Abgeordneter der Woche

ist diesesmal Nina Hauer von der SPD. Man mag über die aktuelle Raucher/Nichtraucherdebatte denken was man will, allerdings sind die Äusserungen mancher Politiker doch ziemlich daneben.

Frau Hauer, ihres Zeichens Gymnasiallehrerin und seit 1998 MdB gibt ernsthaft zu Protokoll (ich gehe mal davon aus, dass der Spiegel sie nicht sinnenstellend oder falsch zitiert hat), dass Menschen die sich von Rauchern gestört fühlen, doch einfach zuhause bleiben sollen. Dort befinden sie sich wahrscheinlich in guter Gesellschaft mit den Frauen, die in der Öffentlichkeit nicht vergewaltigt und den Ausländern, die nicht verprügelt werden wollen.

Bevor jetzt Meldungen kommen, dass das doch unpassende Vergleiche seien, sollte man sich vielleicht die Studie des deutschen Krebsforschungszentrums zum Thema Passivrauchen durchlesen:

Die Studie geht von 3’300 Todesfällen pro Jahr aus, die durch Passivrauchen verursacht werden.

Vor diesem Hintergrund sind Aussagen von unserer Bildungsministerin Anette Schavan,

ich bin immer dafür, dass alle Menschen sich frei entscheiden können.

entweder blauäugig oder dumm. Als Passivraucher kann man sich eben nicht entscheiden.

Auch Laurenz Meyer von der CDU, der rücksichtnehmende Raucher nur für den Fall einfordert, dass es sich beim jeweiligen Gegenüber um ein Kind handelt, kommt mir nicht so ganz informiert vor.

Nun ja, nachdem die Bundesregierung vor dem EuGH eine Schlappe eingesteckt hat, weil sie gegen die Tabakverbotsrichtlinie geklagt hat (da funktioniert im übrigen der Widerstand gegen eine Richtlinie, die bei der Vorratsdatenspeicherung gar nicht in Betracht gezogen wird), kann man nur hoffen, dass sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass das als sozialadäquate Verhalten tolerierte Rauchen eben doch keines ist.

Ein Gedanke zu „Abgeordneter der Woche“

  1. Hallo Markus,

    Deine Ausführungen zum Thema Nichtraucherschutz kann ich nur begrüßen, freue mich aber auch schon auf unseren gemeinsamen Zigarrengenuß anläßlich des nächsten Hüttenwochenendes ;-)) Verstehen wir uns als Genußmenschen und die Freiheit des anderen als die Grenze der eigenen Freiheit. So dürften wir auch in dieser Frage ohne gesetzliche Reglements auskommen.

    Herzliche Grüße,

    Volker

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