und ist der Meinung,
Die wenigsten Langzeitarbeitslosen müssten tatsächlich von 345 oder 331 Euro leben.
was vermutlich daran liegt, dass sich das der Herr Kampeter einfach nicht vorstellen kann. Ist für den Herrn Kampeter natürlich auch schwierig.
Seit 1990 sitzt er im Bundestag für momentan 7009 EUR brutto und hat für die eventuell folgende Zeit danach auch schon ausgesorgt. Bei einem eventuellen Nichtmehr-Einziehen in den Bundestag gibt es 18 Monate lang die Diät in voller Höhe weiter und der Ruhestand mit voller Pensionsberechtigung ab 55 Jahren scheint auch nicht dazu geeignet zu sein, sich darüber Gedanken machen zu müssen, ob man von 345 EUR pro Monat leben kann.
Vielleicht sollte er einfach mal für einen Monat probieren, von 345 EUR seine Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Bedarfe des täglichen Lebens sowie in vertretbarem Umfang auch Beziehungen zur Umwelt und eine Teilnahme am kulturellen Leben zu bestreiten. Das ist verdammt schwer, wenn man nicht alle Nase lang von Lobbyisten zum als Informationsveranstaltung getarnten kostenlosen Essen eingeladen wird.
Was ich Herrn Kampeter missgönne sind im übrigen nicht die 7009 EUR pro Monat (die haben viele andere auch), was ich gerade in der derzeitigen Diskussion um den Umbau des Sozialstaats aber gerade zu obszön finde, ist die Altersversorgung, für die ein rentenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer 201 Jahre lang den Durchschnittsverdienst hätte verdienen müssen. Nimmt man noch hinzu, dass Herr Kampeter ja schon 10 Jahre vor dem allgemeinen Renteneintrittsalter in Ruhestand gehen darf (im übrigen ohne Abzug), kommt man schon auf 314 Jahre.
Hallo Herr Ritter,
vor einigen Jahren habe ich tatsächlich mal versucht vom damaligen Sozialhilfesatz zu leben. Wenn mein Ex-Freund diesen Versuch nicht ständig boykottiert hätte, wäre das Experiment im ersten Monat auch gelungen (da genügend Vorräte an Konserven und Nudeln vorhanden waren ;-)). Mir ist es daher auch unbegreiflich, wie Normalsterbliche von diesem Betrag leben sollen bzw. können.
Liebe Grüße
Jutta