Für was die öffentlich-rechtlichen so Geld ausgeben

Zuerst entwickelt man aus Moderatorenazubis vollwertige Marken und anschliessend kauft man sie über deren Produktionsfirmen wieder zurück ins Programm.

  • GÜNTHER JAUCH wird produziert von I & U Information und Unterhaltung TV Produktion GmbH & Co. KG.
  • ANNE WILL ist eine Produktion der Will Media GmbH im Auftrag der ARD für Das Erste unter redaktioneller Federführung des NDR. Die Sendung wird realisiert im Studio Berlin-Adlershof in Kooperation mit CineCentrum.
  • „hart aber fair“ ist eine Gemeinschaftsproduktion der Produktionsfirmen „Ansager & Schnipselmann“ (A&S) und klarlogo im Auftrag des WDR.
  • maybrit illner wird produziert von doc.station
  • Peter Hahne wird produziert von doc.station
  • Markus Lanz wird produziert von die fernsehmacher
  • Lafer, Lichter, lecker wird produziert von die fernsemacher
  • beckmann wird produziert von Cinecentrum im Auftrag von Beckground TV

Ist es wirklich ausschlaggebend, wer denn als Stichwortgeber in so einer Sendung agiert, bzw. sollte es das sein?

Wenn ich die letzte Günther Jauch Sendung revue passieren lasse, dann wäre es nicht nur günstiger sondern vermutlich auch gehaltvoller gewesen, jemand unbekannteres hätte moderiert, oder es hätte überhaupt jemand moderiert.

der 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag

Liebe schleswig-holsteinische FDP-Landtagsfraktion,

das knirschen Eurer Zähne, ob der Zustimmung zum 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag ist ja ganz nett, aber ändert das irgendwas daran, dass ab 2013 jeder, unabhängig davon, ob er ein Rundfunkgerät hat oder nicht, Rundfunkgebühren zahlen muss?
Muss ich echt die ganzen Sprüche anlässlich des JMStV rauskramen, wo ihr so auf Eure Eigenständigkeit und Unabhängigkeit gegenüber dem Koalitionspartner gepocht habt? Wo ist die hin? In 6 Monaten seid ihr doch sowieso Geschichte, muss es da echt Koalitionstreue bis zum Schluß sein? Auch noch den letzten Wähler vergraulen mit einer Abgabe, deren gesamten Sinn ihr immer dann in Frage stellt, wenn ihr gerade Opposition seid oder sachlich nicht zuständig (MdB z.B.)?

mit liberalen Grüßen
Markus Ritter

 


Sehr geehrter Herr Beck,

ich habe Ihre Äusserungen bezüglich der Änderung gelesen.

Kurt Beck sprach von einem Paradigmenwechsel in der Finanzierung des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks. „Es geht uns vor allem darum, die Kontrollbedürftigkeit innerhalb des Systems deutlich zu reduzieren und dabei die Privatsphäre der Rundfunkteilnehmer zu schonen.“

Hätten Sie ehrlicherweise aber nicht einfach sagen müssen:

Die Sause zu meinem 65. Geburtstag wird schon geplant und sie soll toll werden. Selbstverständlich zahlt das ZDF wieder mit und damit die genug Geld für Geschenke und Bewirtung haben, habe ich jetzt dafür gesorgt, dass sich alle daran beteiligen müssen können, unabhängig davon, ob sie einen Fernseher oder Radio besitzen.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Ritter


zweierlei Maß?

Als Konsequenz aus der Affäre forderte CDU-Vize Christian Wulff den Rücktritt des Bundespräsidenten.

(Quelle: Rheinische Post 31.01.2000)

Es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann. Es handelt sich in NRW offensichtlich um eine Verfilzung mit schwarzen Reise-Kassen jenseits der parlamentarischen Kontrolle. Dies stellt eine Belastung des Amtes und für Johannes Rau dar.

(Quelle: Berliner Zeitung 30.01.2000)

Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.

(Quelle: Christian Wulff im Focus, 31.01.2000)

Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?

(Quelle: Evangelium nach Matthäus Kapitel 7, Vers 1-3)

sauer marinierte Heringslappen, Volksabstimmungen und alte Verkehrsschilder

3 Dinge, die nicht viel miteinander zu tun haben, oder eben doch irgendwie. Fangen wir mit dem Fisch an.

Nirgends wird soviel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd!

(Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen)

Weiter geht’s mit der Volksabstimmung in Baden-Württemberg zu S21.
Vor der Volksabstimmung:

„Die Elektrifizierung der Südbahn kommt!“. Das hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) im Deutschen Bundestag – im Rahmen der Debatte zum Haushalt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung – gesagt. Mit diesem klaren Bekenntnis unterstreicht der Minister unmissverständlich und öffentlich seine Zusage, die notwendigen Bundesmittel für die Elektrifizierung der Südbahn zur Verfügung zu stellen. Dazu erklärt Dr. Andreas Schockenhoff: „Damit ist nun endgültig Klarheit geschaffen worden.

(Pressemitteilung Andreas Schockenhoff)

nach der Volksabstimmung:

Vorhaben, die sich überwiegend in frühen Planungsstadien befinden (z.B. Vorplanung), deren Planung aber weiter vorangetrieben bzw. abgeschlossen werden soll.
Mit diesen Projekten kann in der Regel erst nach 2015 begonnen werden:

ABS Ulm – Friedrichshafen – Lindau
Baustufe 1a (Elektrifizierung)

Investitionsrahmenplan 2011 – 2015 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes (IRP)

und damit wird auch der dritte Begriff deutlich:

Seit 1992 wird zeigt das rechte Schild in ganz Deutschland einen unbeschrankten Bahnübergang an. Für Oberschwaben können wir die alten Schilder (links im Bild) aufbrauchen.

 

Irgendwie unfreiwillig komisch wirkt der letzte Satz der oben erwähnten Pressemitteilung von Herrn Schockenhoff:

Entspannt und ruhig kann die Region nun die Veröffentlichung des Investitionsrahmenplans abwarten.

Pathos

Könnten die Politiker, die in den letzten Wochen und Monaten gebetsmühlenartig wiederholen, dass der € der einzige Garant für Frieden in Europa ist und Deutschland am meisten vom € profitiert hat, einen Pathos-Gang zurückschalten, wenn das Thema das nächste Mal angesprochen wird? Es wirkt langsam irgendwie ein wenig lächerlich. Vor allem für diejenigen, die sich noch an die Vor-EUR-Zeit erinnern können.

Entgegen anderslautender Gerüchte hat Deutschland auch vor 1999 Waren ins Ausland exportiert. Der prozentuale Anteil der Exporte in die (Jetzt-)Euroländer lag sogar höher. Auch Grenzübertritte waren problemlos möglich, der Schreiber dieser Zeilen hat in den 80er Jahren gefühlte 2 Monate in französischen Hypermarchés verbracht. Städtepartnerschaften gibt es auch nicht erst, seit man dafür aus irgendeinem obskuren Fördertopf der EU 5’000 € bekommt. Das Deutsch-Französische Jugendwerk existiert auch schon ein paar Jährchen länger als 12 und die Austausche, an denen ich vor 25 Jahren teilgenommen habe, waren auch ziemlich gut besucht. Interrail hat zu Zeiten von 12 unterschiedlichen Währungen auch nicht weniger Spaß gemacht (auch wenn ich heute noch wahnsinnig viele Münzen habe, die ich nicht zuordnen kann).

Ich halte es weiterhin für relativ unwahrscheinlich, dass die Militärs auf der Hardthöhe und dort, wo das frz. Ministère de la Défense sitzt, völlig enttäuscht im Jahr 1999 ihren Schlieffenplan 2.0 bzw. den Wiederaufbau der Maginot-Linie in den Schubladen haben verschwinden lassen, in der Hoffnung die Pläne von dort bei einem Scheitern des € wieder hervorziehen zu können.

Ich will jetzt keine Beispiele bringen von Staaten, die trotz einer gemeinsamen Währung übereinander hergefallen sind, aber ich finde das Spielen mit den Ängsten von Menschen ein wenig schäbig1 .

 

 

Dank EUR seit 1999 kein Thema mehr zwischen Frankreich und Deutschland: Krieg
  1. Ich darf das, ich stehe nicht in der Öffentlichkeit und mir glaubt sowieso keiner []