Tatort aus dem Saarland

Gestern Abend habe ich mir während des Tatorts überlegt, ob meine Kenntnisse in Chemie wirklich so schlecht sind, oder aus welchem Grund der saarländische Rundfunk Kohlenmonoxid (CO) anscheinend mit einem anderen Gas vertauscht hat.

Am Anfang dachte ich noch, ich hätte mich verhört, als der „Kriminaltechniker“ munter erzählt hat, dass 1.6% Kohlenmonoxid noch nicht tödlich seien. Das sind sie aber. Als er dann auch noch erzählte, Kohlenmonoxid (28 g/mol) wäre schwerer als Luft (N2 hat ebenfalls 28 g/mol, Sauerstoff hat 32 g/mol) und lege sich wie ein Teppich in Räume, hätte ich wohl besser abschalten sollen, aber man will ja wissen, wie es weitergeht. Dämlich nämlich.

Da setzt sich ein Kriminalkommissar mit einer popeligen Atemschutzmaske in ein Auto voller Kohlenmonoxid, um herauszufinden, wieviel davon beim Öffnen und hineinsetzen entweicht. Wenn das Auto voller Kohlenmonoxid ist, bringt ihm die Maske auch nichts, weil kein Sauerstoff zum Atmen vorhanden ist. Man sieht den Kommisar aber fleissig im Auto atmen. Die Frage ist nur: Was denn? Die Mitarbeiter des Kommissars sowie der Kriminaltechniker wären bei diesem Selbstversuch vermutlich ebenfalls hopps gegangen, der CO-Gehalt in der Werkstatt wäre deutlich über der tödlichen Dosis gelegen (die LC50 wird mit 3760 ppm angegeben).

Da der saarländische Rundfunk sicherlich Berater hat, die den ganzen technischen und naturwissenschaftlichen Schmonzens vor Drehbeginn ab- und einem beratungsresistenten Drehbuchautor und Regisseur nötigenfalls auch mehrfach erklären, kann dieser Fehler eigentlich kein zufälliger sein. Was will der SR aber mit der Vertauschung von CO2 (meine Vermutung) mit CO erreichen?

Nachahmer auf die falsche Fährte locken, in dem er das relativ ungefährliche CO2 durch CO tauscht? Ob das so geschickt ist, wage ich zu bezweifeln, denn statt der im Tatort erwähnten 10% braucht man weniger als 0.4%.

5 Gedanken zu „Tatort aus dem Saarland“

  1. Und was noch dazu kommt: am Ende werden die beide Kommissare in eine Garage gesperrt, die scheinbar mit dem mutmasslichen Gas geflutet wird. Aus Angst vor einer Explosion trauen sich die beide nicht, auf das Fenster zu schiessen! Also AFAIR ist weder CO noch CO2 brennbar, so dass die beiden in jeden Fall hätten schicken können.
    In der Tat steckte dieser Tatort voller Fehler. Sehr schwache Leistung des SRs. Und das schon bei der 2. Folge.

  2. Linde gibt die Explosionsgrenzen mit 11-74 Vol.% und eine Zündtemperatur von 620°C an. Vermutlich hätte ich auch nicht geschossen, zumal das wahrscheinlich auch nur ein kleines Loch in die Scheibe gemacht hätte.
    Gut, man hätte dadurch rausatmen können, aber die Variante mit dem Waschbecken war schon die effektivste.

  3. Hab die folge auch gesehn, nicht sovile nachdenken beim tv kucken!!!

    aber nochmal für allle

    CO2:
    Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und geruchloses Gas.
    nicht brennbar!!!
    höheren Dichte als Luft (bildet seen)
    Es ist mit einer Konzentration von ca. 0,04 % ein natürlicher Bestandteil der Luft. Es entsteht sowohl bei der vollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen unter ausreichendem Sauerstoff als auch im Organismus von Lebewesen
    4 %: Atemluft beim Ausatmen
    5 %: Auftreten von Kopfschmerzen, Schwindel und Bewusstlosigkeit
    8 %: Bewusstlosigkeit, Eintreten des Todes nach 30–60 Minuten

    CO:
    Kohlenstoffmonoxid ist ein farb-, geruch- und geschmackloses giftiges Gas.
    brennbar!!!
    leichtere Dichte als Luft
    Es entsteht bei der unvollständigen Oxidation von kohlenstoffhaltigen Substanzen
    150 bis 300 ppm entstehen Schwindelgefühle, Schläfrigkeit und Übelkeit, sogar Erbrechen

    CO ist brennbar und es könnte in der richtigen Mischung auch zur Explosion, bzw. zum entzünden des Gases kommen, aber es ist sehr unwarscheinlich, wenn es den Kommisaren noch möglich war in der Garage zu atmen und der daraus geringen Konzentration das Gas durch die Schusswaffe zu entzünden

    noch etwas zu der Atemschutzmaske
    um einen solchen Filter einzusetzen muß in der Umgebungsatmosphäre ein min. Sauerstoffgehalt von 17% vorhanden sein ansonsten müßen Umluftunahhängige Atemschutzgeräte eingesetzt werden.
    Es gibt zwar Filter gegen das schädliche CO aber die Wirkung in einem geschlossenen Raum wie ein Auto ist natürlich sehr gefährlich da sich der Fahrzeuginnenraum komplett mit dem Gas füllt.

    Freu mich schon auf weitere Diskusionen 🙂

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