Beim Scrollen durch die Tageswikipedia (was hat heute alles Jahrestag; Es gibt unter anderem die Kategorien Geboren und Gestorben) stelle ich mit Erstaunen fest, dass immer mehr Leute nach mir geboren sind. Während ich so weiterblättere stelle ich mit Genugtuung fest „aber gestorben sind sie alle vor Dir„.
Erst im erneuten Drübernachdenken wurde mir bewusst, dass es nur ganz schlecht möglich ist, dass ich bei Wikipedia einen Todestag lesen könnte, der nach meinem liegt.
Monat: Januar 2006
Die etablierten Medien
greifen immer häufiger Themen rund ums bloggen auf. Je nach Zeitung wird das Thema belächelt, kritisiert, man malt den Untergang der etablierten Medienwege an die Wand …
Einen lesenswerten Artikel gibt es in der heutigen FAZ.
Inzwischen will ein neuer Trend entstanden sein: Jeder kann jetzt mitmachen, jeder ist Reporter. „Die Art der Mediennutzung verändert sich. Sie verliert ihren Vorlesungscharakter und wird zu einer Konversation”, prophezeite Dan Gillmor
Wir alle sind also jetzt die Medien! Ist das nicht toll? Weniger toll ist es dann, wenn Sendungsbewußtsein und Qualifikation weit auseinanderliegen. Überhaupt nicht phantastisch ist es, wenn das Internet noch mehr zu einer Plattform für extremistische politische oder religiöse Eiferer oder für willkürlichen Rufmord würde.
Das ist meines Erachtens kein blog-spezifisches Problem, das gibt es seit langem in Newsgroups, Foren, eigenen Homepages …
Kalenderblatt 25.01.06
Heute vor 247 Jahren wurde Robert Burns geboren, dem die Nachwelt die Niederschrift des Liedes Auld lang syne (auf deutsch: Nehmt Abschied Brüder) zu verdanken hat, ein Lied übrigens, welches ich auf dem Klavier spielen kann, ohne dabei weisse Tasten zu benutzen (oder anders gesprochen, nur mit den schwarzen Tasten, und zwar nur die, die unten zu sehen sind).

Nachtrag nach einem Gespräch mit dem musikaffinen Kollegen:
Es scheint sich um cis-Dur zu handeln und eklig zu sein, wenn man mit allen Fingern spielt. Wenn man das ganze auf einer Bontempi-Orgel und nur einen Finger benutzend im Toys’R’us zum besten gibt, ist das aber nebensächlich (sowohl das mit der Tonart, als auch das eklig seiende).
Kalenderblatt 24.01.06
Vor genau 6 Jahren wurde in Deutschland die erste CD mit Kopierschutz auf den Markt gebracht, das Album Razorblade Romance von HIM.
In den Jahren danach eskalierte das ganze auf Seiten der Musikindustrie mit Sony als Vorreiter, was dazu führte, dass man beim MAC eine kopiergeschützte CD nur mit einer Büroklammer und dem Notauswurf aus dem Rechner brachte oder dass man sich das mittlerweile allbekannte rootkit installierte und damit einige Hintertürchen für Viren und trojanische Pferde gleich kostenlos mitgeliefert bekam.
Und wenn man sich das Ergebnis anschaut, dann hat es irgendwie nicht geklappt. Die CD, die sich Dieter vormals von Paul ausgeliehen hat, um sie sich zu kopieren, wird jetzt von keinem der beiden mehr gekauft, statt dessen trifft man sie bei emule oder alt.binaries.mp3.polka
Und im Gegensatz zu Hildegard, die sich die CD gekauft hat, können die beiden ihre selbstgebrannte auch im Autoradio, im DVD-Player und am PC hören und selbstverständlich bereitet es den beiden auch keine Probleme, das ganze auf einen MP3-Player zu bekommen, um auf der nächsten Kaffeefahrt ein bisschen Musik zu hören.
Wie mache ich mich verhasst
Die Amerikaner haben nach dem 11. September (2001, nicht 1973; Damals hat sie das noch nicht interessiert, und es wäre vermutlich auch offensichtlicher gewesen, warum sie keiner mag) oft gefragt „Why do they hate us?„
Eine mögliche Antwort darauf liefert die Verurteilung eines amerikanischen Soldaten zu 60 Tagen Kasernenarrest und einer Geldstrafe zu 6000 Dollar.
Dem Soldaten war mit anderen vorgeworfen worden,
Am Morgen des 26. November 2003 ergriffen ein Vernehmer der US-Armee und eine Militärwache einen grünen Schlafsack, stopften Mowhoush hinein, umwickelten ihn mit einem Elektrokabel, legten ihn auf den Boden und begannen, ihn zu bearbeiten. Immer wieder.
Der 56-jährige Gefangene tat in diesem Schlafsack auf dem Boden des Verhörraum Nr. 6 in der Wüste des irakischen Westens mit gebrochenen Rippen seinen letzten Atemzug, während ein amerikanischer Soldat auf ihm stand.
Das schreibt nicht etwa die linke deutsche Kampfpresse, sondern die Washington Post (natürlich auf englisch; Danke für diesen bemerkenswerten Einwand) und auch das Gericht hält die Ausführungen für wahr.
Nicht, dass es mit dem General einen Unschuldigen getroffen hätte, oder dass die Soldaten vorhatten, den Mann zu töten, aber kann sich denn in
der US-Führung keiner ernsthaft vorstellen, dass mit solchen Urteilen die Zahl derer, die in den USA nur verhasste Besatzer und keine Befreier
sehen, zunimmt?
Ich weiss, dass die Justiz unabhängig sein sollte, aber sie sollten ihre Urteile vielleicht etwas mehr an das Kriegsvölkerrecht anlehnen, wenn sie dieses auch für ihre Militärangehörigen erwarten.
Man stelle sich nur den Fall mit vertauschten Rollen vor. Vermutlich hätte ein CIA-Kommando den Täter entführt und nach Guantanamo oder Ägypten bzw. Syrien verschleppt.