Wenn ich mir die letzten 4 Beiträge im blog anschaue, dann hat man über Kinderkacke, Musikempfehlungen, allgemeinen Ausgekotze über scheinbar (oder doch anscheinend) korrupte Kommunalpolitiker und einem alten Newsgroup-Beitrag von mir alles bunt gemischt. Bin ich jetzt die Klowand des Internet, die die Macher der Kampagne „Du bist Deutschland“ in den blogs vermuten?
Wahrscheinlich schon, habe ich doch nur einen regelmässigen Leser: Mich.
Musikempfehlung
Durch einen Beitrag auf heise online bin ich auf purepipe aufmerksam geworden. Besonders capitalism is an organized crime hat wirklich Ohrwurmpotenztial (man möge mir verzeihen, dass ich die neue Rechtschreibung da irgendwie bäh finde).
Kalenderblatt 23.01.06
Die Maus wird 34 Jahre alt.
Ich tue hiermit öffentlich und für alle kund:
Auch als alter Sack(TM) schaue ich manchmal die Maus und lerne was dabei (lebenslanges Lernen kann auch unterhaltsam sein).
Die Maus hat in dieser Zeit einiges mitmachen müssen, unter anderem die Verwurstung der Titelmelodie durch Stefan Raab (die Kenner Herrn Raabs dürfen jetzt entweder angesichts der subtilen Anspielung auf seine Berufsausbildung lächeln, oder die plumpe blöde Anmache ihres Idols als das abtun was sie ist: plump und blöd), diversen Satiren, wovon die bekannteste wohl von spreeblick stammt und die Praktiken von Jamba erklärt.
Und das Wichtigste von allen:
Mein Sohn liebt die Mausspiele auf der homepage.
Kalenderblatt 22.01.06
Vor 500 Jahren (also mal ein richtig rundes Jubiläum) trafen die ersten Schweizergardisten in Rom ein, um notfalls ihr Leben für den Papst zu lassen.
Aufgrund der damaligen Machtverhältnisse war das weitaus wahrscheinlicher als heute. Heute (bzw. vor 14 Jahren) verhinder(te)n die Schweizer Gardisten hauptsächlich, dass stoppelbarttragende Jünglinge, die sich auf ihrer Interrail-Tour nach dem Abitur befinden, in kurzen Jeanshosen den Petersdom betreten, während Frauen, die statt eines Bekleidungsunteils nur einen breiten Gürtel tragen, selbstverständlich in die Kirche dürfen. Dafür dürfen sie nicht Papst werden. Da ich das auch nicht darf, blieb mir das nur ein schwacher Trost.
Kalenderblatt 21.01.06
Vor 56 Jahren starb George Orwell, dem wir Bücher wie „Farm der Tiere“ und „1984“ verdanken.
Wenn sie ein Bild von der Zukunft haben wollen, so stellen sie sich einen Stiefel vor, der auf ein Gesicht tritt – unaufhörlich.
Aufgrund der immer einfacher werdenden Möglichkeiten der Überwachung der Bürger, werden die Zustände die Orwell beschreibt, immer mehr von der Fiktion zur Wirklichkeit.
Sei es, dass ein Lehrer seine Stelle verliert, weil er auf einer Demo eine durchaus beachtenswerte Rede hält und unter anderem dafür mit dem Aachener Friedsepreis ausgezeichnet wurde (der Job war trotzdem weg), sei es die fristlose Entlassung eines Mitarbeiters, der nicht an einer Schweigeminute für die Opfer des 11. September (2001, nicht 1973, damals gab es keine offiziellen Schweigeminuten) teilnahm.
Mit der 24-monatigen Speicherungspflicht für die Verkehrsdaten im Internet und der Telefonie haben wir schonmal gute Voraussetzungen dafür, unbotmässige Meinungen auch noch nach Monaten verfolgen zu können. Dass das gemacht wird, zeigt unter anderem der Fall Voss.