Nur so nebenbei und weil ich verheiratet bin

[Auf Druck meiner Frau]

Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG
Hafenweg 30
48155 Münster

Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Einschulung im September diesen Jahres bekam mein Sohn eine Capt’n-Sharky-Vesperdose.

Nach 3 Wochen war der Verschluß eingerissen und die Vesperdose kann nicht mehr benutzt werden.

Da mein Sohn seine alte Vesperdose (von einem ihrer Mitbewerber) 3 Jahre lang im intensiven Gebrauch hatte, ohne dass der Verschluss eingerissen ist, gehe ich davon aus, dass es sich nicht um einen Anwendungsfehler handelt.

Danken möchte ich Ihnen dahingehend, dass ich meinem 6-jährigen Sohn anhand dieser Dose klarmachen konnte, dass es nicht um den Aufdruck der Dose geht, sondern um die Qualität, die sich nicht unbedingt in einem grossen Namen oder einem schicken Branding zeigt.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Ritter

Capt’n-Sharky-Dose nach 3 Wochen im Gebrauch

sharky

 

Mitbewerber-Dose nach 3 Jahren im Gebrauch

tupper

 

[/Auf Druck meiner Frau]

zwei völlig verschiedene Dinge

0,01 Quadratmillimeter ist laut Wikipedia die Fläche des kleinsten, mit bloßen Auge sichtbaren Partikels.

Und es ist ausserdem die Einheit, in der der Verbrauch meines Autos angegeben wird, wenn man denn (wie man das in der Schule gelernt hat), kürzt.

Aus Litern werden 0,001 m3 und aus 100 Kilometer werden 100’000 m. Das ergibt dann 10-8 m2 bzw. 0,01 mm2.

Wenn man sich den Wirbel um Zollangaben in der Werbung (Monitore, Fernseher) anschaut, dann winkt da eine tolle neue Abmahnquelle.

Wobei die Leute vermutlich eher verwirrt schauen, wenn ihnen der Verkäufer erklärt, dass ihr neuer Wagen – laut dem europäischen Messverfahren gemäß Richtlinie 80/1268/EWG in der gültigen Fassung – einen Verbrauch von nur 45 Quadratmikrometern hat und dass dieser Wert je nach Fahrweise um bis zu 30 Quadratmikrometer nach oben abweichen kann.

Wahlergebnis schon vergessen?

Wir müssen die Linke unter unserer Führung einbinden, wir müssen sie entzaubern.

Andreas Bausewein, SPD, Oberbürgermeister von Erfurt

Nur falls der Herr Bausewein das Wahlergebnis der thüringischen Landtagswahlen vom 30. August vergessen haben sollte:

  • Die SPD wurde von 195’363 Wählern gewählt und erreichte 18,5% der Stimmen
  • die Linke wurde von 288’915 Wählern gewählt und erreichte 27,4% der Stimmen.
  • Die SPD konnte 2 Wahlkreise für sich entscheiden,
  • die Linke konnte 14 Wahlkreise für sich entscheiden.

Dass die SPD in einer Koalition (rot-rot-grün), in der sie gerade mal 35% der Abgeordneten stellen würde, immer noch von einer Führungsrolle träumt, scheint ein Grund zu sein, warum sie nicht zustande kommt.

In 3 von 5 ostdeutschen Bundesländern stellt die SPD weniger Landtagsabgeordnete als die Linke. Die SPD scheint noch nicht ganz verstanden zu haben, dass die Wähler, wenn sie denn eine SPD-geführte Landesregierung haben wollten, SPD wählen würden und nicht den Umweg über eine Wahl der Linken gingen. Vielleicht reift diese Erkenntnis noch bis zum Jahr 2011 zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Dort hätte es übrigens im Jahr 2006 schon zu einer rot-roten Koalition gereicht, aber da die Linke 2 Abgeordnete mehr stellt als die SPD, wäre wieder nur die Juniorpartnerschaft herausgekommen und Juniorpartner will man als SPD wohl nur sein, wenn der grosse Bruder CDU heisst.

[Update]

In der ersten Version dieses Beitrags stand noch, dass Andreas Bausewein Oberbürgermeister von Gera sei. Man soll halt nicht ungeprüft aus Qualitätsmedien abschreiben 🙂

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