ein schweres Datum heute. Vor 64 Jahren fand die Wannsee-Konferenz statt. Nur, was kann ich darüber schreiben? Nichts, was nicht schon geschrieben worden wäre und zwar besser.
politische Landschaftspflege
Welchen Sinn es haben könnte, dass ein Gasunternehmen den Aufsichtsräten von Stadtwerken mal die Förderanlagen zeigt, oder zu Reisen nach Barcelona auch die Ehepartner einlädt, erschliesst sich mir nicht ganz. Den Sinn können die Betroffenen auch nicht so richtig erklären, sie verstecken sich lieber hinter Floskeln wie „alles ganz legal“. Welchen Sinn hatten sie aber?
Was bringt es dem Aufsichtrat der Stadtwerke Burscheid, wenn er weiss, wie Gas gefördert wird?
Die Frage, die sich auch die Aufsichtrräte stellen sollten wäre: „Warum lädt eon ruhrgas mich und meine Frau nach Barcelona ein“
Kalenderblatt 19.01.06
Vor 132 Jahren starb August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, dem wir neben unserer Nationalhymne (das weiss eigentlich fast jeder) auch so schöne Lieder wie:
- Ein Männlein steht im Walde
- Der Kuckuck und der Esel
- Morgen kommt der Weihnachtsmann
verdanken.
Erwähnenswert an der deutschen Nationalhymne wären meines Erachtens noch 2 Dinge:
- Man muss den Text im zeitlichen Kontext betrachten
- Als Melodie passen auch hervorragend:
Symphonie Nr. 9 Finale von Beethoven
(besser bekannt als Ode an die Freude)
Die Melodie der DDR-Hymne von Hanns Eisler
Kalenderblatt 18.01.06
Die Sünderin kam laut Kalenderblatt des Deutschlandfunks heute vor 55 Jahren in die Kinos.
Ob der damalige Erzbischof von Köln heute den Fragenkatalog des Innenministeriums von Baden-Württemberg bestehen würde:
Ich erwarte, dass unsere katholischen Männer und Frauen, erst recht unsere gesunde katholische Jugend, in berechtigter Empörung und in christlicher Einmütigkeit die Lichtspieltheater meiden, die unter Missbrauch des Namens der Kunst eine Aufführung bringen, die auf eine Zersetzung der sittlichen Begriffe unseres christlichen Volkes herauskommt.
Das vertrat er nicht etwa in einem Interview sondern liess es von allen Kanzeln seiner Diözese predigen. Die Amtsleiter diverser Ordnungsämter, die Aufführungsverbote erliessen, kämen wohl in die Bredouille, sollten sie erklären, warum man Filme, die dem katholischen Weltbild ein wenig zuwiderlaufen verbieten darf. Aber vermutlich zählt das ebenso zu den erlaubten Mitteln, die der Einzelne anwenden darf, um sich gegen Verletzungen seines Glaubens zu wehren, wie das werfen von Stinkbomben in Kinosälen.
Ach so, wenn es etwas verwundert, um was es eigentlich geht:
Das hier.
Die Geschichte des Internet
Viele Diskussionen in den Newsgroups entzünden sich an der Diskrepanz zwischen den Vorstellungen der „alten Hasen“ und den Bedingungen, die mittlerweile vorherrschen (Abmahnungen wg. Urheberrechts- und Markenverletzungen, herausgeklagte Domains etc.)
Das Problem stellt sich allerdings immer, wenn etwas aus einer Nische zu einem“Massenprodukt“ wird.
In der guten alten Zeit hatte man auf Pogo-Konzerten richtig viel Spass. Man hörte geile Musik, wurde ein wenig rumgeschubst, schubste zurück und ab und an gab es eine kleine Dusche von der Bühne.
Einige besorgte Eltern wollten wissen, was denn auf diesen Konzerten so abgeht und gingen mit. Ein Grossteil wandte sich nach dem ersten Konzert irritiert ab und verbot auch den Kindern den Besuch.
Ein Teil aber besann sich darauf, dass wir ja ein Rechtsstaat seien und Pogo-Konzerte keinen rechtsfreien Raum darstellten. Sie bewaffneten sich mit Anwälten, liessen während des Konzerts strafbewehrte Unterlassungserklärungen mit Kostennote ausstellen weil andere Besucher sie belästigten, verklagten den Veranstalter wegen der zu lauten Musik und die Band, weil ein Ihnen entgegengeschmettertes „Motherfucker“ den Tatbestand der Verleumdung i.V. mit dem Tatbestand der üblen Nachrede und teilweise den Tatbestand der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener erfüllte.
Pogo-Konzerte waren nicht mehr ganz so lustig, man hätte sich aber vielleicht noch arrangieren können, wenn, ja wenn nicht die Geschäftemacher in ihnen eine neue Einnahmequelle gewittert hätten.
Plötzlich war es interessant, weil in dem aufgeklärten konsumscheuen Randmarkt plötzlich auch Nichtkenner der Materie auftraten. Es war die Möglichkeit schlechthin, Merchandising zu betreiben, oder sich ein Monopol auf das Ausschenken von Getränken zu sichern und den Besuchern das Mitbringen der eigenen Getränke zu verbieten. Für bestimmte Tanzschritte wurde ein Geschmacksmusterschutz eingerichtet, bestimmte Wortkombinationen unterlagen dem Markenrecht und das ganze versandete. Das die Bewegung tot war erkannte man daran, dass der Springer-Konzern eine POGO-Bild auflegte, in der Begriffe wie Stagediving (sprich Stäitschdeiwing) erklärt wurden.
Noch heute kann man im Fernsehen die Überreste sehen. Aus DAF wurden die Wildegger Herzbuben, aus den Konzerten der Musikantenstadl. Nur ab und an blitzt etwas von der spielerischen Bewegung und dem Körperkontakt der früheren Konzerte auf, wenn Karl Moik ganz offiziell eine Schunkelrunde einläutet.
Das ist ganz klar nicht mehr das, was die früheren Besucher wollten, aber es ist ziemlich sicher das, was die Mehrheit durchsetzte.