Zahl des Tages: 200’000’000

200 Millionen EUR kostet nach Aussage des Bahnchefs Mehdorn (kann man sich Bahnchef eigentlich als Vornamen eintragen lassen, vermutlich nennt ihn nicht mal mehr seine Frau Hartmut) die Einigung mit der GdL pro Jahr.

Was auch immer Herr Mehdorn gerechnet hat, die Gehaltssteigerung der Lokführer war es nicht.

Die höchste Zahl von Personen, auf die sich der Abschluss bezieht und von der ich etwas gelesen habe war 29’000.

29’000 Personen sollen also 200 Millionen EUR pro Jahr mehr kosten, jede Person also 6’897 EUR pro Jahr. Gesprochen wird von einer 11-prozentigen Gehaltserhöhung, was liegt also näher, als sich den Bruttolohn eines Lokführers auszurechnen, es liegen ja alle Zahlen vor.

Ganz zu Anfang sollte man nicht vergessen, dass die 11% nicht auf den 4,5%-Abschluss von Transnet und GDBA dazukommen, sondern stattdessen bezahlt werden. Wenn die GdL nicht gestreikt hätte, wäre diese Erhöhung von der Bahn auf jeden Fall zu zahlen gewesen. Grob vereinfacht kann man von 6,5% Gehaltserhöhung ausgehen. Die 800 EUR Sonderzahlung kompensieren den Zeitraum, in dem die GDBA und Transnet-Mitglieder bereits eine Gehaltserhöhung bekommen haben, die GdL-Mitglieder allerdings nicht.

Zurück zum Thema: In den 6’897 EUR sind auch die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, sowie die Beiträge zur Berufsgenossenschaft. Man kann grob 19% abziehen um auf die Bruttolohnerhöhung eines Lokführers zu kommen, die dann bei 5’586 EUR pro Jahr liegt, falls die Zahlen stimmen. Wenn 5’586 EUR 6,5% sind, dann liegt der Jahresdurchschnittsverdienst eines Lokführers bei 85’940 EUR.

Selbst wenn man die einstündige Verkürzung der Arbeitszeit voll mitrechnet (das kann man eigentlich nicht, weil Überstunden bei den Lokführern auf Arbeitszeitkonten vergammeln statt ausbezahlt oder abgefeiert zu werden), käme man noch auf ein Jahresbrutto von annähernd 70’000 EUR.

Vermutlich hat der Herr Mehdorn noch die Erhöhung der Vorstandsvergütung mitgerechnet, die für die letzten 7 Jahre bei durchschnittlich 22% pro Jahr (insgesamt also 490%, was ich nicht deshalb dazuschreibe, weil 22% pro Jahr viel weniger spektakulär klingt als 490% in 7 Jahren, sondern weil ich es kann 🙂 )

np: Dire Straits – sultans of swing

Zahl des Tages: 114

114 Bundestagsabgeordnete haben sich durch ihre mehr als 18-jährige Zugehörigkeit zum Bundestag das Recht ersessen, bereits mit 55 Jahren ohne Abzug in Ruhestand gehen zu können, nicht mitgezählt all jene, die sich ihre Bundestagszeit durch Landtagszeiten aufbessern können.

Wie viele der Abgeordneten das auch in Anspruch nehmen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ziemlich sicher nicht in Anspruch genommen wird der Frühpensionsrabatt von einem Abgeordneten der CDU und einer Abgeordneten der SPD, die bereits in ihrer 10. Wahlperiode sind.

Bei den Grünen, die am Anfang noch von Rotation alle 2 Jahre redeten, sitzen bereits mehr als 43% zum (mindestens) dritten Mal im Bundestag (bei der CDU/CSU sind’s 53%, bei der SPD 59% und bei der FDP 39%). Da winken schon 2 Jahre Pensionsrabatt.

Zahl des Tages: 614

Auf 614 EUR belief sich laut statistischem Bundesamt im Jahr 2006 die durchschnittliche Grundsicherung.

Damit man nicht alles ungeprüft glauben muss, was Monitor und die Bundesregierung so von sich geben, kann man einfach selbst nachrechnen.

Die 614 EUR erfährt man wie oben schon verlinkt vom statistischen Bundesamt.

Den aktuellen Rentenwert von 26,27 bekommt man von der deutschen Rentenversicherung.

Die durchschnittliche Grundsicherung entspricht also 23,37 Beitragspunkten.

Wer 24 oder mehr Jahre mehr als 2485 EUR brutto pro Monat verdient, bzw. mehr als 40 Jahre 1491 EUR (da kommt noch Inflation und so’n Zeuchs dazu, für die aktuelle Betrachtung gehts auch ohne), kommt mit seiner gesetzlichen Rente über das Grundsicherungsniveau und darf seine Riester-Rente behalten. Wer weniger verdient oder kürzer, darf seine Riester-Rente zwar auch behalten, bekommt aber im Gegenzug die Grundsicherung gekürzt. Wenn es einen besser verdienenden Ehepartner gab/gibt, ist obige Rechnung hinfällig, ebenso bei einer Betriebsrente, die zur gesetzlichen Rente dazukommt.