Ich bin nur für Spammer interessant

Akismet hat mir heute mitgeteilt, dass es 9500 Kommentar-Spams abgefangen hat. In der gleichen Zeit hatte ich ca. 200 ernsthafte Kommentare. Ein Verhältnis von 48:1.

Ganz ähnlich sieht es bei meinem Posteingang aus. Von den ca. 350 Emails, die mich morgens erwarten, sortiert Thunderbird erst mal 344 aus, 4 sind Newsletter des Bundestags und des Innenministers und 2 sind Emails von echten(TM) Menschen.

Das Stimmvieh

hat in den Augen der Politik vermutlich die Aufmerksamkeitsspanne eines 2-Jährigen Kindes. Anders kann man sich nicht erklären, dass die CDU jetzt als Kompromissvorschlag die Fingerabdrücke, die für die Erstellung eines Reisepasses abgegeben werden müssen, zwar bei den Meldeämtern halten will, eine Nutzung zu Fahndungszwecken allerdings ablehnt.

Wer erinnert sich schon daran, denkt sich vermutlich beispielsweise der Herr Bosbach, dass wir genau das auch bei den Mautdaten erklärt und ins Gesetz geschrieben haben, nur um 3 Jahre nach Einführung der Maut vehement zu fordern, dass man die Mautdaten unbedingt für die Fahndung benötigt und die Gesetzesänderung schon in der Schublade liegt.

Ich Depp hätte welche kaufen sollen

Da schreib ich am 22. Februar hier was über selbstgebastelten Aktien-SPAM und 3 Wochen später wird die erwähnte Aktie beworben und steigt wie blöd (jetzt ist es natürlich zu spät, aber am 22. Februar hätte ich die Aktie für 4 ct bekommen und heute für 10ct verkaufen können, +150%).

Für alle die mitraten wollen, was als nächstes in den SPAM-Mails auftauchen wird (wenn man vor den Spam-Mails einsteigt, macht man genauso viel Gewinn wie der Spammer) hier mal die von mir eruierten getippten Faktoren, nach denen die Spammer vorgehen:

  • Aktie aus dem C-DAX
  • Aktienpreis unter 10ct
  • Aktien im Umlauf < 10-12 Mio
  • gehandeltes Durchschnittsvolumen < 50’000

So viele sind da gar nicht mehr übrig. Wenn ich raten müsste, würde ich auf 507360, 786730 und 662300 tippen.

Wenn man sich die Kurse der Pennystocks im allgemeinen anschaut, dann bin ich nicht der einzige, der auf die Strategie

mit dem Spammer kaufen und an die Schafe verkaufen

setzt. (Ich mache das natürlich nur fiktiv, ich gebe mein Geld für Zinsen aus 🙂

Einige Pennystocks sind in letzter Zeit völlig atypisch im Kurs gestiegen. Wer weiss, vielleicht bringt die SPAM-Welle ja dem ein oder anderen Unternehmen auch die Chance, aus der völligen (Markt-)bedeutungslosigkeit zu steigen.

Kompetenz vor Kompetenzen

Verschiedene Innenpolitiker von SPD und CDU, allen voran die Herrn Bosbach und Wiefelspütz fordern mehr Kompetenzen für die Strafverfolger.

Sinnvoller wäre es vermutlich, mehr Kompetenz für die Innenpolitiker zu fordern, dann werden hoffentlich auch nicht mehr so seltsame Vergleiche gezogen wie der von Herrn Wiefelspütz mit dem Schlafzimmer auf der Festplatte.

Autsch

entweder es handelt sich um einen verfrühten Aprilscherz des Westfalen-Blattes, oder man sollte der Staatsanwaltschaft Bückeburg ein wenig Nachhilfe in Sachen Internet und ebay geben.

Die zuständige Staatsanwältin ermittelt wegen Hehlerei gegen 280 Ebay-Käufer, die dort gestohlenes Werkzeug ersteigert haben.

Da man den Tatbestand der Hehlerei eigentlich nur vorsätzlich begehen kann, konstruiert die Staatsanwaltschaft aus der Tatsache, dass der Startpreis nur 1 EUR beträgt einen bedingten Vorsatz, weil:

Wenn man einen wertvollen Gegenstand neu und originalverpackt für einen Euro angeboten bekommt, müssen die Alarmglocken schrillen. Da muss sich jeder fragen: Wo kommt das Zeug her?

Wohlgemerkt geht es nicht um einen viel zu niedrigen Preis als Sofortkauf sondern man versucht den Käufern einzig und allein aus der Tatsache, dass der Startpreis bei 1 EUR lag, einen Strick zu drehen.

Man übersieht dabei völlig, dass bei Ebay sehr sehr sehr viele Gebote bei 1 EUR starten und dass der Käufer auch bei einem höheren Preis eingestiegen sein kann, den Startpreis also unter Umständen gar nicht zu Gesicht bekommen hat.

Vermutlich hat die Staatsanwältin sonst nichts zu tun, da kann man schon mal 280 Strafverfahren einleiten und ein bisschen die Leute schikanieren.