umweht wird, verharrt der Schwabe in der Engstirnigkeit der Kehrwoche.

Kalenderblatt 10.10.06

Vor 21 Jahren starb mit Orson Welles der Mann, der mit der Ausstrahlung des Hörspiels „War of the worlds“ im Jahr 1938 die Ostküste der USA verunsicherte (nicht zu verwechseln mit dem Autor des Stücks, der ebenfalls Wells, mit Vornamen aber nicht Gerorge Orson sondern Herbert George hiess), und mit den Filmen „Citizen Kane“ als Regisseur und „der dritte Mann“ als Darsteller Filmgeschichte schrieb.

Kalenderblatt 08.10.06

Vor 44 Jahren kam die Spiegel-Affäre ins Rollen, die Franz-Josef Strauss das Amt kosteten und die Allgemeinheit und die Gerichte über Jahre beschäftigte. Vielleicht sollte sich neben Herrn Schily auch die Spiegel-Redaktion mal durchlesen, was in dem durch sie bewirkten Urteil des BVerfG steht.

Eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse ist ein Wesenselement des freiheitlichen Staates; insbesondere ist eine freie, regelmäßig erscheinende politische Presse für die moderne Demokratie unentbehrlich. Soll der Bürger politische Entscheidungen treffen, muß er umfassend informiert sein, aber auch die Meinungen kennen und gegeneinander abwägen können, die andere sich gebildet haben. Die Presse hält diese ständige Diskussion in Gang; sie beschafft die Informationen, nimmt selbst dazu Stellung und wirkt damit als orientierende Kraft in der öffentlichen Auseinandersetzung. In ihr artikuliert sich die öffentliche Meinung; die Argumente klären sich in Rede und Gegenrede, gewinnen deutliche Konturen und erleichtern so dem Bürger Urteil und Entscheidung. In der repräsentativen Demokratie steht die Presse zugleich als ständiges Verbindungs- und Kontrollorgan zwischen dem Volk und seinen gewählten Vertretern in Parlament und Regierung. Sie faßt die in der Gesellschaft und ihren Gruppen unaufhörlich sich neu bildenden Meinungen und Forderungen kritisch zusammen, stellt sie zur Erörterung und trägt sie an die politisch handelnden Staatsorgane heran, die auf diese Weise ihre Entscheidungen auch in Einzelfragen der Tagespolitik ständig am Maßstab der im Volk tatsächlich vertretenen Auffassungen messen können.