Mein Englisch ist zu schlecht

sonst würde ich bei solchen Stellenanzeigen vemutlich nicht zusammenzucken:

job

Die, die des englischen mächtiger sind als ich, können mir ja mal schreiben, ob das zumindest missverständlich ist, oder ob der Manchester City Council da mit seiner Anzeige im guardian zum Teenage Pregnancy Implementation Manager einen ganz normalen Job ausschreibt.

Unmut (nein, eigentlich nicht)

Angekündigt hatte ich ja, über die Erlebnisse meines Online Kamerakaufs in Grossbritannien inklusive der folgenden Irrungen und Wirrungen zu berichten.

Nachdem ich die Kamera jetzt habe, bin ich zum Schluss gekommen, dass die Betreiber des Shops nicht bösartig, sondern nur chaotisch und unorganisiert sind. Und gegen meine Brüder im Geiste kann ich nichts mehr schreiben (obwohl es toll geworden wäre 🙂

Und jetzt Herr Landeswahlleiter?

Wir erinnern uns (vermutlich bin ich der einzige, der sich daran erinnert, aber ich bin ja auch der einzige, der hier liest) kurz an die Aussage des hessischen Landeswahlleiters Dr. Wolfgang Hannappel, welche dieser anlässlich der mündlichen Verhandlung bzgl. Wahlcomputern vor dem Bundesverfassungsgericht getätigt hat (zitiert von heise.de):

Bisher habe noch nie jemand einen Anhaltspunkt für Manipulationen gehabt, trug Hannappel vor. „Sie können doch überhaupt nicht nachzählen“, wunderte sich da der Berichterstatter in diesem Verfahren, Prof. Rudolf Mellinghoff, über diese Gewissheit. „Eine Manipulation eines Wahlgerätes hat nur einen Sinn, wenn sie irgend etwas bewirkt“, entgegnete der Landeswahlleiter, „sie haben dann ein abweichendes Ergebnis“.

Was machen wir jetzt mit so Wahlkreisen wie

  • Frankfurt III und IV, dort hat die SPD ihren 20%-Vorsprung auf die „kleinen“ Parteien komplett eingebüsst und ist jetzt nur noch 4-stärkste Kraft hinter CDU, FDP und Grünen. Wäre das Abweichung genug?
  • In Fulda I wurde aus einem 16,7%-Vorsprung der SPD gegenüber der FDP ein 1,7%-Rückstand.
  • In Darmstadt I wurde aus einem 25,1%-Vorsprung der SPD ein 4%-Rückstand auf die Grünen, reicht das vielleicht?
  • In Darmstadt II hat die SPD 48,2% ihrer Wähler eingebüsst, in Waldeck-Frankenberg II nur 32,3% (bei einem ähnlich hohen Wahlanteil im Jahr 2008 nämlich 39,5% zu 39,4%). Wäre das unter Umständen ein Grund, mal genauer nachzuschauen?

Oder ist die Aussage, dass man Manipulationen durch „abweichende Ergebnisse“ erkennen können kann einfach nur das, für das es sich zumindest für mich anhört: Mist, wenn auch in schöne Worte gekleidet?

Einen Schuss, der nach hinten losgeht

gibt es hier zwar nicht visuell zu bestaunen (da gibt es bei sicher was passendes bei youtube oder ratiopharm), aber metaphorisch betrachtet passt’s dann doch irgendwie.

Das deutsche Glückspielgewerbe und die Vergabe von Konzessionen ist in letzter Zeit ein wenig unübersichtlich.

Angefangen hat alles mit diesem Urteil des BVerfG 1 BvR 1054/01 aus dem Jahr 2006, das folgendes Leitsatz enthält

Ein staatliches Monopol für Sportwetten ist mit dem Grundrecht der Berufsfreiheit des Art. 12 Abs. 1 GG nur vereinbar, wenn es konsequent am Ziel der Bekämpfung von Suchtgefahren ausgerichtet ist.

In der Folge entwickelte sich bei den staatlichen Toto-Lottogesellschaften ein hektisches Treiben, denn schliesslich gehören Toto und Lotto mit zum profitabelsten, was es gibt.

Nur 50% der Einnahmen werden ausgeschüttet, 10% gehen in die Verwaltung und die Annahmestellen, 16,7% gehen als Steuer ans Land und mit 23% kann der Staat Wohltätigkeiten verteilen (zwar zweckgebunden, aber immerhin geht dabei kein „eigenes“ Geld drauf).

Relativ schnell wurde ein Glücksspielstaatsvertrag abgeschlossen (weil wir ja so unheimlich föderal sind, machen das die Länder und weil die das nicht alle zusammen machen wollen, gibt es Staatsverträge, denen dann alle 16 Länderparlamente zustimmen müssen).

Im Zuge dieses Vertrages verloren Online-Anbieter unter anderem die Möglichkeit, Lottoscheine „anzunehmen“.

Das war jetzt der Schuss 🙂

Wie das ganze nach hinten losgegangen ist, sieht man beispielsweise bei tipp24.

Bis 31.12.2008 hat man dort online getippt, die Einnahmen und der Lottoschein gingen an die jeweilige Landeslottogesellschaft. Tipp24 war nur Vermittler.

Seit dem 01.01.2009 gibt es eine englische tipp24 Ltd bei der auf den ersten Blick alles gleich läuft. Allerdings liefert diese Gesellschaft keine Lottoscheine mehr ab sondern behält das komplette Geld für sich und bezahlt aus diesem Topf die Gewinne, die sich an den Gewinnen des deutschen Lotto orientieren. Die Zahlen übernimmt man der Einfachheit halber auch gleich 🙂

Während also bis zum Ende des vergangenen Jahres über 43% der Einnahmen im Online-Lotto an den Staat gingen und 6,25% an tipp24, gehen jetzt 50% der Einnahmen an tipp24 und 0% an den Staat.

Solange online ähnlich getippt wird wie offline und solange die Spielerbasis bei tipp24 gross genug ist um auch mal einen 6er mit Superzahl zu verkraften, ergibt sich eine eindeutige Verbesserung für den Online-Anbieter und eine eindeutige Verschlechterung für den staatlichen Totolottoblock.